Die Wahrheit über Kriegsverbrechen passt nicht in die US-Ideologie

Wird Julian Assange an die US-Amerikaner ausgeliefert?
Ihm droht die Todesstrafe!

Beitragsbild: Nils Melzer UN-Beauftragter.
Man muss wissen, dass Julian Assange am 11. April 2019 von der britischen Polizei verhaftet und aus der ecuadorianischen Botschaft in London gezerrt wurde. Der WikiLeaks-Gründer wird von der US-Trump-Regierung verfolgt, weil er Kriegsverbrechen der USA enthüllt hat.
Ich hätte es mir hier einfach machen können und auf Matthias Bröckers – (Wir sind immer die Guten) zurück greifen können. Bröckers, Schriftsteller und Journalist hat die Saga Julian Assange aufgegriffen und die politischen Hintergründe des perfiden Spiels beschrieben.

Aber auch mir bereitet die Verfolgung des Whistleblowers Bauchschmerzen, weshalb dieser Blogbeitrag entstanden ist.

Übersetzung – Folter ist der moralische Abgrund der Menschheit, sie ist das Opfer unserer Menschlichkeit auf dem Altar unserer Ängste, sie ist die totale Kapitulation nicht nur unserer persönlichen Integrität, sondern sie ist das Ende der Zivilisation selbst. Nils Melzer – UN Spezial Rapporteur on torture

„Nils Melzer (* 1970), ist ein Schweizer Rechtswissenschaftler, Diplomat sowie Autor und seit November 2016 UN-Sonderberichterstatter über Folter. Als Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen stellt er heute die Frage, wie es sein könne, dass im Herzen Europas ein Journalist in Isolationshaft sitzt, weil er die Wahrheit  über Kriegsverbrechen enthüllt hat.  Nichts passiere – kein Aufschrei der Presse, keine offenen Briefe prominenter Intellektueller oder Appelle von Politikern.“

Nach Melzers persönlicher Feststellung hat die neunjährige Verfolgung Assanges dazu geführt hat, dass er die klassischen Symptome psychischer Folter zeigt. Das Unheil, das über dem Whistleblower schwebt ist, dass ihm die Auslieferung an die USA und lebenslange Haft droht, weil er 2010 und 2011 Dokumente veröffentlicht hat, die Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan, globale diplomatische Verschwörungen und Menschenrechtsverletzungen im berüchtigten Militärgefängnis von Guantanamo Bay aufdeckte.

„Ich habe noch nie zuvor erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer  Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren,  zu verteufeln und zu missbrauchen.“ Nils Melzer 

Melzer hatte Assange im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, verrufen als das Guantanamo Großbritanniens, besucht.
Er hat dort zum wiederholten Mal gefordert, dass Assange umgehend freigelassen wird, weil er willkürlich in Isolationshaft festgehalten werde und seit Jahren psychologischer  Folter ausgesetzt sei.

Julian Assange aus besseren Tagen. Die Verfolgung des WikiLeaks-Gründers, der für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, schwebt unheilvoll über ihm. Die feigen demokratischen Staaten Europas hüllen sich in Schweigen und auch aus der europäischen Bevölkerung kommt wenig Partei für den Whistleblower. Foto: wsws.org

Im Mai 2019 besuchte Melzer den Assange in London im Gefängnis. Daraufhin verfasste er Ende Juni einen Bericht unter dem dramatischen Titel Demasking the Torture of Julian Assange (Demaskierung der Folter von Julian Assanges).  Verschiedene renommierte Printmedien in den USA, Großbritannien und Australien, denen Melzer den Bericht zur Verfügung stellte, verweigerten die Veröffentlichung.
Man könnte ja bei den rachsüchtigen Amis in Ungnade fallen. So meine (des Bloggers) Sichtweise.

„Lieber würde ich verhungern“
Das sagte Chelsea Manning im Mai 2019 und verweigerte tapfer die Aussage, die Julian Assanges Schicksal besiegeln sollte.

Aus Wikipedia: Chelsea Elizabeth Manning (* 17. Dezember 1987, vor der rückwirkenden Änderung ihrer Geburtsurkunde als Bradley Edward Manning, in Oklahoma City) ist eine US-amerikanische Whistleblowerin. Sie war Angehörige der US-Streitkräfte und als IT-Spezialistin tätig. Manning wurde im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, Videos und Dokumente kopiert und der Website WikiLeaks zugespielt zu haben. In dem daraus resultierenden Verfahren wurde in insgesamt 21 Punkten Anklage erhoben. Nach einem Teilgeständnis erging Ende Juli 2013 ein Urteil, durch das ein Schuldspruch in 19 Punkten erfolgte. Das verhängte Strafmaß betrug 35 Jahre Freiheitsstrafe, doch erließ US-Präsident Barack Obama am 17. Januar 2017 Manning einen Großteil der Strafe. Am 17. Mai 2017 wurde sie freigelassen. Am 8. März 2019 wurde sie wieder inhaftiert.

Manning erklärte in einer am 23. August 2013 veröffentlichten Verlautbarung, eine Frau zu sein, in dieser Weise seit der Kindheit zu fühlen und so bald wie möglich eine Hormonersatztherapie zur geschlechtlichen Angleichung beginnen zu wollen. Seit dem 23. April 2014 ist die Namensänderung in Chelsea Elizabeth Manning rechtskräftig. Im Februar 2015 gab ein Sprecher des Pentagons bekannt, dass die US-Armee die Erlaubnis zur Hormontherapie erteilt habe.

Bradley Edward Manning 2012

Chelsea Elizabeth Manning, 2018

2017 hatte Barack Obama die Haftzeit der Analystin, die auch die Ermordung Unschuldiger durch US-Soldaten im Irak publik gemacht hatte, verkürzt. Nun sitzt sie erneut in Haft. Denn sie weigert sich weiter, Zeugin im Verfahren gegen den Wikileaks-Gründer zu sein. UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer beschreibt diese Haft jetzt als „unbefristete, zunehmend harte Zwangsmaßnahme, die alle Tatbestandsmerkmale der Folter oder anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe erfüllt“. Er fordert ein sofortiges Ende dieser Zustände.  KN

Meine Hochachtung gilt uneingeschränkt den Akteuren, die sich der Wahrheit verpflichtet haben und deshalb verfolgt werden. Keine Achtung, von Hochachtung erst gar nicht zu reden, denjenigen, die alle Macht besäßen, aber lieber schweigen; aus welchen Gründen auch immer.

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1 Antwort zu Die Wahrheit über Kriegsverbrechen passt nicht in die US-Ideologie

  1. Fred kasel sagt:

    Der Fall Julian Assange zeigt für mich,wie rückgratlos sich unsere Politiker verhalten.
    Er ist mit der größte Journalist unserer Zeit.
    Es ist eine Schande, dass er in Deutschland kein Asyl bekam.
    Wir sollten aber den Fall Eward Snowdon nicht vergessen.
    Er veröffentlichte die Aktivitäten der NSA;
    die hörten das Handy von Frau Merkel ab.
    2015 empfahl das Europäische Parlament den Mitgliedstaaten Snowdon Asyl zu gewähren.
    Er bekam in Russland Asyl.

    Entschuldigung:
    Es wird mir übel

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