Linke Sammelbewegung – Sarah Wagenknecht sorgt für Unruhe in den Medien

Die Idee ist alt – Team Sarah startet am 4. September 2018 zur linken Sammelbewegung  #Aufstehen

Die angesagte Erneuerung der SPD bleibt was sie ist, hoffnungslos ziellos. Derzeit 18 Prozent für die Sozialdemokraten sind die aktuelle Notfallgröße. Sozialdemokraten bleibt offenbar nur die Wahl, resigniert abzuwarten oder aufzugeben. Aufstehen im Sinne von Sarah Wagenknechts Sammlungsbewegung #Aufstehen ist die Alternative zu aufgeben.

Ehe Jeremy Corbyn, Chef der britischen Labour Party und Bernie Sanders, parteiloser, den Demokraten nahestehender US-amerikanischer Politiker, als Pioniere in ihren Ländern linkssoziale Sammelbewegungen entfachten, war Sarah Wagenknecht bereits auf dem ideellen Pfad angelangt. Hier wie dort scheiterten bisher die Wege zur Regierungsübernahme der Linken an der Uneinigkeit und an den parteilichen Empfindlichkeiten und Eitelkeiten.

 

Sarah Wagenknecht im Deutschen Bundestag. Foto: TV Bildschirmkopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Team Sarah ist seit geraumer Zeit der Auftaktslogan für die linke Sammelbewegung in Deutschland. Sich dieser Bewegung anzuschließen bedeutet keineswegs, aus der Partei auszutreten, der man angehört. Viel mehr geht es darum, das ermüdete Interesse an der politischen Standortpflege wieder zu erwecken und das Bewusstsein bei den Parteien, die allgemein immer noch als  „links“ angesehen werden, das Nachdenken anzufachen.   

Dr. Sarah Wagenknecht, Volkswirtin und Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag ist sich sehr wohl bewusst, dass bei jeglichem Ansatz ihrer Bemühungen für soziale Gerechtigkeit, wie sie sie sich vorstellt, ihr die Verfechter der gewollten Armut in die Arme fallen.

Klaus Staeck, Künstler und SPD-Mitglied. Foto: Aus WDR TV-Video

Klaus Staeck, SPD-Mitglied, Künstler und früherer Präsident der Akademie der Künste, sollte es besser wissen. Im Interview mit den Trierischen Volksfreund am 06.08.2018 begründet er seine Ablehnung gegen die Initiativbewegung #Aufstehen mit der entlarvenden Aussage, es sei ein Frontalangriff gegen die Sozialdemokratie. Für ihn ziele #Aufstehen hauptsächlich auf unzufriedene Sozialdemokraten. Wenn er nach dieser Aussage auch noch eine Aufzählung mit den Gründen für die Unzufriedenheit der Sozialdemokraten  hinzugefügt hätte, wäre ihm Beifall sicher gewesen und #Aufstehen auch für ihn ein geflügeltes Wort.

Es ist sehr vielsagend, wenn der Werner Kolhoff im Interview in seiner Eingangsfrage feststellt, dass der Name Klaus Staeck früher selten unter Aufrufen linker Initiativen fehlte. Sein „Auf keinen Fall“ klingt deshalb mehr als merkwürdig. Dass er im weiteren Verlauf des Interviews seine Gegenmeinung zu #Aufstehen präzisiert mit schon fast abwegigen Bemerkungen wie

„Diese Bewegung schwächt nicht nur die Sozialdemokratie – auch die Linke! Mag sein, dass es einige Sozialdemokraten gibt, die sich da anschließen. Die Dummheit auch auf Seiten der politischen Linken stirbt ja nie aus.“ 

schlägt das dem Fass, wie man sagt, den Boden aus. Staeck und die SPD-Spitze haben offenbar vergessen oder verdrängt: Seit 1998 sind der SPD weit über 10 Millionen Wählerinnen und Wähler abhanden gekommen. Wo sind sie nur alle hin???

Mehr über die Initiative von Sarah Wagenknecht hier: #Aufstehen .
Ihre realistische Sicht: „Solange die SPD an der Agenda 2010 festhält und auch die Grünen nichts wesentlich anders machen wollen als Frau Merkel, ist Rot-Rot-Grün kein attraktives Projekt.“

Die Etablierten werden nervös und zappelig.

Kaum ist die Idee geboren und schon werden die Etablierten zappelig. Johannes Kahrs, konservatives SPD-Mitglied holt auf dem Nachrichtensender ntv bereits zum Rundumschlag aus. Sein selbstgewähltes Motto zum Thema, Neue linke Sammelbewegung beginnt mit dem bemerkenswerten Inhalt: „Dieses Aufstehen ist eine Totgeburt“. Er und einige weitere SPD-Lautsprecher (darunter auch Oberparteisprecher Ralf Stegner) überschlagen sich in Abwehrtiraden.

„Aber für ein bisschen PR im Sommerloch scheint es zu reichen“, O-Ton Kahrs. Die Arroganz dieser Leute bringt die SPD noch näher an den Abgrund.

 

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