Schrecken und Entsetzen ohne Ende

ARIWA deckt auf: Massives Tierleid in Schweineaufzucht in Wollin

Nicht nur in Wollin (Brandenburg), im ganzen Land – mit angeblich christlich abendländischer Kultur – wird sich auch in den nächsten vier Jahren voraussichtlich nichts bis nicht viel ändern. Man hat ja die Gesetze gemacht; sogar das Grundgesetz hat man im Sinne des Tierschutzes ergänzt. Was sollen wir denn noch tun?

Warum diese Bilderreihe mit offenbar „glücklichen Tieren“? Die Einzelfotos sollen den Kontrast zu den vom schlimmsten Tierleid betroffenen „Nutztieren“ aufzeigen, wie sie von ARIWA in den am Ende dieses Blogartikels verlinkten Videos anzusehen sind. ARIWA schreibt im Vorspann: „Wer das Leid der Tiere mindern will, muss es für die Menschen sichtbar machen. Der Autor dieses Blogs verzichtet jedoch ausdrücklich auf die Schreckensbilder in der offenen Ansicht dieser Homepage. ARIWA warnt ausdrücklich: ACHTUNG – Diese Bilder können betroffen machen! Bild: E. Sommer, Montage aus Pixabay-Fotos

Ich bin mir sicher, auch eine andere (neue) Bundesregierung wird mit Tatenlosigkeit und Worthülsen das massive Tierleid nicht beenden, weil man ja als Legislative die Hausaufgaben gemacht hat. Aber wer soll es dann ändern???

Grundlage für den Tierschutz bildet das Grundgesetz, dem im Jahre 2002 der Artikel 20a hinzugefügt wurde. Es gibt da in unserem Land aber noch zwei weitere Staatsgewalten, die für die Umsetzung des Tierschutzes und für die Ahndung von Verstößen zuständig sein sollten.

GG Art. 20a
„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Zieht man nun auch noch das bereits 1972 verabschiedete, in 2006 neugefasste deutsche Tierschutzgesetz heran, dann stellt sich nur die Frage, wie es denn möglich ist, dass in unserem Land derart schlimme Zustände herrschen. Hier kommt die Executive ins grausame Spiel. Zuständig für den Tierschutz sind auf unterer Verwaltungsebene die kreisfreien Städte und Kreisverwaltungen, die, wenn man sich auch nur näherungsweise mit dem Tierschutz und den einschlägigen Gesetzen und Verordnungen befasst, vollkommen irrational sind. Ein bestes Beispiel für diese Verwaltungsmonstren ist z.B. die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes“ vom 9. Februar 2000, unterzeichnet mit
Der Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karl-Heinz Funke

Es ist hier und heute der elfte(!) Artikel in meinem Blog zum Thema Tierleid. Nachfolgend und passend zu dem Beitrag vom 25.10.2021, in dem der unrühmlichen (Noch-)Landwirtschaftsministerin Klöckner abschließend zu ihrer erbärmlichen Rolle eine besondere „Ehrung“ zuteil wurde.

Aber, es wäre unfair, allein ihr das Versagen und die Schuld am schwersten Unrecht im Zusammenhang mit Massentierhaltung und der damit zusammenhängenden Tierquälerei anzulasten.

Bundesminister für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von 1998 bis 2021

Keine(r) hat sich in ihrer (seiner) Funktion als Bundesminister(in) für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft mit Ruhm bekleckert. Sie bleiben allesamt nicht in guter Erinnerung. Erst die Arbeit der Tierschutzorganisationen wie z.B. hier ARIWA, haben den Fokus auf diesen Personenkreis gerichtet. Die Zuordnungen entsprechen der Reihenfolge im nachfolgenden Textblock. Bild: Montage des Bloggers aus Wikipedia-Fotos
Karl-Heinz FunkeOktober 1998 – Januar 2001SPD
Renate KünastJanuar 2001 – Oktober 2005B90/Grüne
Jürgen TrittinOktober 2005 – November 2005
(kommissarisch)
B90/Grüne
Horst SeehoferNovember 2005 – Oktober 2008CSU
Ilse AignerOktober 2008 – September 2013CSU
Hans-Peter FriedrichSeptember 2013 – Dezember 2013
(kommissarisch)
CSU
Hans-Peter FriedrichDezember 2013 – Februar 2014CSU
Christian SchmidtFebruar 2014 – März 2018CSU
Julia KlöcknerMärz 2018 – noch amtierendCDU

