Deutschlands Grüne sind … , ja was denn?

Robert Habeck, Annalena Baerbock, Katrin Göring-Eckhardt, Jürgen Trittin, Joschka Fischer, Marie Luise Beck,  Rebecca Harms, Reinhard Bütikofer und viele andere Grüne; mir graut vor euch!


Heute sind die Grünen dran. (Dass mir, und wahrscheinlich auch vielen anderen Menschen im Land auch vor vielen Parteischrunzen anderer Parteien graut, ist selbstredend.)
Dass ich mal allen Ernstes diese Sätze schreiben würde, war zur Zeit der Grünen-Anfänge  für mich undenkbar. Bis vor wenigenen Jahren hat sich meine kritische Sichtweise auf die Parteien und deren politische Wandlungsfähigkeit „gewendet“; zu groß sind die Widersprüchlichkeiten mittlerweile gworden. Die 1980 in Berlin gegründete neue Partei war mir zumindest gedanklich mit ihren Leitprinzipien grüner Politik ein Hoffnungsbild für ein neues politisches Aufbegehren für die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.

Bleibe ich doch bei den Grünen, die besonders in ihren außenpolitischen Äußerungen und Vorstellungen meine Verachtung herausgefordert haben.

Kein Zweifel: Den außenpolitischen Vogel der aktuellen Diskussion schoss in der Tat die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt ab, als sie sich gegenüber Zeitungen der Funke-Medien-Gruppe, hier im stern äußerte.
Besonders die Anwürfe gegen den Ex-Bundeskanzler Schröder stehen dabei im krassen Widerspruch zu der politischen Freundschaft der Grünen zur ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright, der zu den 500.000 im Irakkrieg getöteten Kindern nichts schlechteres einfiel als die haarsträubende Antwort auf die Frage, ob »die Sanktionen den Preis der halben Million toter Kinder „wert“ seien: „Wir meinen, dass sie den Preis wert sind.“

Und diese „Freundin“ des ehemaligen Bundesaußenministers Joschka Fischer ist nun der Stargast des Bundesparteitages der Grünen vom 20. bis 22. November 2020 in Karlsruhe. Wenn der frühere US-Präsident Jimmy Carter, wie in einem politschen Statement geäußert, eingeladen worden wäre, wäre das ein versöhnliches Zeichen gewesen. Stattdessen die Ablösung Gerhard Schröders, als der für Nordstream 2 verantwortliche Aufsichtsratschef von Rosneft zu fordern, ist purer Opportunismus, weil dies derzeit eben mehrfach politisch gefordert wird. 

Ich mach es mir wieder mal einfach und verweise auf einen Artikel der NachDenkSeiten, (NDS)  Menschenrechts- und Friedenspolitik müssen zusammen gedacht werden“– in dem Stefan Herbst, ehemals Menschenrechtsreferent der Missionszentrale der Franziskaner und Mitglied im Koordinierungskreis des Forum Menschenrechte, massive Kritik an den Grünen und deren Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Frontfrau Katrin Göring-Eckhardt im Besonderen, übt.
Stefan Herbst hat sich in diesem Gastbeitrag für die NachDenkSeiten Gedanken über die außen- und friedenspolitische Linie der Grünen gemacht und nimmt dabei den „Fall Nawalny“ als aktuelles Beispiel für eine lange Entwicklung, die den Grundwerten der Grünen eigentlich komplett zuwiderläuft.

Alles, was man den Grünen anlasten darf oder auch muss, hat Stefan Herbst in dem verlinkten NDS-Gastbeitrag niedergeschrieben. Und alle – meine Person eingeschlossen – sollten ihre Einstellung zum ehemaligen politischen Leuchtturm überprüfen. Das derzeitige Umfragehoch sowie die kleinen Wahlerfolge der Grünen sind mit Sicherheit nicht aus Gründen ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit entstanden. Eher deshalb, weil unsere Leitparteien CDU/CSU, SPD und FDP kein Jota die zukunftsweisenden Schrittmacher sind.
Sie alle hängen im verhängnisvollen Schlepptau der USA und ihrer Administration.

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2 Antworten zu Deutschlands Grüne sind … , ja was denn?

  1. Peter Kühn sagt:

    Ich möchte weder im Schlepptau des Amerikanischen Imperialistischen Neoliberalismus sein, noch im Schwitzkasten Russland’s. Wobei Putin zwar ein Ex KGB Offizier ist, aber den Sozialismus mit Teile und herrsche noch immer beherzigt. Will sagen, von Putinrussland hat man noch immer auch wenn es wenig war, zurück bekommen. Der Amerikanische Neoliberalismus kennt nur nehmen und wenn es sein muss mit Gewalt. Die Grünen werden mir persönlich auch immer mehr zu Neoliberal. Ich traue ihnen nicht. Denn dort, wo sie mitregieren, machen sie zu viele mit unter faule Kompromisse. Ich nenne nur Gartzweiler. Unsere Politische Nonchalance ist leider über einen Kamm zu scheren. Keiner kämpft mehr für seine Ideen. Es werden schon von Anfang an so viele Kompromisse gemacht, dass am Ende immer Murks rauskommt. Oder wie meistens, einfach nichts. Schade um die vielen unnützen Gehälter.

  2. Alfons Maximini sagt:

    Besser im Schlepptau der USA als im Schwitzkasten der Russen. Wer jetzt noch nicht begriffen hat dass mit Russland keine Demokratie möglich ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Die USA haben zumindest eine Demokratie seit 1776 bzw. eine Verfassung, die vom Volk gewollt und demokratisch verfasst ist. Wenn auch der jetzige Präsident nur die Episode eines zu korrigierenden Wahlsystems ist – noch steht das amerikanische Volk zur Demokratie. Die anderen müssen erstmal eine schaffen. Zu den Grünen: Göring-Eckhardt, die Pastorentochter wäre so gerne Ministerin unter der CDU-
    Regierung geworden. Und sie hätte viele grünvernünftige Forderungen und Parteitagsbeschlüsse dafür über Bord geworfen. Meine politische Erfahrung mit Grünen Mandatsträgern ist, dass sie im Grunde ihres Herzens stockkonservativ sind (Ausnahmen bestätigen die Regeln). Was mich immer wieder überraschte, dass sie gerade in der Sozialpolitik noch die FDP in ihren Forderungen und ihrem Abstimmungsverhalten übertrafen. Klar sind sie es leid, seit ihrer Gründung, die harten Bänke der Opposition im Bundestag (Ausnahme: Rot-Grün unter Schröder/Fischer) zu drücken. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass einige der Protagonisten der jüngsten Grüngeneration nun endlich regieren will und wenn es mit den Konservativen sein muss.

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