„Slawa Ukrajini!“ – „Ruhm der Ukraine“! BlackRock Friedrich hat das ausgerufen

Kein anderer Bundskanzler hätte das getan; aber er hat seine Gründe

Merz wirft ein Auge auf die Ukraine – ganz wie der alte Arbeitgeber Blackrock es erwartet. Denn, für den Wiederaufbau der Ukraine hat der weltgrößte Vermögensverwalter sein Krakenarme bereits in die Arena ausgestreckt. Bei rund 12,5 bis 14 Billionen US-Dollar an Kundengeldern muss man ja das Geschäft weiter ausbauen. Was hilft da besseres weiter als ein Krieg?

Besser als die KI schafft das kaum jemand. Eine satirische Karikatur zu Friedrich Merz und seiner politischen Agenda zu zeichnen. Bild: KI generiert.

Ja, Friedrich Merz war von 2016 bis 2020 Vorsitzender des Aufsichtsrats von BlackRock Asset Management Deutschland. Und für BlackRock kann es wohl keinen besseren Protagonisten geben wie den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Und der hat es geschafft, sich an die politische Spitze eines der bisher stärksten Industrieländer hoch zu klettern, obwohl er als BlackRock-Manager wegen möglicher Interessenkonflikte und seiner Kontakte zur Finanzwelt in seinem politischen Umfeld als sehr umstritten galt.

Ein kurzer Satz, gepostet am 24. August 2026 auf dem offiziellen X-Account des Bundeskanzlers: „Slawa Ukrajini! Слава Україні!“. Dazu ein Video, in dem Friedrich Merz den Ukrainern zum 35. Unabhängigkeitstag gratuliert und den „brutalen russischen Angriffskrieg“ verurteilt. Alles ganz normal möchte man meinen. Ein Staatschef zeigt sich solidarisch.

Das Problem liegt hier nicht in der Solidarität, sondern bei den Interessen des Herrn Merz im Zeichen seiner früheren Verbundenheit zu BlackRock. Was passt da besser als die Symbolik. Denn „Slawa Ukrajini!“ ist kein harmloses „Alles Gute“ auf Ukrainisch. Ganz im Gegenteil, es ist die Vorbereitung des BlackRock Engagements zum Wiederaufbau der Ukraine.
Merz verwendetete den Gruß vor dem Hintergrund ukrainischer Vergangenheit.

„Investitionen in der Ukraine sind Zukunftsinvestitionen – auch für Sie“, ruft Bundeskanzler Merz Hunderten Firmenvertretern und Managerinnen im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin zu. Dort haben sich am Montag (15.11.2025) Politiker und Investoren zum 8. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum getroffen. An den Kremlherrscher Wladimir Putin fügt Merz über deutsches und europäisches Engagement in der Ukraine hinzu: „Wir lassen nicht nach, wir legen nach.“
Nach der Devise: Je mehr Zerestörung und Tote, desto größer die Investitionen und folgernd Gewinne.

Alles passgenau; nur merken es die wenigsten.

An anderer Stelle bei den Printmedien heißt es:
Doch wie groß die Rolle deutscher Firmen bei einem Wiederaufbau der Ukraine, dessen Finanzbedarf die Weltbank auf 542 Milliarden Dollar schätzt, sein wird, steht in den Sternen. Auch wenn in dieser Woche in Berlin Ver­tre­te­r:in­nen der Ukraine, der USA, Deutschlands und einiger EU-Staaten um Bedingungen für ein Kriegsende gerungen haben. Am Donnerstag soll die Frage entschieden werden, ob beim Finanzdienstleister Euroclear in Brüssel eingefrorene dreistellige russische Zentralbankreserven als Kredite an die Ukraine gegeben werden. Eine Frage, die im Falle der Nichttransferierung der Milliarden in die Ukraine laut Merz „die Handlungsfähigkeit der EU über Jahre beschädigen würde“.
Doch längst haben andere ein Auge nicht nur auf diese Milliarden geworfen, sondern auf die am Ende für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur benötigten Riesensumme: der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock mit Sitz in New York sitzt in den Startlöchern.

Blackrock soll Aktionsplan ausarbeiten

… weiter in vorgenannter Pressenotiz:

Die am 13. Juli 2026 zurückgetretene ukrainische Premierministerin Julija Swiridenko, die ursprünglich beim Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum an der Seite von Merz auftreten sollte, gab kurz zuvor bekannt: Mit Blackrock „wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, so schnell wie möglich einen Aktionsplan auszuarbeiten“, schrieb Swiridenko auf X nach einem Onlinetreffen mit Trumps Unterhändler Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Blackrock-Chef Larry Fink.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte am Montag den Deutschen in Berlin für ihre Unterstützung: „Ich schätze sehr, dass deutsche Unternehmen nach dem russischen Überfall unerschrocken geblieben und in der Ukraine geblieben sind.“ Doch auch er hatte zuvor von einem Treffen mit Fink berichtet.
Verwunderlich ist das nicht: Schon die Ampelregierung unter Olaf Scholz (SPD) musste die Erfahrung machen, dass die USA bereits unter der Regierung von Joe Biden beansprucht hatten, den Wiederaufbau der Ukraine durch Blackrock planen zu lassen. Das berichteten Vertraute aus dem Kanzler-Umfeld der taz seinerzeit. Selenskyj selbst sprach erstmals im Mai 2023 von einer möglichen Führungsrolle Blackrocks beim Wiederaufbau – spätestens da war der große bekannte Unbekannte im Spiel.

Wer nach all diesen offiziellen Verlautbarungen immer noch der Glaubwürdigkeit als auch der Ehrenhaftigkeit des deutschen Kanzlers Merz nachhängt, gehört wohl zu den ahnungslosen oder gleichgesinnten 13 Prozent der Bevölkerung Deutschlands, die den 87 Prozent Unzufriedenen, die jegliche Hoffnung auf gute Politik aufgegeben haben, gegenüberstehen. https://taz.de/Verhandlungen-ueber-ein-Ende-des-Kriegs/!6138230

(… und Merz ist immer dabei!)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Gesellschaftspolitik, Ukraine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert