Deutschlandfunk Essay und Diskurs „Das Zeitalter der Clowns“

Clowns als Staatschefs verwandeln ihre Länder in grausige Zirkusse

„Die Clowns kapern die Politik und die Politiker agieren wie Clowns. Wir leben in einer Ära der politischen Clownerie, meint der Autor Torsten Körner: Aus der Downing Street sei längst die Clowning Street geworden und das Weiße Haus zur Kulisse einer absurden Fernsehshow mutiert.“

Boris Johnson, britischer Premierminister, der seine Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich zum Austritt Großbritaniens aus der EU verführte, kann als Beispiel des politischen Clowns dienen. Sehr treffend ist auch der vergangene US-Präsident beschrieben, der das „Weiße Haus zur Kulisse einer absurden Fernsehshow“ werden ließ. Photo: by Jannes Van den wouwer on Unsplash

Die verbale Kurzbeschreibung des Deutschlandfunks (DLF) zur Einleitung seiner sonntäglichen Sendung „Essay und Diskurs“, heute Morgen, Sonntag 24. Januar 2021, war für mich zunächst nicht als wissenschaftlich literarisches Thema zu erkennen. Schon der Anfang ließ mich aufhorschen, beschrieb man doch exakt, die Todesstunde des früheren rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu, der von Offizieren der rumänischen Armee erschossen worden war. Ein Arzt soll mittels eines Stethoscops den Tod festgestellt haben.

Am Ende der Sendung, nach ca. 29 Minuten – Audio, kann man mit Fug und Recht sagen, nun fast alle Clowns als Staatschefs zu kennen, die teilweise auch die Bezeichnung „Mörderische Clowns“ verdienen. Der Text kann der Sendung kann auch gelesen und hier herunterladen werden.

Diesen Blogbeitrag möchte ich wegen seiner vielfältigen Aufzählung dessen, wo überall sich die Clowns dieser Welt berufen fühlen, ihr Volk zu regieren bzw. zu beherrschen, als eine halbe Stunde politische Bildung im Sinne von Erkennen der eigenen Lebenswelt verstanden wissen. Manchmal sollen sie auch vom Volk gewählt sein. Nach dem Abenteuer Trump ein Verständnisgewinn, warum die Welt so ist wie sie ist.

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2 Antworten zu Deutschlandfunk Essay und Diskurs „Das Zeitalter der Clowns“

  1. Alfons Maximini sagt:

    Wer in den letzten zwei Jahren die Bücher über diesen Psychopaten gelesen hat, konnte früh ahnen wohin das führen würde. Eine Teil-Biographie seiner Nichte, Mary L. Trump, offenbarte die machohafte, frauenfeindliche und narzisstische Erziehung v.a. durch seinen Vater. Aber auch seine Mutter, die ihrem Mann absolut untertan war, konnte ihren Sohn Donald nicht zu Toleranz, Mitgefühl oder zu einem sozialaffinen Menschen erziehen. Die Nichte Marylin Trump enthüllt in ihrem Buch: „Zuviel und nie genug“, die dunkle Seite der Familie Trump. Bereits im Amt, beschreiben die Investigativ-Journalisten der Washington Post den Präsidenten als unbeherrschten, ungeduldigen und gefährlichen Mann an den Schaltern des Atomkoffers. Selbst sein gefeuerter Sicherheitsberater und ein Falke, John Bolton, beschreibt in seinem Buch: Der Raum, in dem alles geschah“, die Exzesse im Oval Office oder in den Bunkerräumen des Verteidigungsministeriums. Selbst ausgebuffte Falken in den Militärs mussten sich vor den Schmähungen und Hasstiraden dieses Mannes ducken. Unglaublich. Und wer bis dahin noch hoffte, dass der Präsident sich mit seinem Amt normalisiere, konnte sich mit der Lektüre des bekannten und ausgezeichneten Journalisten der Washingten Post, Bob Woodward, eines Besseren belehren lassen. In einem mehrere hundert Stunden geführte Interview mit Trump, beschreibt Woodward, die krankhafte und narzisstische Seite dieses gefährlichen Mannes. Und alle kuschten, vor allem viele europäische Staatenlenker, Wirtschaftsbosse und Lobbyisten. Wenn ich noch daran denke, als in den ersten Amtsmonaten die Deutschen CEOs, zu vorderst Jo Kaeser von Siemens, wie Kaninchen an dem großen Konferenztisch saßen und demütig und duckmäuserhaft Trump’sche Wirtschaftssanktionen befürchteten. Schlimm! Ein Albtraum. Solche Wirtschaftsbosse müssen weg vom Fenster. Sie verbünden sich mit dem Teufel, nur um ihre wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Ich habe mich damals geschämt ein Deutscher zu sein.

