Die Mainstreamer

Wie unsere Massen- bzw. Leitmedien das Denken beeinflussen

Als „medialer Mainstream“ wird allgemein bezeichnet, wenn Massenmedien als sog. Leitmedien mit ihren gedruckten Publikationen die höchsten Leserzahlen erzielen. Bei Radio- und/oder TV-Programmen sind es die höchsten Einschaltquoten. Darum geht es den Nachrichtenmachern, den Mainstreamern, hauptsächlich. Einen Gegenpol zu diesem medialen Mainstream bilden Veröffentlichungen, die u.a. der mehr oder weniger eigenen Gedankenwelt eines Bloggers und auch weniger massenorientierten Medienprodukten entspringen. Die Inhalte der sogenannten Weblogs finden ihre Interessenten dort, wo dem medialen Mainstream mehr oder weniger wider- oder nicht entsprochen wird.
Dies als Kurzerläuterung der Überschrift zu diesem Blogbeitrag.

Einer gegen den Strom!                                                                                         Abbildung: Adobe Stock

Das Misstrauen, das einen Blogger dazu verleitet, gegen den Mainstream zu denken und öffentlich zu schreiben, ist der weitverbreitete Vertrauensverlust sehr vieler Bürgerinnen und Bürger in die „Mainstream-Medien“.
Ein Beweis für den Vertrauensverlust in der Berichterstattung, z. B. zur Russlandpolitik des Westens und zur Ukraine-Krise, sind die in dieser Website mit größtmöglichem Wahrheitsgehalt beschriebenen Vorgänge. Vielen Medienkonsumenten ist die undifferenzierte Einseitigkeit und Gleichförmigkeit der Medienberichterstattung mittlerweile zuwider.

Der aus diesen Umständen entstandene Begriff „Lügenpresse“ ist eben aus der mangelnden Glaubwürdigkeit von Presse und Nachrichten entstanden; wobei das im Subjekt enthaltene Verb „Lügen-“ abgemildert durch „Aus- oder Weglassen“ ersetzt werden darf.

Wie komme ich nun zu diesem Thema?
In der Ausgabe des Trierischen Volksfreundes vom 5./6. Januar 2019 waren auf der Leserlandseite zwei Zuschriften veröffentlicht.  Die erste Stellungnahme nahm den Mainstreamkommentar von Berlin-Korrespondent Werner Kolhoff aufs Korn. Die aus meiner Sicht korrekte und wertneutrale Beschreibung über das SPD-Mitglied und Bestsellerautor Thilo Sarrazin, den die SPD nun im dritten Versuch aus der Partei ausschließen will, findet meine volle Zustimmung. Diese meine Zustimmung bildet sich an der treffenden Feststellung:
Und auch die SPD täte gut daran, sich besser eingehend mit dem Thema Islam und „feindliche Übernahme“ zu beschäftigen, bevor sie zum wiederholten Mal versucht, Sarrazin aus ihren Reihen zu verbannen.

Im Falle der SPD gilt das auch für viele andere politische Sachthemen.

Zum Verständnis: Sarrazins neuestes Buch trägt den Titel „FEINDLICHE ÜBERNAHME – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“.
Bemerkenswert und passend zu meinem Blogbeitrag ist die Feststellung in der Leserzuschrift: Dieser Mainstream (von Kolhoff) ist genau so naiv wie unwissend wie unreflektiert.

Nachfolgend sind die beiden Leserland-Zuschriften abgebildet. Mit Gestattung der Verfasserin, hier der komplette Text der Leserland-Zuschrift:

Einspruch!

Zum Artikel „Die SPD gegen Sarrazin – Folge 3″ und zum Kommentar „Zurück in die Schlagzeilen“ (TV vom 18. Dezember):
Der Kommentar von Werner Kolhoff, in dem er Thilo Sarrazin einzig als eitlen islamophoben Rassisten darstellt, kann nicht unwidersprochen bleiben. Dieser Mann hat sicherlich auch noch andere Eigenschaften. Da wäre zum Beispiel, dass er sich stets äußerst akribisch mit den Themen befasst, zu denen er sich äußert oder zu denen er schreibt. Die Fußnoten und Quellenhinweise in seinen Büchern sprechen dazu eine eindeutige Sprache. Diese akribische Vorbereitung, Recherche und Information gehört indes heutzutage leider bei vielen Journalisten nicht mehr zum Handwerk. Und Thilo Sarrazin ist beileibe nicht der arme Verirrte, der nur so dahinschwadroniert. Der hat mehr auf dem Kasten, und man täte gut daran ihn ernst zu nehmen. Auch zum Thema Migration im Übrigen.
Man muss Herrn Sarrazin nicht unbedingt mögen, und sicher schießt er auch oft weit übers Ziel hinaus mit einigen seiner Thesen, aber in vielen Punkten, vor allem zum Thema Islam, hat dieser Mann – leider – recht. Ihn für seine Islamkritik an den Pranger zu stellen und als islamophob zu bezeichnen, ist allerdings journalistischer und politischer Mainstream, betrifft andere Islamkritiker leider genauso. Dieser Mainstream ist genauso naiv wie unwissend wie unreflektiert. Und auch die SPD täte gut daran, sich besser eingehend mit dem Thema Islam und „feindliche Übernahme“ zu beschäftigen, bevor sie zum wiederholten Mal versucht, Sarrazin aus ihren Reihen zu verbannen. Das ist einfach nur dümmlich! Man sollte ihm besser zuhören! Jeder, der willens ist, kann sich informieren über den politischen Islam und die Muslimbruderschaft, dem Hauptvertreter dieser Ideologie. Jeder moderate Muslim, der nicht versucht, jeden Nicht-Muslim in seiner Umgebung zu missionieren und ihn dem Islam zu unterwerfen (und genau das bedeutet das Wort Islam, Unterwerfung), der die Verfassung, Menschenrechte und Frauenrechte achtet, kann hier seine Religion stets und überall ausüben. Aber dem politischen Islam mit all seinen Facetten ist genauso überall und jederzeit massiv die Stirn zu bieten. Denn der hat mit freiheitlichen Werten nichts zu tun. Und dieser politische Islam ist ungleich gefährlicher weil tausendmal subversiver und intelligenter und organisierter als zum Beispiel die versammelte Salafisten-Misch-poke, um die immer soviel Wind gemacht wird. Das sind meist tatsächlich arme Verirrte… Wem die tatsächliche Gefahr nicht klar ist, dem ist tatsächlich nicht mehr zu helfen. Teile dieser Strategien der Muslimbrüder sind auch in Deutschland längst zu beobachten, vor allem die Infiltration in sensible Bereiche wie Presse und Bildung.
Wenn moderate Muslime in muslimischen Ländern wie in Ägypten selbst Angst haben, dann sollte man doch in Deutschland mal ernsthaft die Augen aufmachen und nicht jeden Warner gleich in die Rassisten-Ecke stellen. Nein, Herr Kolhoff, so geht es nicht! Dieser Kommentar verdient eine glatte Sechs!
– Ingrid Wecker, Konz

