«Wenn das die Bevölkerung herausfindet!»

Die Wahrheit ist der Feind der Kriegsherren, sagte schon Kurt Tucholski. „Fake News“ ist das Modewort für Lügen.

Corona beherrscht zur Zeit alles. In der ganzen Welt. Dabei werden andere schlimme Ereignisse in den Hintergrund gedrängt, was dem ein oder anderen Mächtigen dieser Welt sogar gefallen mag.
Es geschieht, dass Corona in die Verschwörerecke geschoben wird; gleichermaßen, wie man auch den Nahen Osten und aktuell den Bürgerkrieg in Syrien mit Verschwörungsbotschaften überzieht und die „eigene“ Wahrheit verbreitet. Diese uns vorgesetzte Wahrheit wird, und das tröstet ein wenig, hier und da als Staatslügen ans Licht gebracht.

Neue Züricher Zeitung (NZZ)
Die Neue Züricher Zeitung (NZZ) ist nicht irgend ein Provinzblatt, sondern zählt zu den sogenannten internationalen Leitmedien. Der konservative Stil der Zeitung hat ihr in Journalistenkreisen auch den Spitznamen «Alte Tante» eingetragen.

Die NZZ geniesst einen Ruf als Qualitätszeitung, steht aber häufig quer zu den hierzulande als Leitmedien stilisierten Blätter wie z.B. FAZ, WELT, Süddeutsche Zeitung (SZ) und weitere. Vor allem bei der Auslandsberichterstattung der NZZ werden Unterschiede zu den US-freundlichen deutschen und weiteren westlichen („Qualitäts-„) Medien deutlich. Sogar die Amis fürchen die NZZ.

Kurt Tucholski – er wäre heute 130 Jahre alt. Als Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker, Kritiker und Journalist spiegelt er das Gewissen linker sozialdemokratisch denkender Menschen und schrieb unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Das Foto  „Tucholski in Paris 1928“ stammt aus Familienbesitz. Sonja Thomassen, in Norwegen lebende Tochter von Lisa Matthias, der Geliebten von Kurt Tucholsky, hat das Foto unter GNU-FDL freigegeben.

Kurt Tucholskis Wahrheiten
Auch für den Bürgerkrieg in Syrien gilt die berühmte traurige Wahrheit: Am Anfang stand die Lüge! Man braucht nicht lange zu suchen, um diese These zu belegen. Wer „Krieg und Lügen“ als Suchkriterien in Google einstellt, erhält in 0,49 Sekunden 8.580.000 Ergebnisse.
Einfacher und gesichert ist es, Kurt Tucholski (1890 – 1935) zu folgen, der in einem Zeitungsartikel nach dem 1. Weltkrieg fünf Grundsätze über Kriege, Lügen und Halbwahrheiten geschrieben hat:

  1. Alle Kriegsherren haben einen gemeinsamen Feind: die Wahrheit
  2. Kein Volk ist besser oder schlechter als dein eigenes
  3. Jeder Krieg ist eine Niederlage. Denn Krieg vernichtet Leben
  4. Wer Kriege im Namen Gottes führt, ist stets des Teufels
  5. Es gibt weder gerechte noch heilige Kriege

In weiteren Verlauf  dieses Blogbeitrages ist Tucholskis These Nr. 1. mittelbar Gegenstand eines Beitrages in der NZZ. In seinem Aufsatz, so will ich das mal benennen, schreibt der Nahost-Redakteur der NZZ, Daniel Steinvorth in seiner kritischen Beschreibung des Bürgerkrieges in Syrien in einem mehr oder weniger zusammenfassenden Abschnitt folgendes:

„Nicht wenige sogenannte Experten haben sich auf solche «alternativen» Sichtweisen des Syrien-Konflikts spezialisiert. Wer die Last der Komplexität nicht erträgt und nach leicht verdaubaren Antworten Ausschau hält; wer ohnehin glaubt, die «Mainstream-», «System-» oder «Nato-Medien» würden mit der Wahrheit hinter dem Berg halten, wird im Internet schnell fündig. Unter Überschriften wie «Was in Syrien wirklich passiert» oder «Was verschweigen die Medien über den Syrien-Krieg?» werden dort Youtube-Videos beworben, die Aufklärung versprechen. Dass die Hintergründe des Konflikts hochexplosiv seien, deutet ein Mitschnitt eines Videos mit dem Schweizer Historiker Daniele Ganser an:«Wenn das die Bevölkerung herausfindet!»“

Der komplette Syrienbericht von Daniel Steinvorth.

Abgesehen von den mittlerweile angezweifelten Giftgasattacken der syrischen Armee – es ist nach wie vor umstritten, welche Bürgerkriegspartei für den Einsatz des Giftgases verantwortlich ist – bestätigt die Darstellung von Daniel Steinvorth meine Erkenntnisse, die ich auch aus mehreren Vorträgen und Büchern des Nahost-Kenners Michael Lüders (Wer den Wind sät – was westliche Politik im Orient anrichtet sowie Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte) und dem Frontbericht „DIE GROSSE HEUCHELEI – Wie Politik und Medien unsere Werte verraten) von Jürgen Todenhöfer gewonnen habe.

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