Alexej Nawalny – Ein Yale-Fellow will Moskau regieren

Wer hat die längeren und stärkeren Krakenarme – CIA oder SWR?

Alexej Nawalny in den Fängen des CIA? Verschwörungstheorie? Oder, die Frage muss erlaubt sein, wozu diente das Stipendium Nawalnys an der Yale University in New Haven (Connecticut), eine der renommiertesten Universitäten der Welt? Jedenfalls ausreichend Zeit und Raum, um dem weltgrößten und einflussreichsten Geheimdienst der Welt, dem US-amerikanischen CIA, alle Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme zu eröffnen.

Wappen der SWR. In Russland betreibt der Auslands-Geheimdienst Sluschba Wneschnei Raswedki, SWR, das Geschäft der Außenaufklärung. Abbildung: Wikipedia
Wappen der C.I.A. – Zentraler Nachrichtendienst der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und Auslandsgeheimdienst – Central Intelligence Agency, CIA. Abbildung: Wikipedia

Was ist nun aber ein Yale-Fellow, von dem die Deutsche Welle (DW) in dem weiter unten verlinkten Artikel schreibt. Laut Wikipedia ist „Fellow“ im deutschen Sprachraum ein zu einer Wissenschaftseinrich-tung gehörendes Ehren- oder Gastmitglied, dessen Forschungstätigkeit zumindest teilweise von dieser alimentiert wird.
Und schon wieder muss man in die Vergangenheit zurückblenden, wenn Deutungen des derzeitigen Geschehens gefragt sind. Desweiteren darf man aus westlichen Erfahrungswerten dem CIA die längeren Krakenarme zuzuorden, die dieser auch ohne Rücksicht zum Beutefang einsetzt.
Kraken sind Kopffüßler bei denen das Gehirn im Kopf geschützt verborgen ist, während die Krakenarme mit mehr oder weniger Länge und Geschicklichkeit die Beute festhalten und ansaugen. Wobei wir sogleich beim Thema Beute wären.

Alexej Nawalny dürfte die zur Zeit wichtigste Person im politischen Westen sein und die lästigste im politischen Osten. Dass der russische Freiheitsheld die ganz besondere Person in Deutschland zu sein scheint, geht allein schon aus der Tatsache hervor, dass Bundeskanzlerin, Bundespräsident, Bundesaußenminister und viele andere des deutschen politischen Establishments, quer durch fast alle Parteien, einschließlich der ihnen wohlgesinnten deutschen Leitmedien, sich in tiefstem Mitgefühl für Nawalny ergehen. Dass darüber hinaus ein riesiges Investitionsprojekt von ca. 10 Milliarden Euro, genannt Nordstream 2, scheitern soll, wird hier nur am Rande erwähnt.

Die Wirtschaft spielt nicht mit
Die BASF-Tochter Wintershall Dea, der österreichische Wettbewerber OMV, der finnische Energiekonzern Uniper, der französische Konzern Engie, Gasunie aus den Niederlanden und last not least die niederländisch-britische Multi Shell sind die stärksten Einsteiger bei Nord Stream 2. Die 200.000 erforderlichen Röhren, von denen allein 41 Prozent aus deutscher Produktion stammen, sind bedeutender Bestandteil des Mammutprojektes. Wer von den Beteiligten, einschließlich Gazprom, will sein Engagement in den Sand gesetzt wissen und Zukunftsperspektiven in den Wind schießen?

Jedenfalls wird Nordstream 2 ab sofort weitergebaut; trotz angedrohter US-Sanktionen.