  2. Peter Trauden sagt:

    Clowns als Staatschefs wäre ja für sich genommen nicht der schlimmste Fall politischer Irrwege. Wenn aber aus dem Clown ein „bösartiger“ wird, dann bewegen wir uns an Abgründen. Einer dieser Abgründe hat sich aufgetan, als ahnungslose bis hoffnungsvolle amerikanische Bürgerinnen und Bürgern Donald Trump zum Präsidenten der angeblich größten Demokratie dieser Erde wählten.
    Donald Trump wurde in den vier Jahren seiner Präsidentschaft von der internationalen Journaille mit etlichen Attributen belegt. Vom Irren bis zum bösartigen Dämon war so ziemlich alles dabei. Ein Charakterzug dieses Mannes aber wurde mir etwas zu wenig herausgestellt, etwas, das eigentlich ins Auge springen musste, wenn man die Geschehnisse des schändlichen sechsten Januars am Kapitol zu Washington Revue passieren lässt.
    Da stellte sich Trump vor den von ihm herbeigerufenen Mob und hielt über eine Stunde lang eine Rede, die in der Aufforderung gipfelte, das Kapitol zu stürmen. „Ich werde bei Euch sein!“ rief er der geifernden Menge zu. Durch die Ansage bestärkt, setzte diese sich dann in Bewegung. Das Ergebnis war der von vielen Amerikanern so empfundene schändlichste Tag in der Geschichte der USA. Das Kapitol verwandelt in eine Räuberhöhle, die Polizei völlig überfordert, Tote und Verletzte auf beiden Seiten und vor Verachtung triefende Handyaufnahmen aus den Büros der Abgeordneten. Trumps „Garde“ hatte triumphiert.
    Aber wo war er, der Held, der „bei ihnen sein“ wollte?
    Der hatte sich sofort nach seiner Brandrede ins Weiße Haus verkrümelt, von wo er via Fernseher betrachten konnte, was er da angerichtet hatte. Stunden nach dem Sturm rang er sich zu einer öffentlichen Erklärung durch, in der er (viel zu spät) zur Friedlichkeit aufrief, aber dieses Pack dennoch zu seinen Freunden erklärte, die etwas „ganz Besonderes“ seien.
    In den Tagen danach kam dann die 180-Grad-Wende: Erkennend, dass das Ganze für ihn persönliche Konsequenzen haben könnte, erklärte er dieselben Leute nun zu Verbrechern, die eigentlich „keine richtigen Amerikaner“ seien. Sie müssten zur Verantwortung gezogen und hart bestraft werden.
    Was hat uns das gezeigt?
    Dieser Mann, der sich selbst zum Helden stilisierte, der alles besser wusste, alles besser konnte und alles besser machte, erwies sich schlussendlich als das, was er eigentlich schon immer war – ein kleiner, erbärmlicher Feigling.
    Für etliche derjenigen, die für Ihren Messias-gleichen Anführer nun in den Gefängnissen sitzen, muss das wie ein Schlag mitten ins Gesicht wirken. Aber das ist nun mal der Preis, den man zahlt, wenn man sich eine bösartige, verkommene Witzfigur zum Anführer kürt.
    Bleibt nur zu hoffen, dass Trumps politische Geiseln in der republikanischen Partei ihre Scheuklappen ablegen und nun mit dafür sorgen, dass so ein Albtraum nie wieder über ihr Land kommt.

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