Ukraine: «Über Ursachen nachdenken, ist keine Beschwichtigung»

Die Vorgeschichte des Krieges muss aufgearbeitet und Russland wieder die Hand gereicht werden, sagt Ex-EU-Kommissar Verheugen.

1. Alle Kriegsherren haben einen gemeinsamen Feind: die Wahrheit
2. Kein Volk ist besser oder schlechter als dein eigenes
3. Jeder Krieg ist eine Niederlage. Denn Krieg vernichtet Leben
4. Wer Kriege im Namen Gottes führt, ist stets des Teufels
5. Es gibt weder gerechte noch heilige Kriege
(Leo Tolstoi)
Dies zur Bewusstseinsstärkung bei den Verfechter der These von (kriegsverlängernden und kriegsverschlimmernden) Waffenlieferungen statt Diplomatie!

INFOsperber, NachDenkSeiten, TELEPOLIS (Heise), Rubikon und andere Nachrichtenplattformen sind als Gegenpole zu unseren leidigen Leitmedien unverzichtbar. Letztere berichten, wo und worüber berichtet werden soll; die erstgenannten Organe berichten zumeist über das tatsächliche was ist.

Günter Verheugen – * 28. April 1944 in Bad Kreuznach, ist ein deutscher Politiker (SPD), bis 1982 FDP). Er war in der Kommission Barroso I Vizepräsident der Europäischen Kommission und als EU-Kommissar zuständig für Unternehmen und Industrie. In der Kommission unter Romano Prodi war er für die EU-Erweiterung zuständig. Bild: Screenshot Phoenix, Text: Wikipedia

Der Titel dieser Blogerzählung entstammt der Schweizerischen Plattform INFOsperber und lässt den früheren EU-Komminssar Günter Verheugen (SPD) zu Wort kommen. Verheugen, bis 1982 Mitglied der FDP und wegen des Koalitionsbruches SPD/FDP zur SPD gewechselt, kann es sich heutezutage leisten, als EU-Berater das politische Geschehen mit seinen Ratschlägen zu unterstützen. Inwieweit ihm dort in der Ukrainefrage die nötige Aufmerksamkeit zugestanden wird, scheint bei Bewertung der EU-Politik mehr als hinterfragungswürdig. Gegenüber dem Presseportal der Tageszeitung Neues Deutschland (nd) widerspricht er der Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen, die den EU-Beitritt der Ukraine umgehend realisiert sehen möchte.
nd vom 04.04.2022:
„Der frühere EU-Kommissar und Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen sieht die Ukraine auf absehbare Zeit nicht in der EU. `Diese Diskussion ist ein Zeichen großer Hilflosigkeit. Man möchte gerne etwas tun und stellt deshalb etwas in Aussicht, was keine reale Grundlage hat´, sagte der SPD-Politiker gegenüber dem Debattenportal die-zukunft.eu und der Zeitung nd „.
„Ohne vorherige weitreichende Transformation, und die braucht Zeit, erfüllt die Ukraine keine einzige Beitrittsvoraussetzung. Ich will nur einmal daran erinnern, dass der Assoziierungsvertrag diese Transformation in Gang bringen sollte, aber bisher ist nicht sehr viel dabei herausgekommen“, so Verheugen, der für die Osterweiterung der EU zuständig war, den Medien.

Gerade das Thema „Ursache“, das viele Zeitgenossen, sei es aus Vergesslichkeit oder Ignoranz, nicht anrühren und/oder ansprechen wollen, ist Verheugens Thema.
Lesen Sie hier den Verheugen-Standpunkt bei INFOsperber
Bitte berücksichtigen: Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors – Keine

Horst Teltschick – Bild: Screenshot DW-Video

Die in Verheugens INFOsperber-Beitrag einbezogene Rede des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin anlässlich der Münchener Sicherheitskonferenz am 10.02.2007, und hier auch die damals besonderen verbindlichen Vorworte von Horst Teltschik, dem Leiter der Konferenz von 1999 bis 2008, sollte man zuhören. Dass Teltschik auch heute noch eine positiv differenzierte Wertung für das deutsch-russische Verhältnis pflegt, sollte man wissen. Und dass es fast ausschließlich die US-Amerikaner waren und immer noch sind, die eine enge Partnerschaft insbesondere Deutschlands und auch Europas mit Russland verhinderten, ist sowohl der US-ergebenen als auch westlichen Politik der europäischen NATO-Staaten anzulasten
Teltschicks Vorwort und Putins Rede sind im Verheugen-Beitrag und hier aufrufbar.

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1 Antwort zu Ukraine: «Über Ursachen nachdenken, ist keine Beschwichtigung»

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