Alexej Nawalny, nach Definition der Deutschen Welle der „Yale.Fellow“. Foto: (aus 2011 cropped) Author MItya Aleshkovskiy

Wer ist überhaupt dieser Nawalny?
Warum dieser Mann sowohl Europa als auch Deutschland im Dauergespräch hält, kann man aus gewissen Tatsachen herleiten, wobei der längere Rückblick notwendig sein kann. Die Frage, wer ist Nawalny überhaupt, ist einerseits einfach, andererseits doch etwas komplizierter, als es der erste Blick erlaubt. Eine ebenso durchsichtige wie undurchsichtige Nachrichtenagentur ist die Deutsche Welle (DW). Sie hat bereits 2010 ein hochinteressantes Dossier zu Alexej Nawalny auf DW.com veröffentlicht, das der Öffentlichkeit sehr wohl zugänglich ist, aber zumindest in der westlichen politischen Welt möglichst nicht offen moderiert wird. – Ein Yale-Fellow will Moskau regieren – Der DW-Bericht besagt dann gleich im Rubrum, dass der russische Blogger und Oppositionspolitiker Alexej Nawalny 2010 an der US-Universität Yale studierte. Ziel dieses Studiums mit juristischem Hintergrund war damals, Nawalny die Befähigung zu vermitteln, in Moskau Bürgermeister zu werden. Die Yale-University biete hier u.a. Trainings für künftige Führungskräfte an, so die DW.
Ein Schelm, wer dabei an die einfühlsame Unterstützung des CIA denkt.

Mit diesem Wissen sind weitere Folgerungen und Fragen sehr naheliegend. Die Einflussnahme der USA auf andere Staaten dieser Erde, die nicht zur US-Einflusssphäre gehören, lässt auch im Falle Nawalny die Näherung zu, dass Russland in gleicher Weise als feindlich angesehen wird, weil es vollkommen autark und unantastbar ist. Russland militärisch in die Knie zu zwingen geht wegen des unüberschaubaren Eigenrisikos nicht. Aber eine Revolution bzw. Aufstände im Land anzufeuern (siehe Syrien, Ukraine, Venezuela u.a.), dürfte für die Amis zusammen mit ihrer getreuen Vasallenschaft der hinterhältige Weg zum Ziel sein.

Alexej Nawalny, der russische „Freiheitskämpfer“ hier, Julian Assange, der Verräter dort. Wenn unseren etablierten Politikern und Medienmachern der Unterschied zwischen einem zwielichen Aufrührer Nawalny und einem unerschrockenen Menschenrechtler Assange nicht mehr gegenwärtig ist, dann stinkt es zum Himmel.

In Zusammenhang mit dem Nawalny-Komplex und den tangierenden Geschehnissen ist der Leitspruch von Albrecht Müllers NachDenkSeiten wieder vollumfänglich anwendbar, der da lautet:

Für alle, die sich noch eigene Gedanken machen.

Es sollte dies und heute der letzte Beitrag in diesem Blog zum Thema Nawalny sein. Politik und Medien werden uns weiterhin mit Nawalny überfluten.


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8 Antworten zu Alexej Nawalny – Ein Yale-Fellow will Moskau regieren

  1. Alfons Maximini sagt:

    Heute Freitag, 12. Febr. 2021: Sergej Lawrow sagt in Richtung der europäischen Union:“ Wer Frieden will muss für den Krieg gerüstet sein“. Und er warnt die EU vor Sanktionen. Ein Diplomat und ein Relikt aus der Zeit des kalten Krieges. Mit diesen Menschen müssen wir nicht zusammen arbeiten. Es ist ja nicht das erste mal, dass Sergej die Gedanken Putins zum Besten gibt. Diese Menschen sind aus der Steinzeit gefallen. Nur das Russische Volk kann sich von diesen Despoten befreien.

    • Alfons Maximini sagt:

      Ich korrigiere mich. Lawrow sagte: „Wer Frieden will, der rüste sich zum Krieg“. Diese unverhohlende Drohung ist gegen die EU gerichtet. Der Kreml erklärte am Freitag, 12. Febr. 21, die Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen! Als gäbe es bei der Aussage etwas aus dem Zusammenhang zu reißen. Schurkendiktatur eben.

  2. Bernd Geippel sagt:

    Ja, nun, das macht es auch nicht besser. Entschuldigung, in Sachen Russland bist Du unverbesserlich.

