Venezuela aktuell – die hanswurstige Außenpolitik Deutschlands wird offenbar

Selbsternannter „Präsident“ Juan Guaidó als Parlamentspräsident von Venezuela abgewählt

Ich erinnere mich, Sie vielleicht auch, als der deutsche Außenminister Heiko Maas in vorauseilendem Gehorsam (gegenüber Trump und Co.) nach Caracas reiste, um die Einreise des selbsternannten venezolanischen Staatspräsidenten Juan Guaidó vor dem berechtigten Zugriff der rechtmäßigen Administration beschützen wollte. Schon damals war mir klar, dass sich Maas mit Sicherheit mit dieser Aktion in die Nesseln setzt.

Wo er Recht hat, da hat er Recht! Als Entschuldigung seiner Ernennung darf man für Maas annehmen, dass er sich nicht selbst ernannt hat, wie beispielsweise der selbsternannte „Staatspräsident“ Guaidó. Bild: Screenshot ARD mittags magazin (mm) am 14.12.2018.

Albrecht Müller schrieb in den Nachdenkseiten vom 7. März 2019, was die Ausweisung des Deutschen Botschafters in Venezuela betrifft, führte zu einem treffenden Leserbrief des NachDenkSeiten-Lesers M.V., dem es um die Qualität der deutschen Politik, genauer gesagt um den Mangel an Qualität geht. Das wird in der Außenpolitik wie in der Innenpolitik zu einem großen Problem. Deshalb hier als Anstoß der Leserbrief:

„Der Stümper, der bei uns den Außenminister gibt, hat hier übrigens gerade der ganzen Welt deutlich gemacht, dass Deutschlands Wort in der Außenpolitik gerade noch zum Bettvorleger taugt und dieses bloß weil er ohne Sinn, Ziel und Verstand Luft durch Reden anwärmen wollte. Es kann doch wohl nicht angehen, dass man seinen Botschafter auf eine heikle Mission schickt ohne vernünftige Reaktionen auf jede denkbare Aktion der Gegenseite vorgedacht zu haben. Die Außenpolitik ist doch nicht der Spielplatz eines Kindergartens und Respekt kann man hier schnell verlieren und nur sehr schwer zurückgewinnen. Was glaubt eigentlich Herr Maas, was seine Kollegen nun von ihm denken? Mein Gott, ist das ein Saftladen! Mit freundlichen Grüßen M.V.“

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Die Bundespresskonferenz hat ihre Regeln. Wenn es was zu sagen gäbe, wird dennoch nichts gesagt. Bildquelle: Florian Warweg, Twitter, Redakteur RT DEUTSCH

 

Bereits am 18.12.2019 berichtete RT DEUTSCH von dem Korruptionsskandal, in den Guaidó verwickelt war und von dem die befragte Bundespressekonferenz (BPK) wiederum nichts wusste, wie das nebenstehende Bild offenbart.

Das Institut für Meinungsvielfalt & politischen Exorzismus
schreibt zum heutzutage gängigem kontrollierten Journalismus auf seiner Plattform Ub (wie Unbesorgt) Kritisches, das auch auf das sonderbare Gebaren der BPK zutrifft.

„Staatsjournalismus auf dem Vormarsch
Wenn es noch so etwas wie Meinungsfreiheit gibt im Land, dann gehören dazu drei Aspekte. Die Freiheit, eine Meinung zu haben, sie gefahrlos äußern zu können sowie – und das steht natürlich am Anfang – sich zunächst selbst eine bilden zu können! Letzteres gelingt umso besser und unvoreingenommener, je näher man dem Entstehungsort der Information kommt, was im Zeitalter des Internet deutlich leichter fällt als früher. Wer ein Ei beschreiben will, muss sich mit den Hühnern abgeben und sollte nicht einfach ein Omelett anstarren. Was für Eier gilt, gilt auch für Informationen aus der Politik, Wirtschaft und der Polizeiarbeit.“ Hier weiterlesen!

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2 Antworten zu Venezuela aktuell – die hanswurstige Außenpolitik Deutschlands wird offenbar

  1. Fred Kasel sagt:

    Hallo Egon
    Ich bin ganz deiner Meinung. Außenpolitisch hat Deutschland jeden Stellenwert verloren. Interessant ist auch, dass Venezuela ganz aus den Medien verschwunden ist. Ich hatte mir während der Krise die BPK in RT angeschaut; das war doch an Peinlichkeit nicht zu übertreffen.
    Fred

  2. Helmut Ayl sagt:

    Ja, Heiko, wärst du Justizminister geblieben. Ihr könnt jetzt von mir denken, was ihr wollt: Ich traure Sigmar Gabriel als Außenminister nach: Heiko mit seinem Zwinkerblick kann ihm das Wasser nicht reichen. Die nicht vorhandene deutsche Außenpolitik schädigt unser Land massiv: Ostseepipeline, Iran-Atom-Abkommen, Verhältnis zu Russland und China.
    Dann haut auch noch die Presse dazwischen: der TV-Kommentator Friedemann Diederichs erwähnt, das Stoltenberg nach Moskau reisen will, um aus NATO-Sicht mit Russland zu reden (endlich!). Im gleichen Satz verbietet er ihm aber, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das der Status quo betreffend die Krim hingenommen werden könne (oder müsse). Selbst gegen die Ostseepipeline hetzt der TV. Die weltweite Kriegsgefahr steigt. Was macht unsere Wirtschaft: sie schweigt. Nein, die derzeitige Außen- bzw. Weltpolitik nimmt Wirtschaftsinteressen tatsächlich nicht mehr ernst, die Wirtschaft kann aber nur florieren, wenn Friede und (faire) Handelsfreiheit herrschen. Dies gilt natürlich auch für das russische Gas, das wird seit Jahrzehnten zuverlässig und preiswert geliefert. Man kann nur hoffen, dass die letzten 200 km der Pipeline bald fertig werden. Vor Jahren haben wir alle gefordert, das Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft wiederherzustellen. So wie das jetzt läuft, haben wir es uns allerdings nicht vorgestellt.

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