Energiekrieg – Die Sieger stehen schon fest

Deutsche Ausgabe der französischen Monatszeitschrift „Le Monde diplomatique“ publiziert die naheliegende Wahrheit über das europäische Energie-Fiasko

Pierre Rimbert (l), Journalist und Mathias Reymond, Wirtschaftswissenschaftler und Journalist. Wenn zwei Journalisten gemeinsam das Thema „Energiekrieg – Die Sieger stehen schon fest“ angehen, dann ist das mit Sicherheit als substantiell zu bewerten.
Bild: Montage von Screenshots

Es ist allzu leicht, den russischen Überfall auf die Ukraine als das Rechtfertigungsfeigenblatt für den gestörten Energieweltmarkt wie ein Banner vor sich herzutragen. Speziell Deutschlands „Vorzeigepolitikern“ ist es die willkommene Ausrede. Wer nun wirklich der/die Hauptverursacher des Energiedilemmas in Deutschland, Europa und in großen Teilen der restlichen Welt sind, haben zwei französische Journalisten, Pierre Rimbert und Mathias Reymond, bereits im Juni dieses Jahres die macht- und wirtschaftspolitischen Zusammenhänge beschrieben. Natürlich spielt auch der Ukrainekrieg in die fatale Situation hinein; die Hauptschuldigen sitzen aber an anderen Stellen.

Ein Beispiel als Leseprobe aus dem anspruchsvollen Bericht der Journalisten, der den Hauptverursacher direkt und indirekt nennt, zeigt folgender Abschnitt ihres umfassenden Artikels:

[…]. Am 7. Februar 2022 stellte US-Präsident Joe Biden im Beisein von Olaf Scholz klar, dass über die deutsche Energiepolitik in Zukunft in Washington entschieden wird und nicht in Berlin: „Wenn Russland einmarschiert, das heißt Panzer oder Truppen über die Grenze der Ukrai­ne fahren, dann wird es kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir werden das beenden.“ Man stelle sich vor, wie das Weiße Haus reagiert hätte, wenn Berlin bei einer Invasion im Irak gedroht hätte, eine großes US-­In­fra­struktur­projekt zu „beenden“.
Drei Monate nach dem Beginn der russischen Invasion tobt jenseits der Ukraine eine Schlacht um die Energie, bei der bereits absehbar ist, wer zu den Verlierern und wer zu den Nutznießern zählt. Europa und vor allem Deutschland gehören ohne Zweifel zur ersten Gruppe. […].
[…]. Noch vier Jahre nach der russischen Annexion der Krim widerstand Merkel dem Ansinnen der USA, Nord Stream 2 aufzugeben. Damals verständigten sich Berlin und Moskau darauf, ihre Gasgeschäfte und Infrastrukturen als rein kommerzielles Projekt zu definieren, um es so weit wie möglich vor den Unwägbarkeiten der Weltkonjunktur und der russlandfeindlichen Politik Washingtons zu schützen.“ […].

Eine weiterer Entblößung der falschen Politik zeigt auch der Standpunkt der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die mit ihrer offiziellen Verlautbarung folgende „strategische Überlegung“ von sich gibt: „Als Demokratien wollen wir die Welt von morgen gemeinsam mit Partnern gestalten, die unsere Vorstellungen teilen“. Und nannte dann als Energiepartner der Zukunft – neben den USA – drei weitere Musterdemokratien: Aserbaidschan, Ägypten und Katar.
Hiernach blieb den Journalisten nur noch die Feststellung, dass die moralischen Begründungen, mit denen die EU-Exekutive die Diversifizierung der europäischen Energieversorgung rechtfertigt, ähnlich fassungslos machen, wie Habecks nahöstliche Bittstellertour.

Lesen Sie hier den Vollartikel oder nutzen Sie das dem Artikel vorangestellte AUDIO

!!! Der Artikel ist kein Meinungsbeitrag; er beruft sich auf die in der Abhandlung mit Kopfnoten versehenen Quellen, die am Ende des Aufsatzes nachgewiesen sind !!!

Le Monde diplomatique (von ihren französischen Lesern als „Le Diplo“ bezeichnet) ist eine in Frankreich, Deutschland und mehreren anderen Ländern in den jeweiligen Landessprachen erscheinende Monatszeitung. Sie veröffentlicht ausführliche Analysen und Kommentare zu Themen aus den Gebieten internationale Politik, Gesellschaft und Kultur. Die deutsche Ausgabe erscheint in Zusammenarbeit mit der taz (tageszeitung)
Die politische Ausrichtung des Blattes gilt als linksliberal. Die französische Tageszeitung Le Monde ist indirekt verbunden mit der linksgerichteten Zeitung Le Monde diplomatique. (Aus Wikipedia)

Das vollständige Bild und zur Abrundung dieses Blogbeitrages sind auch die Vorgänge von größter Bedeutung, die zur Enstehung der europäischen und deutschen Energiekrise geführt haben. Die politische „Vergesslichkeit“ der handelnden Politiker verhindert zumeist, die Schuldigen zu entlarven. Deshalb muss man den hier verlinkten Bericht mit Text und Audio in das eigene Wissensspektrum aufnehmen.

Der Kampf um Europas Gasmarkt

Die USA wollen russische Erdgaslieferungen einschränken, um ihren eigenen Zugang zum europäischen Markt auszuweiten. Dabei bekommt Washington tatkräftige Unterstützung aus Brüssel. Russland orientiert sich energiepolitisch derweil immer stärker nach Osten.
Von Mathias Reymond

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Egon Sommer, Blogger und Administrator der Seite

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