Merkel telefoniert mit Putin und Lukaschenko

Maas brütet derweil und stattdessen an neuen Sanktionen

Nach Eskalation im Konflikt mit Belarus: Putin gibt Merkel einen Rat

Auch ein Blogger ist nur Leser und Zuhörer der täglichen Nachrichtenflut aus aller Welt. Er sucht sich das Angebot für seine Tätigkeit so aus, wie es ihm persönlich am nächsten liegt und am glaubwürdigsten erscheint.

Im anständigen Miteinander des Westens mit Putin (und auch Lukaschenko) wäre dieser in der Lage, im weißrussischen Einflussbereich eskalierend auf die unmenschlichen Ereignisse an der Grenze Belarus zu Polen einzuwirken. Er wird dies auch tun, wenn die EU auf Lukaschenko zu geht, statt mit immer wieder neuen Drohgebärden das Klima weiter zu vergiften. Bild: Screenshot Youtube-Video

Mit Sicherheit werden sich sehr viele weniger gut informierte Zeitgenossen vehement über die Tatsache erregen und kritisieren, dass der russische Präsident der noch „mächtigsten Frau der Welt“ – wie sie von den Medien hochstilisiert wurde – empfahl, mit ihrer telefonischen Bitte doch direkt beim weißrussischen Präsidenten anzuklopfen, er möge doch wegen der Flüchtlingsnot an der Grenze zu Polen einwirken.
Der Rat Putins an Merkel, wenn er denn so klang, wie es die Westmedien kolportierten, musste aber ins Leere laufen. Wie konnte so etwas gelingen, während doch der deutsche Noch-Außenminister wie schon so oft im sich überschlagenden Eifer, weiter die Sanktionstrommel rührt, statt Diplomatie zu pflegen, wie es sich für einen Bundesaußenminister ziemt.

Merkel spricht auch mit Lukaschenko
Während Angela Merkel in den letzten Tagen ihrer Kanzlerschaft durch Telefondiplomatie eine Lösung des Flüchtlingsproblems an der belarussisch-polnischen Grenze sucht, eilt ihr Noch-Außenminister feixend durch die US- und EU-Handlungsebenen und brütet neue Sanktionen aus. Der unsägliche westliche Hochmut kommt vor dem Fall. Dass die verschärften Sanktionen die andere Seite demütigen und so Verhandlungen massiv erschweren bis unmöglich machen, ist das letzte, woran der eifrige Maas denkt.
Angela Merkel betreibt zum Ende ihrer Kanzlerschaft das, was die Hauptaufgabe eines Außenministers ist – Diplomatie.

Losgelöst von allem auflagesteigerndem und zuschauerträchtigem deutschen Mediengetöse ist ein bisher weniger bekannter Name aufgetaucht, dessen Inhaberin höchste Aufmerksamkeit verdient.

Dr. Irmtraud Gutschke, Literaturkritikerin und Autorin mehrerer Bücher, hat Slawistik studiert; das Russlandthema liegt ihr am Herzen. Lange war sie Literaturredakteurin in der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“. Inzwischen arbeitet sie freiberuflich für mehrere Zeitungen und schreibt zunehmend zu brisanten politischen Themen. Bleibt nur noch die Frage: Wo findet man brisante und korrekte politische Themen? Auf den NachDenkSeiten (NDS)!

Die belarussische Flagge. Die Republik Belarus, im deutschen Sprachraum traditionell auch Weißrussland, ist ein osteuropäischer Binnenstaat (früher zur Sowjetunion gehörende), dessen Hauptstadt Minsk ist. Belarus grenzt an Litauen, Lettland, Russland, die Ukraine und Polen. Bild: Wikipedia (bearbeitet)

Der NDS-Gastbeitrag von Dr. Irmtraud Gutschke “ Belarus: Druck und Gegendruck“ (hier und in der Flagge verlinkt) räumt auf mit den Halb- und Unwahrheiten des Komplexes Weißrussland einschließlich des Flüchtlingdramas an der polnischen EU-Grenze. Die hiesigen Leitmedien könnten korrekt berichten; setzen aber den mehr oder weniger ahnungslosen Konsumenten ihrer Erzeugnisse nur das vor, was westlichem Interesse entspricht. Für besser informierte Bürgerinnen und Bürger ist das selbstredend. Die Wahrheit erfordert keine Medien-Storys, sondern eine andere, eine präzise Methodik.

