Irrer Corona-Impfstoff-Basar mit Trump

Donald Trump: „Amerika first!“ – dann hat sich dessen geistiges Vermögen erschöpft

Ob der vom Corona-Virus befallen ist oder nicht, interessiert mich nicht wirklich. Was mich aber ganz schlimm aufgeregt und verärgert hat, ist seine unerhörte Anmaßung, einen bundesdeutschen Impfstoffhersteller aufzukaufen, um für sich selbst und sein (republikanisches) Amerika möglichst frühzeitig und exklusiv im Kampf um den Corona-Impfstoff zu gewinnen.

Dass er mit dieser spekulativen Schmierenpolitik aber auch gegen jedes Reglement des Anstandes und Rücksichtsnahme verstößt, sollten wir mittlerweile gewohnt sein. Er hat es nicht drauf und darauf sollten wir uns verlassen.

Dagegen steht Dietmar Hopp

Dietmar Hopp – Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP und Haupteigentümer des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, sozial engagierter Großspender und Mäzen des Fußballclubs TSG Hoffenheim 1899. Foto: „Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0“

Dietmar Hopp, Haupteigentümer des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, hat sich ausdrücklich gegen einen Verkauf der Firma und deren Forschungsergebnisse nach Amerika ausgesprochen. Ein Exklusivvertrag mit einem einzigen Land für einen Corona-Impfstoff, kommt für ihn nach eigenem Bekunden nicht in Betracht.

„Wenn es uns hoffentlich bald gelingt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, soll dieser Menschen nicht nur regional, sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen können“,  erklärte Hopp am Sonntagabend.

Hopp, ein Mann und Mensch mit Charakter und mit einer reichen und differenzierten Gefühls- und Empfindungsfähigkeit, hat dem unsäglichen US-Präsidenten all das gezeigt, was dieser nicht besitzt. Der gebürtige Heidelberger Hopp, Jahrgang 1940, ist einer der erfolgreichsten deutscher Unternehmer und Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP. Neben seinem großen sozialen Engagement ist er einer  breiteren Öffentlichkeit als derzeit umstrittener Mäzen des Profifußballvereins TSG 1899 Hoffenheim bekannt. Umstritten deshalb, weil Fußballhooligans eine Hassfigur brauchen, statt sich dem Sport zu widmen. 

„Wenn ich nur im Entferntesten wüsste, was diese Idioten von mir wollen, würde es mir alles leichter fallen, das zu verstehen“, sagt Dietmar Hopp, Mäzen von 1899 Hoffenheim. Foto: Focus online, imago images / Revierfoto

Was man wissen sollte: Dietmar Hopp hat einen Großteil seines Milliarden-Vermögens für gute Zwecke in seiner Heimatregion gespendet. Ein Vielfaches mehr, als er in sein Fußballengagement in Hoffenheim gesteckt hat.

Albrecht Müller, NachDenkSeiten, meint zum Thema:

  • Das Imperium (USA) will sich Forschungsergebnisse exklusiv sichern. Ein Grund mehr, endlich zu begreifen, dass wir uns aus den Fängen der USA befreien müssen.
  • Bisher wird kaum darüber berichtet, ob und in welchem Umfang das Tübinger Unternehmen öffentliches Geld zur Forschung erhalten hat. Das ist oft üblich und wäre interessant zu wissen.

und verweist auf ein lesenswertes Statement der Partei DIE LINKE im Deutschen Bundestag: 

Irrer Corona-Impfstoff-Basar mit Trump

von Jan Korte, Fabio De Masi, Heike Hänsel vom 15.03.2020

Das Bundesgesundheitsministerium hat Medienberichte bestätigt, wonach US-Präsident Donald Trump versuche, deutsche Wissenschaftler der Tübingen Firma CureVac, die mit Hochdruck an einem Corona-Impfstoff forschen, mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern. “Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac”, so eine Ministeriumssprecher.
“Trump hat erneut eindrucksvoll bewiesen, wes Geistes Kind er ist. Ein unsozialeres, unsolidarischeres und rücksichtsloseres Vorgehen im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie ist kaum vorstellbar”, kontert Jan Korte: “Der US-Präsident tritt die westlichen Werte, so es sie denn gibt, mit den Füßen. Die Bundesregierung muss alles tun, um diese schändlichen Pläne zu verhindern.”
Fabio de Masi erinnert daran, dass das Tübinger Unternehmen CureVac auch mit öffentlichen Geldern und dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut arbeite. “Ein Basar mit Donald Trump, wer den Impfstoff lizenzieren darf, ist daher völlig irre. Sollte ein Impfstoff verfügbar werden, ist dieser in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation allen Menschen zugänglich zu machen. Selbst die Regeln der Welthandelsorganisation bieten hierfür genug Spielraum, da es um höhere öffentliche Interessen geht. Unternehmen können für Entwicklungskosten entschädigt werden. Profite mit dem Tod über hohe Lizenzgebühren für Pharmaunternehmen sind krank”, so De Masi: “Wirtschaftsminister Altmaier hat angekündigt, dass notfalls kritische Güter zu verstaatlichen sind.” Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass keine Impfstoffe privatisiert werden, die auch mit Bundesmitteln entwickelt wurden.
“Angesichts der schnellen globalen Verbreitung des Covid19-Virus muss die Welt geschlossen gegen diese Krankheit vorgehen”, mahnt Heike Hänsel. Aus der Erforschung eines Corona-Impfstoffes dürfe “kein Milliardengeschäft gemacht werden, sondern muss angesichts dieser Pandemie, das Patent der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO zur Verfügung gestellt werden. Dafür muss sich die Bundesregierung einsetzen. Wichtige Gesundheitsforschung muss öffentlich stattfinden und darf nicht privatisiert werden.”
Quelle: Die Linke. im Bundestag

Auch interessant, was der Irre vom anderen Ufer des Atlantiks so alles von sich gibt. Die Illustrierte stern hat sich dafür interessiert und berichtet darüber. Der vielsagende stern-Artikel ist überschrieben: Der Präsident und das Virus: die wundersame Wandlung des Donald Trump

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