Seehofer und Klöckner üben Tierschutzprofilierung

Tierschutz in Deutschland ist zum Schaudern und Entsetzen

Wie hängt die Milch mit Tierschutz zusammen? Wer die nachfolgenden Zeilen liest, wird den sehr unseligen Zusammenhang mit den schlimmsten Auswüchsen der Massentierhaltung in der Milcherzeugung kennenlernen. Des Profites wegen kennt die Brutalität der Eigentümer und deren Gehilfen keinerlei Skrupel.

Es wäre falsch, alle Tierhalter und Tierzüchter in die o.g. Kategorie einzuordnen. Fakt ist, dass die große Mehrheit den Tieren erträgliches Leben zubilligt, auch wenn am Ende das Schlachthaus steht. Aber auch hier beginnt dann die schlimmste Zeit für die Tiere, denn auch hier fehlt zumeist die staatliche Aufsicht über das Ende des Lebens der Tiere.

Seit einer Woche verfolgen mich Albträume und sorgen für unsägliche Wut über den Tierschutz in Deutschland. ARD und Süddeutsche Zeitung haben einen tierquälerischen Skandal, besser: ein tierquälerisches Verbrechen aufgedeckt, und das ausgerechnet im Musterländle Bayern. Die Tierrechtsorganisation Menschen für Tierrechte hat erneut zum Skandal im bayerischen Bad Grönenbach berichtet: Im aktuellen Newsletter nachzulesen und weitere Links zu Videos, mit denen den Behörden die skandalösen Tierquälereien gezeigt werden. Die zuständige Staatsanwaltschaft ist zum Handeln gezwungen.
Ich schreibe hier ausdrücklich mit dem Vorbehalt, dass das Anschauen der Videos starke Nerven erfordert. Man sollte aber wissen, was in unserem Land so vor sich geht.

Einer der größten Milchbauern Deutschlands steht im Verdacht, seine Tiere zu quälen. Recherchen von ARD und Süddeutsche Zeitung führten zu den grausamen Aufnahmen, wobei das hier abgebildete Eingangsfoto bereits im Hintergrund das Ausmaß der Brutalität zeigt. Foto: Screenshot ARD-Video

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Video zum selben Milchbauern aus dem Allgäu hat der SWR (Südwestfunk) am 10.07.2019 gesendet. In knapp 7 1/2 Minuten  zeigt der Sender die wohl hässlichste Seite der Milchproduktion. Das Entsetzen wird unendlich. Auch wenn es schwer fällt; um diesen Vorgängen entgegen zu treten, muss man sie kennen.

Zitat von der Seite „SWR >>AKTUELL“:

„Nach Recherchen des SWR-Politikmagazins „Report Mainz“, dem ARD-Magazin „Fakt“ und der „Süddeutschen Zeitung“ soll der Milchviehbetrieb Endres aus Bad Grönenbach im Allgäu seit Jahren gegen den Tierschutz verstoßen haben. Viele der 1.800 Kühe sollen schwer misshandelt worden sein.“

Weiter heißt es hier:

„Über mehrere Wochen hat die Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz in den Ställen des Betriebs gedreht. Die Aufnahmen wurden dann an „Report Mainz“ übergeben“

Wenn es um den entsetzlichsten und kreaturverachtenden Umgang mit den Tieren geht, sind mehrere Beteiligte im Spiel. Den für Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständigen Veterinärbehörden darf man wohl Versagen in allen Ebenen vorwerfen. Es könnte der Verdacht aufkommen, dass dieses Nichthandeln die Interessen der industriellen Fleischerzeugung stützen sollen.

Der Hammer im politischen Geschehen in Deutschland ist wohl die jüngste Auseinandersetzung der „Verantwortungsträger“ Klöckner und Seehofer.

  • Landwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) plant ein freiwilliges Siegel für jene Unternehmen, die für das Tierwohl mehr tun, als gesetzlich vorgeschrieben.
  • Das von Seehofer (CSU) geführte Innenministerium schlägt stattdessen eine verpflichtende Haltungskennzeichnung vor.

Und so ganz nebenbei, statt lautstark und nachhaltig aufzustehen, springt auch die SPD auf den Seehofer-Zug. Die SPD-Niedersachsen hat im Bundesrat eine Initiative für Seehofers Pflichtkennzeichnung eingebracht.

Ansonsten beherrschen die leeren Statements zum hochstilisierten „Tierwohl“ die Bundestagstribüne. Hier Beispiele aus der

SPD-Fraktion,

Bündnis 90/Die Grünen

und

Die Schlimmen aus CDU/CSU

Ins Grundgesetz hat man den Tierschutz als Staatsziel bereits 2002 geschrieben. Das umfassende Tierschutzgesetz ist im Jahr 2006 verabschiedet worden. Es droht Strafen an, die empfindlich sein könnten, wenn das Gesetz den Buchstaben entsprechend angewendet würde. Exekutive und Judikative reden sich regelmäßig wegen Überlastung (womit?) raus. Verstöße gegen das Gesetz werden meistens zufällig oder durch NGOs offenbart.
Was den Tierschutz angeht, gehören alle Parteien auf den Prüfstand.

Wer noch nicht genug hat über das Elend unserer „Nutztiere“ kann mehr zum Thema Missbrauch der Kreatur bei PETA Deutschland e.V. – erfahren.

 

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