Marco Bülow tritt aus der SPD aus. Die Offenbarung des Johannes Kahrs

„Seeheimer“ Johannes Kahrs übt sich weiter als Totengräber der SPD

Warum ich diesen Blogbeitrag schreibe? Man muss Marco Bülow kennen, um noch ein überzeugendes Gesicht der SPD gesehen zu haben. Man darf getrost davon ausgehen, dass Marco Bülow nicht ohne Grund und tiefgreifende Überlegung den Parteiaustritt vollzogen hat.

Marco Bülow – Seit 1992 Mitglied der SPD – seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages – 2018 Parteiaustritt mit klarer Begründung. Foto: Ausschnitt aus TV-Video Kanal Phönix

 

Seit 2002 hat er ununterbrochen seinen Dortmunder Wahlkreis gewonnen, zuletzt 2017 mit 15 Prozent Vorsprung vor seinen Mitkonkurrenten von der CDU. Seine überzeugenden politischen Standpunkte haben die Wähler überzeugt.

Sebastian Puschner, Redakteur „derFreitag“ schreibt in der aktuellen Ausgabe 48/2018:

„Allein die Überschriften der Kapitel in Bülows langer Austrittsbegründung zeichnen ein realistisches Bild der SPD heute: „Mutlose Partei ohne klare Haltung; Absturz ohne Lerneffekt; Keine Eindämmung des Lobbyismus, keine Vision, keine Kapitalismuskritik, keine Alternative; Ungleichheit wird zementiert statt bekämpft“.

 

[…] Der Niedergang dieser Partei ist wüst – und unterhaltsam. Der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist aus der SPD ausgetreten und hat sie dabei schonungslos kritisiert. „Der Typ ist kein Verlust“, schreibt daraufhin Johannes Kahrs, einer der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, „eine ewige Ich-AG. Der hat mit der SPD noch nienix was zu tun gehabt.“ (!!!) Aziz Bozukurt, Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD, ließ daraufhin über Johannes Kahrs wissen: „Was für ein Armleuchter, dieser Rüstungslobbyist! Und da muss man nicht mal Bülow-Fan sein. Jemand, der die Fahrt dieser stolzen Partei an die Wand ewig mitbetrieben hat, will wissen, wer was mit der SPD zu tun hat. Könnte witzig sein, ist es aber nicht. Gar nicht. Idiot!“ […] 

Was sollte man anderes erwarten von dem unglaublichen und empörenden Typen, der sich selbst als „Sozialdemokrat“ sieht und einen in der Bevölkerung hoch angesehenen Sozialdemokraten auf übelste Art und Weise beschimpft. Wer stoppt diese Feinde der Sozialdemokratie? Wer sagt den Berliner Betonköpfen die Richtung, damit die SPD wieder erkennbar wird?

Wenige Worte; sie zeigen aber das Dilemma der SPD. Die gesamte Berliner Führung und auch viele aus den unteren Parteietagen sind nicht mehr in der Lage, gegen die Feinde der sozialdemokratischen Idee einzuschreiten.Was sollte man anderes erwarten von dem unglaublichen und empörenden Typen Johannes Kahrs, der sich selbst als „Sozialdemokrat“ sieht und einen echten Sozialdemokraten auf übelste Art und Weise beschimpft.

Als einflussreiches Presseorgan überschreibt  das „Das Handelsblatt“ am 27.11.2018:

Mit Marco Bülow verlässt ein Rebell die SPD

und weiter schreibt das Blatt:

„Zu offenen Diskussionen nicht bereit, ohne jeden Willen zur Erneuerung, dem Neoliberalismus verpflichtet, die Armut ignorierend, zum Karriereverein verkommen – die Attribute, die Marco Bülow der SPD zuschreibt, ließen schon lange Zweifel daran aufkommen, ob er in der Partei richtig aufgehoben ist.“

Marco Bülow: „Die Partei-Erneuerung ist zu einem Lippenbekenntnis verkommen“

Die zur Zeit hochgeschriebenen Erneuerungsabsichten der Berliner Parteiführung werden den Niedergang der SPD derzeit auf 14 Prozent nicht aufhalten; es sind nämlich nur wenig glaubwürdige Lippenbekenntnisse, wie es Bülow beschreibt.
Wenn nicht doch noch der ganz große Wurf kommt, wird das Niveau anderer europäischer sozialistischer Parteien von unter 10 Prozent auch das SPD-Ergebnis kommender Bundestagswahlen sein.

15 Jahre Agenda 2010 und Hartz IV.
Wer soll das ändern, angesichts der Mehrheiten im Deutschen Bundestags und der in „Seeheimer“ und Sozialdemokraten aufgesplitteten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands? 

 

 

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1 Antwort zu Marco Bülow tritt aus der SPD aus. Die Offenbarung des Johannes Kahrs

  1. Alfons Maximini sagt:

    Ich kenne Marco Bülow nicht, habe auch von Johannes Kahrs keine persönlichen Kenntnisse, deshalb fällt es mir schwer ein abschließendes Urteil abzugeben. Was ich kenne ist aber der Umgang mit gewählten Abgeordneten in einer Fraktion. Und da bist du schnell ein Outsider, wenn du nicht die politischen Meinungen von Fraktions- und/oder der Regierungsspitze vertritts. Andererseits als einsamer Wolf im Bundestag zu sitzen ist nicht gerade ein Wunschtraum. Da bist du völlig abgenabelt und für die Wähler kannst du gar nichts mehr erreichen. Aber das ist doch gerade der Sinn eines gewählten Abgeordneten etwas für die Gesellschaft zu tun – oder? Klüger wäre es doch der Stachel im Seeheimer Kreis geblieben zu sein.

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