Sind wir tatsächlich immer die Guten?

Nein, sind wir nicht!

Mathias Bröckers

Paul Schreyer

Mathias Bröckers und Paul Schreier lassen in ihrem Buch – „Wir sind immer die Guten“ – nur den Schluss zu, dass dem nicht so ist.
Das im Westend-Verlag erschienene Werk der beiden Journalisten lässt bereits im Buchtitel erkennen, dass es sich bei dem satirisch belegten Satz, „Wir sind immer die Guten“, um die mangelbehaftete Wirklichkeit handelt.

Sie stellen fest, dass trotz der massiven Suggestionen durch Regierungen und Medien die Bevölkerung sich als erfreulich unbeeindruckt zeigt, wie Forsa ermittelt hat.

In einer repräsentativen Umfrage vom April 2018 hat das Meinungsforschungsinstitut festgestellt, dass 94 Prozent der Deutschen gute Beziehungen zu Russland wünschen und nur 25 Prozent in Russland den Hauptschuldigen für die Verschärfung des Ost-West-Konflikts sehen. 50 Prozent der Deutschen halten laut Umfrage die USA für hauptsächlich schuldig am neuen Ost-West-Konflikt.
Und auch bei der Frage, wer die größere Gefahr für den Weltfrieden darstelle, Trump oder Putin, liegt der US-Präsident mit 79 Prozent in der Ungunst der Deutschen weit vorne.

Wer meine Blog-Beiträge verfolgt hat, kennt nun auch die Gründe für meinen persönlichen Argwohn gegenüber westlicher Außenpolitik im Allgemeinen und der US-Hegemonialpolitik im Besonderen. Es bereitet mir große Zufriedenheit, dass (freie) Journalisten sich dem westlichen Mainstream konfrontativer Ostpolitik entgegenstemmen und ihrem Beruf zur Ehre gereichen.

Fazit der Buchautoren
„Dass die von den Großmedien und der Politik veröffentlichte Meinung und die öffentliche Meinung der Bevölkerung derart auseinanderklaffen, müsste entweder zur Entlassung sämtlicher Spin-Doktoren in Ministerien, Think-Tanks und Redaktionen führen, weil ihre Storys über Russland als Reich des Bösen beim Publikum nicht zünden, das mittlerweile nicht mehr schaudert, sondern eher lacht, wenn schon wieder unsichtbare »russische Hacker« am Start gewesen sein sollen. Oder aber die gesamte Berichterstattung und die Außenpolitik selbst müssten sich ändern, um diese Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.“

Im inhaltlichen Zusammenhang mit dem Buchtitel „Wir sind immer die Guten“ nimmt das Ost-West Spannungsfeld, das durch die Ukraine-Krise bestimmt ist, einen besonders für Deutschland verhängnisvollen Verlauf. Die Buch-Vorbesprechung nennt die Gründe.

„Frieden wird es in der Ukraine nur geben, wenn der Status quo der Krim als Teil der Russischen Föderation zumindest provisorisch anerkannt wird (wie einst die DDR von der BRD) und den abtrünnigen Ost-Provinzen der Ukraine ein ebenso provisorischer Autonomie-Status zugesprochen wird. Dies bedeutet freilich, den von USA, Nato und EU betriebenen regime change und den geostrategischen Plan, der die Übernahme des russischen Marine-Stützpunkts Sewastopol und Nato-Kontrolle über das Schwarze Meer vorsieht, als gescheitert zu akzeptieren. Ebenso wie den Versuch, durch eine Assoziation mit der EU den zollfreien Handel und Wandel der Ukraine mit Russland abzuschneiden. Wer aus dem Bürgerkrieg in der Ukraine keinen globalen Konflikt machen will, muss an solchen Lösungen arbeiten, also die Ukraine nicht als nationalistisch-faschistoide Bastion gegen ein »Reich des Bösen« im Osten aufbauen, sondern als blockfreien Brückenstaat zwischen Russland und der EU.“

Ein Rückblick auf die Friedens- und Freundschaftspolitik von Willy Brandt wäre der erste Lösungsansatz. Wenn man bedenkt, dass 94 Prozent der Deutschen gute Beziehungen zu Russland (und vermutlich auch zu anderen Ländern dieser Erde) wünschen, könnte, nein müsste es das hehre Ziel sozialdemokratischer Erneuerungspolitik sein, Russland als erste Wahl guter Außenpolitik anzustreben.

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