CDU/CSU und die FDP sind Opfer ihrer eigenen Propaganda

Die Gerissenen der CDU und die Dummen der SPD

Das Thema lässt nicht nur mich nicht los! Wer sich noch umfänglicher mit den aktuellen innenpolitischen Geschehnissen befassen will, findet authentisches Material bei den NachDenkSeitenhier und ein weiterer Beitrag aus 2017 hier.
Die Hilf- und Harmlosigkeit meiner Partei, der SPD, treibt mich angesichts der kaltschnäuzigen christdemokratischen und freidemokratischen Selbstdarsteller in eine anhaltende tiefe Verärgerung. Der nachfolgende Blogbeitrag ist der Versuch, meinen gesellschaftspolitischen Groll, jüngst erneut entstanden aus dem Ärgernis der Landtagswahl in Thüringen, abzumildern.

Die deutsche Wiedervereinigung ist heute einerseits das Spiegelbild der bedenkenlosen Übernahme einer sogenannten Ost-CDU durch die West-CDU und andererseits das Dilemma der SPD im Westen Deutschlands, die Zwangsvereinigung der damaligen SPD in der DDR mit der KPD nicht ausblenden zu wollen. Die Angst vor dem Mediengeschrei geht um. Auch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung bleibt DIE LINKE, vormals PDS immer noch die „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)“ für die ewig Gestrigen.

Parteibanner der früheren Blockpartei namens Ost-CDU.

Die Ost-CDU, in der DDR als Blockpartei im System integriert, war oberflächlich betrachtet, angeblich weniger linientreu als die SED. Trotzdem überlebte sie angepasst, seit 1945 bis 1990 in der DDR. Heute heißt es, „sie ging 1990 in der gesamtdeutschen CDU auf“.

Parteilogo der früheren SED. Die zwei Hände vor roter Flagge symbolisieren wohl die Zwangsvereinigung von SPD und KPD im Jahre 1946.

Die westlichen Sozialdemokraten dagegen haben ihre ganze Kraft in die Abwehr der wiedervereinigten ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger mit sozialdemokratischem Innenleben verschleudert und ihnen den Zugang zu den „guten“ Sozialdemokraten im Westen verwehrt. Im Chor westlicher Scheinheiligkeit hat man die eigene Heiligkeit gepriesen und somit einen der größten und nachhaltigsten Fehler nach der deutschen Wiedervereinigung begangen.

Beide, West CDU und West-SPD haben sich in der Einschätzung politischer Denkfähigkeit ostdeutscher Bürgerinnen und Bürger verrechnet. Die SPD ist frühzeitig abgestraft worden; die CDU erhält heute die Quittung; siehe Thüringen und voraussichtlich folgende Wahlen.

Die Unehrlichkeit der bisherigen „Volksparteien“ schlägt sich nieder im Aufstehen der Bürgerinnen und Bürger im Osten Deutschlands. Die Unzufriedenheit schlägt sich in Organisationen wie AfD und Pegida nieder.

Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED im Admiralspalast in Berlin, mit dem historischen Händedruck zwischen Otto Grotewohl(r.) und Wilhelm Pieck(l.). Rechts unten im Bild: Walter Ulbricht, der 1946 die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED organisierte und später für den Mauerbau verantwortlich war. Bild: Aus Wikipedia

Man mag sich jetzt in der rückblickenden Betrachtung auf die christlichen Grundwerte besinnen, die schon „damals“ von den DDR-Mächtigen unterdrückt worden sind. In diesem Zusammenhang muss man aber hinterfragen, wie es denn die „Guten“ in der DDR über 35 Jahre geschafft haben, mit dem System konform zu leben.

Eins ist gewiss: hätte sich die West-SPD für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet, die ihren politischen Ursprung aus der zwangsvereinigten SED herleiten mussten, dann wäre das damals wahrscheinlich entstandene medienunterstützte Geschrei der konkurrierenden Westparteien heute längst Geschichte. Verkürzt auf die heutige gesamtdeutsche Parteienlandschaft mit SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen hätten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit heutzutage eine links-progressive politische Mehrheit im Lande.

 

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