  3. Alfons Maximini sagt:

    Egon – Nawalny ein CIA- ausgebildetes U-Boot? Da muss man schon ein Verschwörungsdenker sein, um die brutalen russischen Sanktionen gegen eben diesen Nawalny zu rechtfertigen. Hälts du denn den russischen Geheimdienst für so blöd, dass er jahrelang einen CIA Agenten in ihren Reihen duldete. Oder ist er vielleicht ein Doppelagent? Die Russen hätten ihn sofort und unprätentiös beseitigt. Das hätte kein Mensch gemerkt. Ist Putin etwa kein Nationalist? Das Russische Volk ist in der großen Mehrheit nationalistisch. Laut einem Beitrag in der SZ steht die überwiegende große Mehrheit des Russischen Volkes zur Armee, Präsident und dem Apparat der Sicherheitsdienste. Kein Wunder, hat die Nomenklatura seit Jahrzehnten ihrem Volk Angst vor dem Westen und seinen kapitalistischen Vasallen eingetrichtert. Aber Milliardengeschäfte wie die Gaslieferungen und den Bau von Nordstream 1 und 2, werden gerne mit dem verhassten Westen getätigt. Ich denke Nordstream 2 muss zumindest einem Moratorium unterworfen werden. Weitere negative und menschenrechtsverletzende Entwicklungen abgewartet werden. Die jetzigen Sanktionen der Europäer sind gerade zu lächerlich. Einer Handvoll hohen Funktionären werden die Konten und Finanzflüsse gesperrt. Das sind doch keine Sanktionen, das sind Peanuts. Die Frage ist, in welche energiepolitische Abhängigkeit begeben wir uns mit einem autokratischen Staat wie Russland? Klar jammern die Polen, Ukrainer und Balten, sie verlieren Millionen an Durchleitungsgebühren. Das sind nur monetäre und egoistische Argumente. Beteiligen wollten sie sich an dem Europäischen Projekt aber nicht. Die USA verhängten die Sanktionen gegen das Projekt nur aus Eigennutz. Die wollten uns ihr umweltbedenkliches Frackinggas verkaufen. Das brauchen wir auch nicht.
    Letztendlich sind Geschäfte und politische Verträge mit Staaten in denen ein Personenkult gepflegt wird wie in Russland, China, Belarus, Ungarn, Tschechien, Türkei, Saudi Arabien, Nordkorea, aber auch mit der USA unter Trump um nur einige zu nennen, sehr fragil.

  4. Christian Bock sagt:

    Was meiner Meinung nach immer mehr in den Hintergrund tritt ist eine – sagen wir mal – ausgewogenere Betrachtung. Es spitzt sich nur noch zu auf den Punkt für oder gegen Russland. Für oder gegen Putin. Vor allem auf den von Dir am Ende nochmal erwähnten Nachdenkseiten, vor allem bei Artikeln von Albrecht Müller. Und ich stimme nicht der These zu, dass dem lauten (Einheits)Chor des politischen und medialen Mainstreams pro Navalny eine ebenso klare Positionierung pro Putin entgegengestellt werden muss.
    Ich versuche hier mal eine andere Herangehensweise, aus meiner Sicht.
    Halte ich Nawalny für einen Hoffnungsträger? Eher nicht. Noch ein Nationalist an der Spitze eines osteuropäischen Nachbarland – vor allem im Größten! – braucht kein Mensch. Deshalb ist diese Unterstützung, z.B. durch unseren Laiendarsteller im Aussenministerium, zumindest mir ein Rätsel.
    Halte ich Putin für einen lupenreinen Demokraten? Auch eher nicht. Ich denke seine Verdienste für die russische Bevölkerung und die Welt liegen eher in den ersten Jahren nach der Ära Jelzin. Für das Schauspiel der letzten Jahre, z.B. die Verfassungsänderung, habe ich kein Verständnis. Wieder einer der glaubt, ohne ihn geht es nicht …
    Andererseits – abseits der Frage, wer für die Vergiftung zuständig ist – muss der Kreml einen Opositionspolitiker, oder von mir aus auch Querulant, oder „Einflussagent“ wie Nawalny aushalten? Auf jeden Fall. Die Woche war im Fernseher eine Frau, die sagte, sie sei nicht auf dieser Demo, um Nawalny als Person zu unterstützen, sondern weil sie für das Recht auch von Nawalny eintritt, öffentlich zu sprechen und Misstände anzuprangern. Sie habe Angst, dass bald niemand mehr für seine Rechte auf die Strasse gehen darf. Da kann man doch wohl nicht widersprechen.
    Brauchen wir gute Beziehungen zu Russland? Unbedingt. Nicht nur brauchen, sonder auch wollen.
    Brauchen wir dafür Nordstream 2? Die Frage ist aus meiner Sicht falsch gestellt. Die Frage müsste eigentlich lauten: Brauchen wir Gas? Wollen wir noch mehr CO2 in die Atmosphäre blasen? Warum haben wir die Gelder für Nordstream 2 nicht in erneuerbare Energien gesteckt? Dann würde sich die Frage US-Fracking-Gas oder russischen Erdgas vielleicht schon bald gar nicht mehr stellen.