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2 Antworten zu Merkel telefoniert mit Putin und Lukaschenko

  1. Alfons Maximini sagt:

    Ja – Egon, glaub wenig, hinterfrage alles. Auch die Anmerkungen von Albrecht Müller sind zu hinterfragen. Das aktuelle Elend und die Situation der Flüchtlinge zwischen Belarus und Polen sind eben nicht dem geostrategischen Geplänkel der USA, Nato mit Russland zuzuordnen. Sondern ganz allein zweier Diktatoren und Autokraten, die sich einig sind wenn es um die versuchte Spaltung Europas geht. Lukaschenko ist doch nur die erbärmliche Marionette Russlands, von deren wohlwollender Akzeptanz dieser schreckliche Autokrat abhängig ist und dicke Backen machen kann. Lukaschenko macht das was sein großer Bruder schon immer gemacht hat. Autoritarismus pur, Willkür, keine freie Presse, keine freien Wahlen und ein Rechtssystem dass jeden Kritiker/in für Jahrzehnte in den GULAG schickt oder gar mittels gelenkten Gefolgsleuten den aufkeimenden demokratischen Volkeswillen durch brutale Gewalt und Morde zu Schweigen bringt. Erdogan lässt grüßen. Und wir und die übrigen europäischen Demokratien müssen diesen Drecksäcken Zugeständnisse machen damit halbwegs Humanität gewahrt wird. Schlimm genug – dass so etwas notwendig ist.

    • Egon Sommer sagt:

      Meinen Blog kann man im weitesten Sinne und mit gutem Willen den „Sozial Media“ zuordnen, denn die Kommentarfunktion erlaubt und ermöglicht, miteinander zu kommunizieren und Inhalte auszutauschen. Dies nur zur Erläuterung, dass der Blogger zusätzlich zum Bloginhalt auch auf einen Kommentar antworten darf.

      Alfons Maximini hat, wie es nicht selten geschieht, spontan auf den aktuellen Blogartikel reagiert und vielleicht in der Erregung, die ja in seinem Kommentar erkennbar ist, exakt auf die allgemeine Berichterstattung durch unsere weniger neutralen Medien reagiert. Auch persönliche Abneigung gegen zwei „Autokraten“ (auch als „Diktatoren“ bezeichnet) Putin und Lukaschenko, sollte den Blick nicht eintrüben und somit fundamentale Tatsachen außer Acht lassen. Das gesamte Flüchtlingselend, das über Europa gekommen ist, haben weder Putin noch Lukaschenko verursacht. Bei Putin weniger ein Thema; bei Lukaschenko und Belarus ist ein Fluchtweg entdeckt und aufgemacht worden, den die verzweifelten Menschen erhofft haben, weil ihre Heimat den verbrecherischen westlichen Kriegshandlungen in den Flüchtlingsursprungsländern zum Opfer gefallen ist. Wer das bestreitet, sieht die eigene Sphäre als das Paradies der Guten und Gerechten.
      Dass hinter den Telefongsprächen Merkels mit Putin und Lukaschenko mehr zu finden, als unseren schlichten Gemütern zuzumuten ist, erkennt man nach dem Lesen des im Blog verlinkten leidenschaftslosen Artikel von Dr. Irmgard Gutschke: Belarus: „Druck und Gegendruck“. Merkels Telefondiplomatie könnte mehr erreichen als es die nächste Bunderegierung vermag. Dort wetzen die Grünen bereits die Säbel gen Osten. Machen wir uns auf Überraschungen gefasst.

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