Kevin Kühnert: Gerade erst strahlend am SPD-Himmel aufgetaucht und schon wieder erloschen???

Die Partei als Türöffner für Karriere oder, wie aus einem GroKo-Gegner ein GroKo-Versteher wird

Kevin Kühnert, der rebellischen Jung-Star der SPD beim Neujahrsempfang 2019 in Konz. Der politische Hoffnungsträger, der die große Koalition Angela Merkels mit seiner NoGroKo-Kampagne fast zu Fall gebracht hätte. sprach in Konz Klartext. Ortsvereinschefin Ute Walter hatte den Juso-Vorsitzenden eingeladen, weil er „klare Kante spricht“. Langer Applaus und begeisterte Pfiffe; die Konzer SPD ist offenbar bereit, mit Kühnert Richtung Zukunft zu ziehen – hieß es damals im Trierischen Volksfreund; und damit stand sie nicht allein. Foto: Egon Sommer

Es gab eine Zeit, noch nicht allzu lange her, da glaubte ich einen neuen Stern am SPD-Himmel leuchten zu sehen. Kevin Kühnert heißt der Mann, den ich als Hoffnungsträger der heruntergekommenen SPD sehen wollte. Die verbreitete Hinneigung für den jungen Mann ließ auch mich nicht unberührt.

Wie aus Saulus ein Paulus wurde; oder besser umgekehrt?
Einer der ganz wenigen Kenner der deutschen Sozialdemokratie, Albrecht Müller, Kanzlerberater von Willy Brandt und Helmut Schmidt, hat auch schon anfangs nicht die Euphorie verbreitet, wie sie in mir erwacht war. Seine persönlichen Erfahrungen gaben dabei wohl den Ausschlag.
Auch die zur Vorsicht mahnenden Stimmen in meinem persönlichen Umfeld habe ich eher überhört, als kritisch vorauszudenken. An anderer Stelle bemerkte Albrecht Müller:
„Falls Sie sich fragen, warum wir uns hier mit den Jusos beschäftigen: Die Antwort ist klar. Ich habe mit Ihnen eine Hoffnung verbunden. Und dann habe ich dummerweise geprüft, ob diese Hoffnung eine Basis hat und musste feststellen: Leider nicht.“

Was Müller unter Einflussagenten versteht, hat er in seinem Buch „Die Revolution ist fällig – Aber sie ist verboten“ beschrieben. Um den Begriff „Einflussagenten“ den Beigeschmack von krimineller Tätigkeit zu nehmen, hat er zur Entschärfung im weiteren Text die Umformulierung „Einflusspersonen“ gewählt, wobei jede Leserin oder jeder Leser selbst entscheiden kann, wie er selbst darüber denkt.
Was er in seinem aktuellen NachDenkSeiten-Beitrag von heute im Hinblick auf Kevin Kühnert veranschaulicht, ist im Zusammenhang  auf den SPD-Hoffnungsträger zu beziehen.

Meine doch seit 2018 und dann im Dezember 2019 etwas voreilig aufgebaute Erwartung, dass es in der SPD mit Saskia Esken und Nobert Walter-Borjans als Vorsitzende und dem erfrischend neuen Vorstandsmitglied Kühnert zur propagierten Erneuerung kommen könne, wich sehr schnell der Ernüchterung. Wie zur Zeit absehbar ist, kommt es höchstwahrscheinlich anders als man denkt. Ihn hat nun auch das Schicksal seiner Vorgänger im Juso-Amt ereilt, d.h., wer Karriere machen will, kann das nur mit der Mutter; leider ist die Mutter, für sehr viele Enttäuschte auf dem falschen Pfad.

Und die Zukunft der SPD?
Markus LANZ erhielt in seiner Talksendung am 8.102020 auf die Frage an Sahra Wagenknecht zu Rot-Rot-Grün die sinngemäße Antwort, … darauf gibt es doch überhaupt keine realistische Aussicht,damit, dass die SPD ausgerechnet Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten gemacht hat, hat sie sich bei 15 Prozent verbunkert.
Das sieht nicht nur Sahra Wagenknecht so.

Albrecht Müllers Résumé
„Wenn die SPD nicht endlich ihr friedenspolitisches und soziales gesellschaftspolitisches Profil wiedergewinnt, wird sie bei Wahlen im Keller bleiben und keine große politische Rolle mehr spielen. Der Einflussagent Kühnert hat offensichtlich auch dafür zu sorgen, dass dieser Ernstfall eintritt: die totale Bedeutungslosigkeit der SPD.“

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