Bundespressekonferenz – Fake-Schmiede oder Beliebigkeits-Panoptikum?

Privater Verein tarnt sich mit fremdem Federn

Fragt man dazu Wikipedia, dann lautet die Erklärung:
„Die Bundespressekonferenz e.V. (BPK) ist ein als Verein organisierter Zusammenschluss hauptberuflicher Journalisten, die ausschließlich für deutsche Medien und ständig oder überwiegend aus Berlin und Bonn berichten. Nach dem Vorbild von Journalisten der Weimarer Republik ist ihr Ziel, Vertreter der Bundesregierung, der Parteien und Verbände oder einzelne Personen von bundesweiter politischer Bedeutung zu Pressekonferenzen einzuladen und zu befragen.“

Schon seit längerer Zeit ist meine Verwunderung immer wieder aufs Neue entfacht worden, wenn ich Informationen aus der brisanten Kochküche Bundespressekonferenz (BPK) über mich ergehen ließ. Diese Verwunderung steigerte sich immer häufiger in Verwirrung über die Abläufe in diesem „Theater“.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, das drängt sich förmlich auf und ist über weite Strecken und Verläufe der BPK die Quintessenz für angepasstes Berichtswesen der ebenso angepassten Leitmedien. Bildquelle: Florian Warweg, Twitter, Redakteur RT DE


Bis dato stand für mich fest, dass diese regelmäßige Veranstaltung vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung angeboten wird mit dem Ziel, die deutschen Medien mit sachgerechten Informationen zu bedienen, die einzig und allein die Standpunkte eben dieser Bundesregierung verdeutlichen sollten. Allein die Struktur des Frage- und Antwortspieles der beteiligten Akteure veranlasste mich bereits am 9. Januar 2020 zu einem Blogartikel, den ich damals mit Venezuela aktuell – die hanswurstige Außenpolitik Deutschlands wird offenbar überschrieben hatte. Als Illustration fiel mir damals die Geschichte mit den drei Affen ein, die trefflicher nicht sein konnte.

Es mag an meiner schlichten Denkweise liegen, dass die Namensgebung „Bundespressekonferenz“ bei mir den naheliegenden Zusammenhang für offizielle politische Bundesangelegenheiten herstellen sollte. Dem ist nicht so.

Florian Warweg und Boris Reitschuster – unbequeme Gäste der BPK
Wer noch an die Seriösität der BPK glaubt, sollte sich der Nachrichtenplattform NachDenkSeiten widmen. Hier kommen Kommentatoren wie beispielsweise Tobias Riegel zu Wort, die auch gegenüber den Mainstream der Großmedien zu agieren wagen.

Wenn Warweg und Reitschuster der BPK Fragen stellen
Besonders dann, wenn eher unbequeme Fragen den befragten Akteuren auf dem Podium begegnen, wird die Stimmung schwierig. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert und, sofern anwesend, seine Stellvertreterin Ulrike Demmer, sowie weitere vorgeschobene und für Antworten delegierte Regierungsmitarbeiter leisten es sich zu schweigen, ahnungslos zu tun oder auf bereits (nicht) gegebene Antworten zu verweisen.

Florian Warweg – als Außenseiter und subversives RT-Element gebranntmarkt, weil er unbequeme Frage aus dem Kreis erlauchter Journalisten stellt.

Ein klassisches Paradebeispiel zu meinem gewonnenen Standpunkt zur BPK ist wiederum eine bereits länger zurückliegende Fragestunde der Journalisten zum derzeit immer noch aktuellen Geschehen um den in britischer Haft festgesetzten Whistleblower Julian Assange. Was deutsche Leitmedien tunlichst unter der Decke halten, hat der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer geäußert. Angeblich, so Regierungssprecher Steffen Seibert, hatte sich die Bundesregierung noch nicht mit der Sache befasst.

RT DE hat sich mit der Sache befasst und Nils Melzerdie Plattform geboten. Die Mainstreammedien fanden Meldungen wichtiger, über Assanges Katze, sein Skateboard oder die angeblich von ihm mit Exkrementen beschmierten Wände der ecuadorianischen Botschaft zu berichten.

„Wenn es jedoch um einen ernsten Beitrag geht, der diesen Narrativ demaskieren und die Fakten aufzeigen will, dann haben sie daran kein Interesse“,
beklagt Melzer das Schweigen der Medien zu seinem Bericht.

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