Der Nahostkonflikt und die Medien

Kann und soll man einen eindeutigen Standpunkt beziehen?

Über das hinaus, was unsere Alltagsmedien über den aktuell herrschen Konflikt im Nahen Osten berichten, kann ich mir fast ausschließlich aufgrund von Recherchen in speziellen einschlägigen Publikationen erarbeiten. Ansonsten ist es mir kaum möglich, die Vollständigkeit und Richtigkeit von Berichten und Kommentaren in den Medien auch nur annähernd einzuordnen. Die sogenannte deutsche Staasraison gegenüber Israel, die vom ehemaligen deutschen Botschafter in Israel Rudolf Dressler (SPD), von 2000 bis 2005, erstmals in einem Aufsatz manifestiert worden ist, wörtlich: „Die gesicherte Existenz Israels liegt im nationalen Interesse Deutschlands, ist somit Teil unserer Staatsräson.“ Dieser Satz bildet auch die Grundlagen der Berichterstattung deutscher Leitmedien.

Diese meine Anmerkung beziehe ich auf den dramatischen neuerlichen Ausbruch der feindlich zerstörerischen Kriegshandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Bevölkerung in Israel und Palästina, die wie ein plötzlicher Vulkanausbruch das dortige Gebiet überfielen.

Israel (grau) und Palästina (farbig) – Kaum ein Landstrich dieser Erde beschäftigt die Menschen so unsäglich nachhaltig, dass weder die beiden Staaten selbst als auch die UNO und der Rest der Weltgemeinschaft in der Lage sind, diesen Konflikt aufzulösen. Interessen und Parteinahmen behindern zudem den Friedensprozess. Selbst der Friedensnobelpreis von 1994 an den Palästinenser Jassir Arafat gemeinsam mit den Israelis Shimon Peres und Jitzchak Rabin löste die Spannungen nicht dauerhaft. Bild: TUBS/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
Der Kartenausschnitt zeigt den UNO-Vorschlag aus 1947 für das Zwei Staaten-Prinzip; er sagt mehr aus, als es verbale Beschreibungen vermögen, so eindeutig ist die Konfliktsituation. Die bisherigen Kriegserfahrungen mit den umgebenden arabischen Staaten machen es Israel unmöglich, die besetzten Gebiete ohne Friedensgarantien wieder preiszugeben. Bild: Furfur/Wikipedia

Wer vermag es, wertneutral Konflikte zwischen Menschen und Völkern so zu analysieren, um ein abschließendes Urteil über bestimmte aktuelle Geschehnisse zu erlangen.
Der plötzlich wieder aufgebrochene kriegerisch-militärische Konflikt in der von Beginn der Staatsgründung Israels andauernden und scheinbar unversöhnlichen Auseinandersetzung Israels mit der palästinensischen Bevölkerung ist ein Drama seit nun fast 75 Jahren der jüngeren Geschichte.

Erklärung für den plötzlichen Ausbruch dieser gegenseitigen katastrophalen Aggressionen werden aus allen politischen Richtungen als ungesicherte Information verbreitet. So eventuell auch ein Kommentar auf RT DE (Russia Today Deutschland). Kommentator Ivan Rodionov beschreibt das so:

Liebe Leser,
„was mit schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften am Tempelberg in Jerusalem begann, hat sich inzwischen zu einem handfesten militärischen Konflikt entwickelt. Auslöser der Proteste war der Beschluss eines israelischen Bezirksgerichtes, über 70 Palästinenser aus ihren Häusern im Jerusalemer Ortsteil Scheich Dscharrah zu vertreiben. Die Juden, die darauf Anspruch erheben, sollen das Land vor 1948 besessen und bebaut haben.
Das harte Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte gegen die palästinensischen Demonstranten sowie deren Weigerung, sich – wie von der Hamas gefordert – aus dem Gebiet um die Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem zurückzuziehen, nahm die islamistische Organisation in Verbund mit weiteren bewaffneten palästinensischen Gruppen im Gazastreifen am Montag zum Anlass, israelische Städte massiv mit Raketen zu beschießen. 
Den kompletten Kommentar lesen Sie bitte hier!

Auch die ARD hat in der Tagesschau vom 10.05.2021 über die bevorstehenden Zangsräumungen berichtet.

Ebenso hat der deutsche Auslandssender DW (Deutsche Welle) bereits am 08.05.2021 ausführlich über die Proteste wegen der drohenden Zwangsräumungen in Ostjerusalem berichtet.

Für mich als Blogger entzieht sich die ganze Wahrheit. Das wird sich letztendlich auch nicht ändern, wenn ich der wissenschaftlichen Konfliktforschung folge. Die Freie Universität Berlin, bzw. das dort angesiedelte Global Media Journal – German Edition in der Person von Prof. Dr. Carola Richter beschreibt eingangs das Problem der medialen Berichterstattung zu mit folgenden Worten:

„Wie beginne ich diesen Text, um mich dem Thema anzunähern, ohne gleich in alle Fallen zu treten, die die diskursive Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt bereithält? Schreibe ich über „Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern“, dann ver-individualisiere ich den Konflikt vielleicht zu sehr und vernachlässige die Strukturbedingungen. Dann vielleicht doch lieber „Konflikte zwischen Israel und Palästina“? Aber ist das nicht schon wieder zu abstrakt und überhaupt: ist „Palästina“ überhaupt eine (politisch) korrekte Bezeichnung oder ergreife ich damit schon wieder Partei und veranlasse einige dazu, den Text gar nicht mehr weiterzulesen? Je intensiver man sich mit der Problematik auseinandersetzt, umso komplexer wird sie – und das schon allein auf der Ebene der Terminologie.“


Die nachfolgend verlinkte, umfangreiche und mehr als anspruchsvolle Abhandlung über das im vorstehenden Absatz (fett gedruckt) von Prof. Dr. Carola Richter Geschriebene, bietet interessierten Blogbesuchern tiefere Einblicke in das israelisch-palästinensische Verhältnis aus der Blickrichtung deutscher Medien. Beim Lesen dieses Aufsatzes bestätigen sich meine Sichtweisen in den ersten drei Abschnitten dieses Blogartikels.
„Der Nahostkonflikt und die Medien“

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Ein Plakat der Nahost-Friedensbewegung: Die israelische und die palästinensische Flagge, dazwischen das Wort „Frieden“, oben in arabischer und unten in hebräischer Sprache. Vergleichbare Darstellungen wurden von unterschiedlichen Gruppen verwendet, die eine Zweistaatenlösung des Nahostkonflikts unterstützen. Bildquelle: Makaristos, Wikimedia

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