Wir-haben-es-satt – Demo am 19.01.2019 in Berlin

Dr. Tanja Busse kämpft für menschen- und tierwürdiges Dasein 

Als Abonnent und Leser der Wochenzeitung DerFreitag (Herausgeber und Chefredakteur Jakob Augstein) stieß ich in der aktuellen Ausgabe auf einen Beitrag der Journalistin und Autorin Tanja Busse, überschrieben mit

Symbiose von Landwirtschaft und Bienen, hier: Sonnenblumen für Insekten: Landwirt Helmut Grandjot (links) hat bereits vor einigen Jahren Blühstreifen angelegt. Neben ihm steht Imker Bernd Predak. – Blühstreifen werden von Landwirten angelegt, „um dazu beizutragen, dass sich die Lebensraum- und Nahrungsbedingungen für Insekten in der Agrarlandschaft deutlich verbessern“, sagt Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen. Foto: Novak/HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine

„Lasst Bauern und Bienen leben“

Die am 19. Januar 2019 stattfindende Demo-Veranstaltung in Berlin des Bündnisses „Wir haben es satt“ ist in  Ankündigungskommentaren in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF publik gemacht worden und wird, wie zu hoffen ist, nachhaltiges Interesse erregen.

Die Homepage von Tanja Busse zeigt u.a. den Lebenslauf der deutschen Journalistin und Autorin, die 2018 mit dem „Wertewandel-Preis des Deutschen Tierschutzbundes e.V. TiBU“ ausgezeichnet wurde. Sie selbst erkennt sich so: Aufgewachsen auf einem Bauernhof als Tochter einer Lehrerin und eines Landwirts. Bullerbü-Kindheit mit viel Getier und genügend Matsch, mit Büchern und Sport.

Das eher als links einzuordnende Blatt DerFreitag nimmt sich u.a. und fernab von Lobbyinteressen besonders der brennenden Themen unseres Daseins an. Für meine auf dieser Homepage vielfach veröffentlichten Tierschutzthemen passt auch DerFreitag Titel: „Lasst Bauern und Bienen leben“.
Ein Textabsatz in dem von Tanja Busse verfassten Beitrag, der sich mit dem CDU-geführten Bundeslandwirtschaftsministerium (Julia Klöckner) befasst, regte meinen politischen Geist zu der Publizierung in meinem Blog besonders an; deshalb habe ich ihn in der Textwiedergabe farblich gekennzeichnet. Dem DerFreitag verdanke ich die Möglichkeit, den Busse-Artikel aus der Ausgabe Nr.2 vom 10.01.2019 hier inhaltlich zu betrachten.

Hier der dem DerFreitag entlehnte Text (in Kursivschrift):

Tanja Busse würdigt die Wir-haben-es-satt-Demo

Lasst Bauern und Bienen leben

Wenn Menschen unter dem Motto Wir-haben-es-satt demonstrieren, denkt zunächst jeder, das muss sehr viel sein, denn fast jeder von uns normalen Bürgern hat ein Thema, was er satt hat.

Eine hierzulande weniger bekannte, bzw. fast nur in Tier- und Umweltschützerkreisen bekannte Organisation, die den schon verzweifelt klingenden Namen  „Wir-haben-es-satt“  trägt, ruft für den 19. Januar 2018 zu ihrer 9. Demo am Brandenburger Tor in Berlin auf. Das Anliegen  dieser gesellschaftspolitischen Vereinigung geht uns jetzt und in alle Zukunft alle an.  Ebenso nachvollziehbar für uns alle sollten wir die Themen tagtäglich annehmen, die da lauten:

  • Gesundes Essen für alle
  • Für Klimaschutz und Artenvielfalt
  • Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum
  • Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel
  • Für eine Digitalisierung ohne Konzerne und Datenklau
  • Für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte
  • Für Entwicklungszusammenarbeit mit ökologischen Grundsätzen
  • Für eine sozialgerechte bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform (GAP)
  • Nein zur neuen Gentechnik wie Crispr und Gene Drives  Für ein solidarisches Europa –
  • Geflüchtete willkommen

Tanja Busse leitet ihren Text vielsagend ein, in dem sie die Demogruppierung „Wir-haben-es-satt“ erklärt:

„Die Traktoren aus dem Süden sind vermutlich schon unterwegs, sie brauchen ja ein paar Tage bis Berlin. Dort treffen sich am 19. Januar Bäuerinnen, die der Schuldenspirale der Intensiv­landwirtschaft entkommen wol­len, mit Bürgern, denen Tiere, Natur und Umwelt am Herzen liegen.“ […]  

Dass es ausdrücklich Bäuerinnen sind, ist vermutlich der gefühlten größeren Leidensfähigkeit einerseits sowie der Durchsetzungsfähigkeit der Frauen gegenüber der scheindominierenden Männerwelt geschuldet, wenn es um Leben geht.