Hoffnung für mehr Tierwohl

Umbau der Nutztierhaltung gefordert

Irgendwo in Brandenburg: eine Schweineaufzucht. Die Tierschutzorganisation „Animals Rights Watch“ (ARIWA) hat auch dem ZDF diese Aufnahmen zur Verfügung gestellt, die in fast unerträglicher Art und Weise das Tierelend in Deutschlands Großställen zeigen. ZDF-Frontal hat den Film am 26.10.2021 ausgestrahlt. Es klingt schon fast wie eine Entschuldigung, wenn ARIWA auf ihrer Homepage schreibt:

„Wer das Leid der Tiere mindern will, muss es für die Menschen sichtbar machen. Mit sorgfältigen Recherchen, sachlicher Information und innovativen Aktionen engagieren wir uns gegen Verschleierung und Verdrängung – und für die Anerkennung von Tierrechten. Zur Aufklärung der Öffentlichkeit und praktischer Hilfe für Tiere in Not sind wir bundesweit mittels vieler Ortsgruppen aktiv.“

Wem am Tierschutz in Deutschland gelegen ist, sollte auch mal überlegen, in welcher Form er die ehrenamlich tätige Organisation ARIWA unterstützen kann.

Logo Initiative Transparente Zivilgesellschaft

„Erstmals veröffentlicht ARIWA Videomaterial von der Geburt von Schweinebabys. Diese Bilder sind tief bewegend und nicht weniger verstörend“, sagt Sandra Franz, Pressesprecherin von ARIWA.
Den tieferen Sinn des Videos und der Arbeit von ARIWA darf jeder für sich selbst beantworten, bzw. auf der Homepage von ARIWA nachlesen. Es muss nicht unbedingt die vegane Lebensweise sein, vegetarisch bzw. größtmöglicher Verzicht auf Fleischkonsum würden auch schon genügen.

O-Ton Sandra Franz, Animals Rights Watch:
In der Anlage waren viele Sauen mit blutigen Wunden an den Klauen, und diese Wunden waren teilweise auch schon entzündet. Und man hat gesehen, dass die nicht erst seit gestern bestehen.
Die Aufnahmen zeigen auch einen Ferkelwurf im Stall. Die Tiere sind mitten in der Nacht sich selbst überlassen.

O-Ton Sandra Franz, Animals Rights Watch:
In den letzten Jahrzehnten wurden die Sauen so gezüchtet, dass sie immer mehr Ferkel zur Welt bringen. Und eine Folge davon ist, dass viele schwache Ferkel und kleine Ferkel auch
zur Welt kommen, die es vielleicht nicht schaffen, sich direkt aus der Fruchtblase zu befreien, die es nicht schaffen, die Zitzen zu erreichen.
Ohne Hilfe sterben viele Ferkel bereits kurz nach der Geburt – das sind die Probleme der Qualtierhaltung.

Das gilt nicht nur für Schweine; auch Rinder, Schafe, Hühner, Gänse, Enten, Truthühner und alle weiteren Tiere. aus denen man Nutzen schlagen kann.

SPD, Grüne und FDP werden voraussichtlich nichts besser hinterlassen, als alle vorherigen Täter es belassen haben.

Die, die bald regieren wollen, haben bisher dazu wenig gesagt – im Sondierungspapier nur zwei nichtssagende Sätze,
Zitat:
„Wir wollen
(Anm.: statt „wir werden“) die Bäuerinnen und Bauern darin unterstützen, die Nutztierhaltung tiergerecht umzubauen. Für Transparenz beim Einkaufen soll eine Haltungskennzeichnung sorgen.“

Als wenn es bei der Massentierhaltung nur um Bäuerinnen und Bauern gehe, wird hier das große Unwesen durch die verdammte industrielle Fleischbeschaffung einfach nicht beim Namen genannt.

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