Die nationalen Interessen der nuklearen Großmacht USA

Oberst a.D. Jürgen Hübschen bei den NachDenkSeiten (NDS): Es droht ein böses Erwachen

Eine weltpolitische Betrachtung. Wenn ein Oberst a.D. der Deutschen Bundeswehr sich die NachDenkSeiten (NDS) aussucht, um dem Zeitgeist nicht zu entrinnen, dann vermutlich deshalb, weil unsere leidigen Leitmedien Gedanken und tiefere Wahrheiten zum Zeitgeschehen eher nicht verbreiten wollen. Man könnte ja schlafende Hunde wecken.

Das symbolische Spinnennetz der Kriegsparteien. Bild: Pixabay

Wenn Oberst Jürgen Hübschen, dessen Vita auf seinem sicherheitspolitischen Blog mit dem vielsagenden Titel „Sicherheitsbulletin“ nachzulesen ist, nun den Ukraine-Krieg zum Anlass für eine politisch-militärische Betrachtung zu dem Krieg und der gegenwärtigen Krise in Europa nimmt, dann macht er das fest an den realpolitischen Aspekten, die bei den derzeit verantwortlichen politischen „Würdenträgern“ eher nicht auf deren Agenda stehen. Besondere Aufmerksamkeit sollten Besucher von Sicherheitbulletin u.a. dem hier verlinkten Artikel widmen: „Sicherheitspolitik und die westliche Dämonisierung Russlands und seiner Bürger

Herr Hübschen hat mir in einer persönlichen Mail anheim gestellt, die Hintergründe für seine heutige Arbeit darzustellen. Hierzu sind einige wichtige Daten aus seinem Berufsleben von Bedeutung und auch für die Leser seiner Autorenschaft von Interesse. Hier einige wesentliche Verwendungen des Bundeswehr-Offiziers, der nach 40 Dienstjahren als Oberst der Luftwaffe in den Ruhestand versetzt wurde:

  • 10 Jahre Einsatz als Raketenspezialist zusammen mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden
  • 3 Jahre Verteidigungsattaché bei der deutschen Botschaft in Bagdad während des Irak-Iran Krieges. Seit dieser Zeit habe ich eine Vorstellung davon, was für eine Scheiße Krieg ist, wie wichtig unabhängige Medien sind und wie wenig Möglichkeiten die Menschen in einer Diktatur haben, das herrschende System zu kritisieren oder gar zu ändern.
  • 5 Jahre Leiter einer OSZE Mission in Riga, um einen Vertrag zwischen Lettland und Russland über den Betrieb und den Abbau einer ehemaligen sowjetischen Radaranlage zu überwachen. Dabei die Erfahrung gesammelt, dass es nicht einfach ist, mit Russen Verträge zu schließen, die aber dann zuverlässig und problemlos eingehalten werden, wobei Vertrauen und gegenseitiger Respekt die Basis bilden 
  • Letzte militärische Verwendung als Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.

Als sehr wichtigen Aspekt aus meiner (des Bloggers Egon Sommer) Sicht, dürfte die vom Autor beschriebene Motivation zum Schreiben sein:

„Aufbrechen der Berichterstattung unserer stark stromlinienförmigen Medien und die Sorge um unsere Kinder und vor allem die Zukunft unserer Enkelkinder“.

Zum Hauptinhalt dieses Blogbeitrages

Die Realitäten im Artikel der NachDenkSeiten beginnen nach rückblickender Betrachtung des US-amerikanischen und des Nato-Versagens mit den undifferenzierten und eher wirren öffentlichen Aussagen des US-Präsidenten Joseph Biden und seines Verteidigungsministers Lloyd J. Austin.
Im Abschnitt „Die US-amerikanische Realpolitik im Ukraine-Krieg“ zeichnet Hübschen das Bild eines populistischen Mannes, dem der Inhalt seiner Worte wohl nicht bewusst war, als er sie ausprach. Hinzu kommt die anmaßende Aussage des US-Verteidgungsministers, der in Kiew den ukraine-gefälligen anmaßenden Satz ausspricht:
“Wir wollen, dass Russland in dem Maße geschwächt wird, dass es nicht mehr in der Lage ist, die Dinge tun kann, die es bei der Invasion der Ukraine getan hat.“

Als charakterlos, wie so oft in der Politik, ist das hinterhältige Buhlen der US-Amerikaner gegenüber dem geächteten Venezuela zu benennen. Zuerst Sanktionen und 2019 abgebrochene diplomatische Beziehungen zu dem südamerikanischen Land, denen sich die westlichen Verbündeten, besonders Deutschland in treuer Ergebenheit anschlossen.
Mehr zur deutschen Venezuela-Politik hier.

Charakterlos bis verbrecherisch darf man auch die von Oberst a.D. Hübschen nachvollzogene Verhaltensweise der US-Administration unter Bidens Vorgänger Donald Trump brandmarken. Unter Saudi-Arabien findet Hübschen auch hier die richtigen Ansätze. Bezeichnend hierfür ist:

„US-Außenminister Blinken kommentierte diese politische Kehrtwende Washingtons mit den Worten, dass Menschenrechte noch immer wichtig seien, die USA aber die Gesamtheit ihrer Interessen in der Beziehung mit den Saudis im Blick behalten müssen.“

Für Öl ist nun mal jedes Mittel recht; siehe Irak, siehe Libyen.

Einen größeren Abschnitt widmet Oberst Hübschen den Auswirkungen amerikanischer Außenpolitik dem Thema Europa.

Den Abscnitt Die Konsequenzen für Europa beginnt der Autor mit dem allumfassenden Satz von Egon Bahr, den dieser im Jahre 2013 vor Schülern eines Gymnasiums aussprach:

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.

In der Fortsetzung steht geschrieben, was in erster Linie für Deutschland und auch für Europa von tragender Bedeutung ist:

„Diese Aussage (von Egon Bahr) bewahrheitet sich in der US-amerikanischen Außenpolitik nachdrücklich, und deswegen müssen Europa und besonders Deutschland aufpassen, dass sie mit ihrem „Pro-Ukraine-Programm nicht plötzlich allein Russland gegenüberstehen.“

Die strategische Bedeutung des Abschnittes endet mit dem Fazit,
„Sollte Europa diese Option nicht nutzen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die beiden nuklearen Supermächte USA und Russland, zu irgendeinem Zeitpunkt und ohne Rücksprache mit ihren Verbündeten, auf einer anderen Ebene verständigen und Europa mit dem Problemfall Ukraine allein gelassen wird.“

Lesen Sie hier den kompletten NDS-Artikel von Oberst a.D. Jürgen Hübschen:

Die US-amerikanische Realpolitik im Ukraine-Krieg und die bisher verdrängten Konsequenzen für Deutschland und Europa

Weitere kompetente Beiträge von Oberst a.D. Jürgen Hübschen bei den NachDenkSeiten unter folgenden Links:

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