  5. Bernd Geippel sagt:

    Jetzt versuchst Du wohl uns zu suggerieren dass Nalwalny ein Agent der CIA war oder ist. Ist dass jetzt eine Verschwörungstheorie oder ein weiterer Versuch Nawalny im Sinne Russlands zu diskreditieren? Die jüngste Aggression Russlands war die Brüskierung des EU-Aussen-Beauftragten durch Außenminister Lawrow. Während dessen Anwesenheit Dipomaten der EU auszuweisen war eine weitere Unverschämtheit Russlands. Ich kann nur hoffen dass Nord Stream 2 beerdigt oder zumindest eingefroren wird. Diese hätte niemals gebaut werden dürfen. Deutschland steht ziemlich alleine da in Europa. Sie ist eine Brüskierung Polens, der baltischen Staaten und vor allem der Ukraine.
    Weiter. Wenn das Dein letzter Beitrag zum Thema Nawalny war würde ich das in der Tat sehr begrüßen.

    Gruß Bernd Geippel

    • Egon Sommer sagt:

      – Antwort des Bloggers auf die Kommentare von Bernd Geippel und Alfons Maximini –
      Die heftigen Anstöße in den Kommentaren zur Begriffsverwendung „Verschwörungstheorie!“ (mit Ausrufezeichen) sind (waren) berechtigt. Ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen und hab dann nach genauerem Lesen meiner eigenen Worte und nochmaligem Hinsehen bemerkt, dass dort kein Ausrufezeichen stehen sollte, sondern ebenfalls ein Fragezeichen. Ich bin beileibe kein Freund von falschen Vermutungen, deshalb sollte dort im Zusammenhang mit dem ersten durch ein Fragezeichen abgeschlossenen Satz „Alexej Nawalny in den Fängen des CIA?“ auch nach „Verschwörungstheorie“(?) ein Fragezeichen stehen. Geschrieben ist nun mal geschrieben und den Protest sehe ich somit als gerechtfertigt an. Das von mir ersetzte Ausrufezeichen gegen ein Fragezeichen kollidiert dann auch nicht mehr mit dem Satz am Ende des Artikels „Für alle, die sich noch eigene Gedanken machen“.
      Zum Gesamteindruck meines Blogbeitrages und den geschriebenen Kommentaren nur so viel: Die manifestierten Erinnerungen und die aktuellen Informationsquellen entscheiden mit über die Inhalte.

      • Alfons Maximini sagt:

        Egon: Fragezeichen oder Ausrufezeichen, das macht den Bock nicht fett. Mach doch einfach das was Albrecht Müller zu seiner Maxime macht: Glaube wenig- Hinterfrage alles-Denk selbst.“

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