Und wieder bleibt die Wahrheit auf der Strecke!

Auf ein Neues! Venezuela ist das nächste US-amerikanische Opfer

Der letzte Akt politischer und kriegerischer Einmischung des (amerikanisch/europäischen) Westens ist nach der Zerstörung Syriens und fast des gesamten Nahen Ostens noch nicht beendet und schon sucht die „freie Welt“ nach neuen Kriegsschauplätzen. Länder in Trümmern, wie man es aus dem 2. Weltkrieg kennt, ist das Ergebnis des Irrglaubens, anderen Ländern unter dem Deckmantel „Demokratie“ die angebliche Freiheit aufzuzwingen. Fragt sich, wessen Freiheit?

Und das Fatale: Auch Deutschland wähnt sich in die Phalanx der ach so demokratischen Staaten einordnen zu müssen. Ausgerechnet der sozialdemokratische Außenminister spielt das Lied der konservativen Säbelrassler und fordert ultimativ(!) Neuwahlen in Venezuela. Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich in der Venezuela-Frage besonders exponiert. Nachdem er der Maduro-Regierung zunächst ein Ultimatum von acht Tagen gestellt hatte, fordert er nun „unverzüglich“ Neuwahlen. Maduro fehle jegliche Legitimation, er sei nicht demokratisch gewählt; behauptet Maas!

Die Parlamentswahlen in Venezuela 2015 fanden am 6. Dezember 2015 statt. Sie wurden deutlich vom oppositionellen Parteienbündnis Mesa de la Unidad Democrática gewonnen, was als Erdrutschsieg gewertet wurde.

„Die Bundeszentrale hat die Aufgabe, durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.

Bei meiner persönlichen Recherche zu annähernd glaubwürdigen „Erzählungen“ über das politische Weltgeschehen, bin ich auf einen Beitrag der „Bundeszentrale für politische Bildung“ (bpb) vom 20. Mai 2018 gestoßen. Der Artikel der Bundeszentrale befasst sich kritisch und zunächst neutral mit dem Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl in Venezuela (nicht der Parlamentswahl), die von Nikolás Maduro mit knapp 68 Prozent gewonnen wurde.
Bei der letzten Parlamentswahl in Venezuela am 6. Dezember 2015 gewann das oppositionelle Parteienbündnis Mesa de la Unidad Democrática (blau) deutlich.

Im Rubrum des Artikels von der bpb heißt es:
„Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wurde bei der Wahl am 20. Mai 2018 als Staatsoberhaupt erneut bestätigt. Fast alle Oppositionsparteien boykottierten die Abstimmung, die sie weder als fair noch frei empfanden. Auch Vertreter anderer Staaten bezeichneten die Wahl als nicht demokratisch.“

Eine weitere glaubwürdige Quelle
ist ein Bericht in der Wochenzeitung DerFreitag vom 31. Januar 2019. Der Autor Jonas Holldack  hat seinen Freitag-Beitrag überschrieben mit  „Fahrt alle zur Hölle“.
Am Ende des ganzseitigen Artikels fasst der Venezuela-Kenner Holldack auf die Frage des Freitag-Redakteurs Sebastian Puschner zusammen:

Was wünschen Sie dem Land?
Erst einmal ist jede Einmischung von außen abzulehnen, da sie die Souveränität des Landes verletzt. Erkennt etwa Deutschland Guaidó an, ist das nicht mit internationalem Recht vereinbar und heizt den Konflikt an. Ideal wäre ein politischer Dialog zwischen beiden Seiten in Venezuela, denn die Krise ist so groß, dass sie keine Seite alleine wird lösen können. Ich meine eine Stimmung wahrzunehmen wie in Argentinien um die Jahrtausendwende: viele fühlen sich keinem Lager mehr richtig zugehörig, alle Politiker sollen zur Hölle fahren.

Jonas Holldack studierte Spanische Philologie sowie Lateinamerika-Studien an der FU Berlin. Er verbrachte seit 2007 mehr Zeit in Venezuela als in Deutschland, lebte zwischen 2011 und 2017 fest in Caracas und schrieb unter anderem für amerika21.de

Ein Nachtrag aus amerika21.de: 
„Mit als humanitäre Hilfe deklarierten Lieferungen von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Produkten des täglichen Bedarfs eröffnete die US-Administration indes die nächste Herausforderung der sozialistischen Regierung von Venezuela. Washington will dafür rund 20 Millionen US-Dollar für „Soforthilfe“ zur Verfügung stellen. Gegenüber den Milliardenschäden, die die USA der venezolanischen Wirtschaft mit ihren einseitigen Finanz- und Wirtschaftssanktionen auferlegen, unterstreicht diese kleine Summe den Charakter von politischer Symbolik. Dem Favoriten der USA im innervenezolanischen Machtkampf, Guaidó, werden weitere Insignien der Führung des Landes verliehen und an den Grenzen des südamerikanischen Landes die Kontrollen durch die offiziellen Behörden auf die Probe gestellt.“

Letzte Meldung: Auch Deutschland spendet 5 Millionen Euro im Sinne der o.g. 20 Millionen US-Dollar der US-Administration.

 

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2 Responses to Und wieder bleibt die Wahrheit auf der Strecke!

  1. Peter Kühn sagt:

    Ich meinte Geld beflügelt die Gier. Die Gier nach noch mehr Geld.

  2. Peter Kühn sagt:

    Venezuela ist so ein typisches Beispiel für die Ausbeutungsmarktwirtschaft der USA. Nach dem Motto: Nehmen macht seliger denn geben. Ein Land mit den größten Erdölreserven der Welt und die Bevölkerung muss Hunger leiden. Wie, wenn nicht durch Vetternwirtschaft und Korruption, ist dieses Land so herunter gekommen. Warum gewinnen immer die Bösen? Weil die Guten zu dämlich sind?! Mitnichten! Kapital gewinnt immer. Weil Geld eben Geld anzieht und Geld wiederum beflügelt.

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