Wir sind viele! So ein weiteres Argument für den Einsatz der Bäuerinnen.

„Bäcker, Imker, Schweine­züchter und Naturfreunde gehen gemeinsam auf die Stra­ße – für gesundes Essen und gegen Agrarindustrie, für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen Gentechnik, für Kli­maschutz und gegen Konzernübermacht. Es ist die neunte Demo und längst ein rituelles Treffen für alle, die verstreut über ganz Deutschland an der Agrarwende arbeiten und dabei fühlen: Wir sind viele!“ […] .

Bauern und Bienen sollten leben können

„Wenn nun am kommenden Dienstag beim Agrarkongress des Bundesumweltministeriums diskutiert wird, wie ein neuer Gesellschaftsvertrag aus­gehandelt werden könnte, für eine Landwirtschaft, die Bauern und Bienen gleichermaßen leben lässt, dann haben die „Wir haben es satt“-Demonstranten dafür den Boden bereitet“. […] .

Bei Lidl Bioland, bei Aldi Neuland

„Längst hat die Bewegung die Agrarindustrie aufgeweckt: Lidl listet Bioland, lädt zum Nachhaltigkeitsdialog, Aldi verkauft Neuland-Fleisch, Supermärkte entwickeln Tierwohllabel und die Geflügelwirtschaft fragt Tierschützer nach dem Stall der Zukunft. Es geht nicht weiter wie bisher, diese Botschaft ist bei fast allen angekommen.“ […]

Berechtigtes Misstrauen gegenüber der Landwirtschaftslobby

Misstrauen ist begründet, wenn Interessenvertreter ihren Einfluss durchsetzen und aus Profitgier und Maßlosigkeit das Ministerium und ihre Führung zu immer neuen Kompromissen drängen. Vielsagend ist deshalb Tanja Busses weiterführender Text:

„Trotzdem deutet bislang nichts daraufhin, dass sich das CDU-geführte Bundeslandwirt­schaftsministerium für eine Agrarwende einsetzen wird. Das ist tragisch, denn 2019 wird in Brüssel über die Zukunft der EU-Agrarpolitik verhandelt.“ […] .

Bundesregierung beschließt und sitzt Beschlossenes einfach aus

„Dabei geht es gar nicht um revolutionäre Forderungen. Was die Wir-haben-es-satt-Leute for­dern, hat die Bundesregierung längst selbst beschlossen oder in internationalen Vereinbarun­gen unterzeichnet. Die UN-Nachhaltigkeitsziele, die Biodiversitätskonvention, das Pariser Abkommen, Tierschutz als Staatsziel – all das verlangt eine andere Agrarpolitik. Wenn 2019 die neunte Wir-haben-es-satt-Demo startet, dann ist es höchs­te Zeit für noch mehr Ungeduld.“

Wenn dann auch noch die EU-Agrarpolitik in Brüssel verhandelt wird, dann sollten Wählerinnen und Wähler nachdrücklich ihr besonderes Augenmerk auf die Parteien richten, die sich Tierschutz und der bäuerlichen Landwirtschaft nicht nur verbal auf ihre Wahlprogramme für die Wahl zum 9. Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 geschrieben haben.

Für die in der GroKo gefangenen Sozialdemokraten im Bund und in der EU wäre es wiederum ein weiteres Profilierungsfeld, mit dem sie bei den nächsten Wahlen punkten könnte.

„Wir-haben-es-satt“ trifft einen wunden Punkt in unserer Gesellschaft. Nur, das Bündnis „Wir-haben-es-satt“ allein kann es kaum richten.

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Tierschutz, Umwelt- und Naturschutz veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to Wir-haben-es-satt – Demo am 19.01.2019 in Berlin

  1. Alfons Maximini sagt:

    Na ja, Bullerbü gibts halt nur im Fernsehen. Alles andere ist keine Bauernhofromantik. Eine Volkswirtschaft wie Deutschland kann mit Bullerbü den Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten und Gütern auch nicht decken. Das heißt nicht, dass wir der Mast- und Schlachtindustrie frei Hand lassen, im Gegenteil hier muss der Aufschrei der Tier- und Umweltschützer lauter und entschiedener werden. So eine harmlose Demo wie“Wir haben es satt“ ringt den Schlachtbetriebsbossen und Landwirtschaftsfunktionären nur ein müdes Lächeln ab. Und die Plaudertasche, Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die eh niemand ernst nimmt, ist für die Agrarindustrie die beste Lobbyistin nicht aber für den Tierschutz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.