Iran: Ein Angriff der USA würde alle bisherige Gewalt in der Region in den Schatten stellen

„Wie eine Kernschmelze“ so Michael Lüders im Leitartikel in derFreitag

Peter Scholl-Latour. Foto: Bernd Andreas, Creative Commons

Den Namen Michael Lüders, verbinde ich stets mit dem des deutsch-französischen Journalisten und Publizisten Peter Scholl-Latour († 16.08.2014) . Scholl Latour galt auch in Deutschland als Ansprechpartner und Experte für den Nahen Osten. Seine kritischen Standpunkte zu den kriegerischen Handlungen und Taten der USA und Großbritannien haben ihn im Nachhinein uneingeschränkt bestätigt.

Nach drei Büchern von Lüders hat sich bei mir die Überzeugung gefestigt, dass die Kriege im Irak, Libyen, Syrien – von Afghanistan schon gar nicht mehr zu reden, allein den USA als Urheber anzulasten sind.

Und weil die Vergewaltigung Venezuelas schwieriger als erwartet erscheint, verteufelt man nun den Iran. Wir sollten deshalb darüber nachdenken, dass diese kriegerischen Akte in böser amerikanischer Absicht entfacht werden. Und dass die Lasten insbesondere Europa treffen, scheint auch auf die neu aufgelegte Trump’sche Maxime Amerika first zu passen.

Wirtschaftsinteressen überdecken alles; alles ist gut, was den Profit sichert. Das Damoklesschwert neuer Flüchtlingsströme schwebt weiterhin bedrohlich über uns. Deutschland und Europa aber verharren in tiefer Ergebenheit zum großen „Freund“ und Wirtschaftspartner.

Die verlinkten Beiträge  von anderen Publikationen in diesem Blogbeitrag geben umfassend Aufschluss über die Hintergründe der neuerlichen amerikanischen Kriegsgelüste. 

Michael Lüders bei Anne Will zum Thema Syrien. Foto: ARD-Video Anne Will

Michael Lüders hat aktuell wie kaum ein Anderer die politisch-kriegerischen und verbrecherischen Vorgänge im nahen Osten analysiert und Erkenntnisse gewonnen und beschrieben, wie diese mit den früheren kritischen Berichterstattungen von Peter Scholl-Latour übereinstimmen.

Regimewechsel nach bekanntem Muster,
und die Folgen werden die gleichen sein wie bisher: Flüchtlinge, die Europa überschwemmen werden. Man könnte annehmen, dass dies ein Kalkül des eiskalten bis dummen Trios Trump, Bolton und Pompeo gegenüber dem Rest der Welt und Europa im Besonderen ist.

John Bolton – oberster Säbelrassler der Vereinigten Staaten von Amerika. Damals Präsidenten-Berater unter Bush und heute Trump-Berater fürs Grobe und Verbrecherische. Foto: ARD-Videoausschnitt

 

 

Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo wollen nichts weniger als einen Regimewechsel – ganz egal, wie Teheran sich verhält.

In den USA brennt es lichterloh […] 

schreibt Tobias Endler in der Frankfurter Rundschau. „Der Stärkere setzt sich durch, wobei der Sieg über den Gegner in dessen Vernichtung besteht, gleich ob es sich um unliebsame Medienvertreter, politische Kontrahenten oder den eigenen Nachbarn handelt. Linksliberal verweichlichte Moralvorstellungen und Skrupel lähmen demnach nicht nur den eigenen Aufstieg, sie führen zwangsläufig zur Erniedrigung durch die Gegenseite.“

Es bleibt abzuwarten, wie lange es noch dauert, bis die Mehrheit der US-Amerikaner aufwacht. Die Präsidentschaftswahl 2020 wird es zeigen. Das Orakel sagt: Der kommt wieder!

Bestrafen die USA den Iran für Vertragstreue?
In der Münchener Abendzeitung hat Michael Lüders das erneute Säbelrasseln der USA auf den Punkt gebracht: „Die Iraner haben das Problem, dass sie zwölf Jahre mit dem Westen verhandelt und schließlich dem Atomdeal zugestimmt haben. Was haben sie dafür bekommen? Erniedrigung und einen potenziellen Krieg. Diese Erfahrung der Iraner wird für viele Staaten auf der Welt eine Lehre sein: Man kann sich in existenziellen Fragen nicht auf die Verträge verlassen, die man mit dem Westen geschlossen hat.“

Man muss sich zu Recht fragen, was geschehen muss, um diese unsere amerikanischen „Freunde“ wieder zur Vernunft zu bringen.

 

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3 Antworten zu Iran: Ein Angriff der USA würde alle bisherige Gewalt in der Region in den Schatten stellen

  1. Alfons Maximini sagt:

    Wer bringt diesen Trumpbacken endlich zum Schweigen.

  2. Helmut Ayl sagt:

    Vor 80 Jahren hat schon der Gröfaz im internen Kreis verlautbart, er werde einen Anlass schaffen, um gegen Polen Krieg zu führen, egal ob glaubhaft oder nicht. Der Anlass war dann der fingierte Angriff polnischer Kräfte auf den Sender Gleiwitz. Das hat Bush Junior mit den angeblichen Giftgasvorräten im Irak 2003 auch für einen Angriffskrieg genutzt. In Syrien war es angeblich Hilfe für die „armen Rebellen“, die aber von den USA in den Bürgerkrieg getrieben worden sind. Jetzt einen Krieg gegen Iran zu beginnen, wäre dann der traurige Gipfel übelster Kriegshetzerei. Was macht denn der Iran anders im Machtspiel des nahen Ostens als Saudi-Arabien oder andere dortige despotische Regime, dessen Folgen derzeit der Jemen zu tragen hat? Früher (im 19. Jahrhundert) war der ideale Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Heute findet friedliche, friedenserhaltende Politik erst gar nicht mehr statt. Politik hat dann nur noch einen Inhalt, Kriege zu ermöglichen und zu führen. Wer hätte so etwas 1989 nach dem Fall der Mauer für möglich gehalten? Alles Weitere hat Peter Trauden prägnant und völlig richtig dargestellt.

  3. Peter Trauden sagt:

    Dieses Trio infernale stellt für mich den letzten Abschaum des ohnehin nicht immer koscheren politischen Geschäfts dar.
    Es erscheint gar nicht mehr so unmöglich, dass Krieg als Geschäftsmodell eingesetzt wird. Menschenleben interessieren nicht, Flüchtlinge kommen sowieso nicht über den großen Teich, also wird – wieder – Europa sich darum kümmern müssen.
    Was mich aber am meisten ärgert; wieso hat kein einziger europäischer Politiker die Courage, diesen tumben Kriegstreibern schon jetzt und öffentlich anzukündigen, dass man erstens keinesfalls mitmacht, zweitens Schiffe für die Flüchtlingsverbringung Richtung USA bereitstellen wird und drittens der Abbruch der diplomatischen Beziehungen droht. Das sind Gangster und so sollte man auch mit ihnen reden.

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