Ein weiterer Leserbrief in der selben Ausgabe des TV, bestätigt wiederum die Gleichschaltung der Berichterstattung, wenn in den deutschen Leitmedien  tragischerweise und als Dauerbrenner Polemik gegen Russland und andererseits Unterwürfigkeit gegenüber einem US-Botschafter in Deutschland und somit dessen obersten Dienstherr Trump dargestellt wird.

Auch hier mit Gestattung des Verfassers der komplette Text der Leserland-Zuschrift:

In höchstem Maße unglaubwürdig

Zum Gastbeitrag „Putins Macht über Europa Energie ist gefährlich“ des US-Botschafters in Deutschland Richard Grenell (TV vom 20. Dezember): Das schlägt dem Fass den Boden aus. Was der amerikanische Botschafter da von sich gibt, ist dermaßen boshaft, anmaßend und arrogant, dass er selbst seinen Chef im Weißen Haus in den Schatten stellt. Die USA möchten unbedingt ihr Fracking-Gas an uns verhökern. Das ist alles, was an Wahrheit diesen Beitrag füllt. Vorgeblich machten sie sich Sorgen, dass Europa durch das russisch-deutsche Nordstream Il-Projekt „in den Würgegriff Russlands“ genommen wird. Wir würden quasi erpressbar, sollte Russland im Konfliktfall vertragsbrüchig werden und den Gashahn zudrehen. Dass Richard Grenell sich Sorgen um die Europäische Union macht, ist nicht nur ein schlechter Witz, es ist eine dreiste Lüge. Donald Trump höchstselbst lobte die Briten dafür, dass sie aus der EU austreten und damit – wir erleben es gerade – Chaos und Entsetzen nicht nur in der eigenen Bevölkerung ausgelöst haben. Derselbe Trump sagte ganz offen, dass ihm Verträge mit einzelnen Ländern viel lieber seien als welche mit der Union. Klar, dann könnte man sie ja auch schön gegeneinander ausspielen. Richard Grenell selbst war es, der noch vor seiner Akkreditierung als Botschafter lauthals von den deutschen Unternehmern forderte, das Iran-Abkommen zu brechen und in einer unverschämten Art und Weise davor warnte, Geschäfte mit dem Land zu machen. Amerika würde sonst seinerseits die Beziehungen zu den deutschen Unternehmen einstellen. Und dieser Mann schwadroniert jetzt über russisches Erpressungspotential.
Wer bitte erweist sich denn gerade als völlig unglaubwürdig, erpresserisch und vertragsbrüchig? Klimaschutzvertrag, Handelsabkommen, Iran-Abkommen, G20-Vereinbarung; teilweise Stunden, nachdem sie beschlossen waren, wurden sie von Trump per Twitter wieder aufgekündigt. Und solche Flitzpiepen wollen uns Ratschläge in Sachen Vertragstreue geben?
Die Ukraine-Krise spricht Grenell dermaßen einseitig und hetzerisch an, dass einem schlecht werden kann.
Nein, Mister Grenell, Ihr Boss und Sie selbst sind in höchstem Maße unglaubwürdig. Das wird auch nicht dadurch kaschiert, dass Sie in deutschen Zeitungen so tun, als wären Sie unser besorgter Freund und Partner. Das einzige, was mich beeindruckt, ist die Tatsache, dass man Leuten Ihres Schlages diesen Platz überhaupt eingeräumt hat.
– Peter Trauden, Heilbach

Dem Trierischen Volksfreund ist anzuerkennen, dass er die beiden von der allgemeinen Anschauung abweichenden Meinungsbilder, wenn auch als Lesermeinung, publiziert. Diese Art der Veröffentlichungen als Leserbrief bzw. Lesermeinung bietet den zumeist verlagsabhängigen Redakteuren und Korrespondenten in ihrem Medium auch mal Meinungen unterzubringen, die höchstwahrscheinlich mit den ihrigen übereinstimmen bzw. sich denen nähern.
Man könnte das auch als verdecktes Publikmachen gegen den Mainstream bezeichnen.

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1 Response to Die Mainstreamer

  1. Alfons Maximini sagt:

    Dem Kommentar von Herrn Trauden ist nichts – aber gar nichts hin zufügen.

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