Aufstieg aus der Armut: Christian Baron im Deutschlandfunk Kultur

Christian Baron studierte Politologie, Soziologie und Germanistik. „Ohne fremde Hilfe wäre das nicht gelungen“, sagt er.

„Das Geld war weg, der Monat aber noch nicht zu Ende“: Nichts kann das Schicksal einer Hartz IV-Familie besser beschreiben. Diese Erfahrung hat die Kindheit von Christian Baron geprägt. In seinem ersten Roman „Ein Mann seiner Klasse“ erzählt er von Armut und abgestelltem Strom, von Alkoholismus und Gewalt.

Wer ist aber nun Christian Baron?
Das wusste ich nicht, bis zu dem Zeitpunkt, als ich im Rahmen einer Internetrecherche auf ein Interview mit dem Titel: „Aufstieg aus der Armut“ stieß. Dass der Deutschlandfunk-Beitrag überschrieben war mit „Ein Klassenverräter wie Gerhard Schröder möchte ich nicht sein“ machte mich hellhörig, stand dieser Satz doch im direkten Zusammenhang mit meiner Sorge um das Überleben der SPD. Überleben der SPD?

Christian Baron – Buchautor und Redakteur der Wochenzeitung „derFreitag“. Barons Buch: „Ein Mann seiner Klasse“ beschreibt nicht ganz ohne Bitternis aber mit großer Sachlichkeit eines Mannes, der es trotz seiner Hartz IV-Herkunft dennoch geschafft hat. Foto: Hans Scherhaufer

Sie wird nicht überleben, wenn es ihr, bzw. der neuen Führung Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nicht gelingt, das durchzusetzen, was mittlerweile aus purer Verzweiflung als „Erneuerung“ propagiert wird.

Stephan Karkowsky – Im Radiosender DLF-Kultur ist das Gespräch mit Christian Baron ein überaus sachlich-gefühlvoller Exkurs in die prekäre Hartz IV-Biografie eines Kindes bzw. eines herannwachsenden Menschen. Foto: Wikipedia, by Henrik Jordan

Das Gespräch zwischen Christian Baron und dem Radiomoderator Stephan Karkowsky ist ein Versuch, das Leben mit Hartz IV zu sensibilisieren.
Fern der These des heutigen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, der das Leben mit Hartz IV folgendermaßen beschrieb: „Hartz IV bedeutet nicht Armut; diese staatliche Grundsicherung garantiert jedem das, was er zum Leben braucht“. Das ist Zynismus pur und CDU-Erbe schröderscher SPD-Agenda-Politik.

Das Radiointerview zeigt mehr als alle offiziellen Erzählungen, was die Agenda 2010 und die daraus abgeleiteten Hartz IV-Gesetze angerichte haben. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sollte auf Biegen und Brechen den Weg finden, wieder aus der verhängnisvollen Ecke rauszukommen, die immer noch von Gestalten der SPD von vor 20 Jahren zugemauert ist.

Um in groben Zügen zu wissen, was in Christan Barons Buch „Ein Mann seiner Klasse“ zu Tage tritt; kann in der hier verlinkten Leseprobe nachempfinden was Hartz IV anrichten kann.  Kein Massenerlebnis, aber dramatisch und auch nicht selten.

Es war das zufällig aufgefundene Radiointerview, das mir den Zugang zu dem brisanten Thema unserer Zeit offenbarte.

Man prüfe den Gegensatz zu einer Aussage von Angela Merkel beim Leserforum der Ostsee-Zeitung am 13. August 2019 in Stralsund:

„Uns geht es nur gut, wenn es anderen gut geht“

Über alles wurde geredet, nur nicht über Hartz IV und die Folgen.

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1 Antwort zu Aufstieg aus der Armut: Christian Baron im Deutschlandfunk Kultur

  1. Lothar Rommelfanger sagt:

    Hallo Egon,
    ich habe das Buch gelesen und war emotional zutiefst berührt. Berufsbedingt hatte ich leider öfters das erleben müssen, was Christian Baron leidvoll in seinem Buch beschreibt.
    Auf Einladung eines Buchhändlers in Hermeskeil sollte dort eine Lesung mit dem Autor stattfinden, die leider „Corona-Bedingt“ ausgefallen ist.
    Am 17.05.2020 wurde in Landesart SWR in Portrait „Christian Baron …“ über ihn berichtet. Sehenswert.
    Ich freue mich, dass du das aufgegriffen hast. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in jeder Schule werden.

    Gruß
    Lothar Rommelfanger
    Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz

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