Ein Leben in der eigenen Scheiße

Wer das Leid der Tiere mindern will, muss es für die Menschen sichtbar machen.

Das ist die Devise von Animal Rights Watch e.V. (ARIWA). Wie sollte das Sichtbarmachen geschehen, wenn es nicht Menschen gäbe, die es sich zur Lebensaufgabe machen, uns die Grausamkeiten gegen die Tiere, unsere Mitgeschöpfe auf unserem Planeten, offen zu legen und einzuschreiten. Es bringt mich um den Schlaf, wenn die Nachrichten der Tierschutzorganisationen in meiner Mailbox eintreffen. Wie muss den Tierschutzaktivisten zu Mute sein, wenn sie mit solchen Zuständen direkt in den Tierställen konfrontiert werden.

Tierschutzgesetze
Tierschutz im Grundgesetz, Tierschutzgesetz, Bürgerliches Gesetzbuch, Strafgesetzbuch usw. sind eine Farce, wenn in dem angeblich zivilisierten Deutschland die schlimmsten Verbrechen gegen die hilflosen Kreaturen geschehen und kaum bis nicht geahndet werden. Falsch verstanden und gegen jede moralische Anschauung dient das Prädikat „Nutztiere“ in unserer Gesellschaft ausschließlich dem Profit und der (Fleisch-) Fresssucht.

Ich habe mich zunächst innerlich dagegen gesträubt, hier an dieser Stelle die bereits unerträglichen Bilder zu veröffentlichen. Wer davon mehr sehen will kann dies im verlinkten ARIWA-Beitrag (Skandalbericht) am Ende dieses Artikels aufrufen.
Es gilt die ARIWA-Devise in der Artikelüberschrift.

Was geht in den Köpfen der charakterlosen und erbärmlichen Unmenschen vor, die mit den schlimmsten Tierschicksalen Geld verdienen, nein, mit Verbrechen gegen die Kreatur unbehelligt ihr schmutziges Geschäft betreiben; wobei mit schmutzigem Geschäft nicht die gequälten Tiere, sondern der Charakter dieser Missetäter gemeint ist.

Was nützen Gesetze bis hin zum Grundgesetz, die den Schutz und den humanitären Umgang mit Tieren regeln sollen, wenn sogar die schlimmsten Verstöße und Vergehen ungestraft bleiben bzw. nicht verhindert werden. Ich denke dabei an die in erster Linie verantwortlichen Veterinäre in den Kreis- und Stadtverwaltungen und andere Einflusspersonen der Politik, die mit Sicherheit um die Zustände wissen, denen die Ohrmarken der „Nutztiere“ jedoch wichtiger sind als deren Wohl.

Eine Woche Bedenkzeit

habe ich für den Entschluss gebraucht, diesen Tierskandal hier in meinem Blog nachzuzeichnen. Eine gewisse Befriedigung wurde mir zu Teil, als ich am Samstag (16.01.2021) eine weitere Nachricht von Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) erhielt, die in einem umfangreichen Bericht einerseits den gesamten Tierskandal in dem betreffenden brandenburgischen Schweinemastbetrieb beschreibt und, gefolgt von der folgenden „guten“ Nachricht, auflöst.

In einem Update vom 13. Januar 2021 heißt das:

„Die Schweinemast mit ca. 3.000 Schweine wird geschlossen.
Dem Betreiber wird die Tierhalteerlaubnis entzogen.
Wir gehen davon aus, dass alle Schweine anderswo gemästet und dann geschlachtet oder sofort getötet werden. Auch wenn diese 3000 Schweine leider nicht gerettet werden können, ist es doch ein Erfolg, dass das die letzten 3000 Schweine in dieser Anlage waren!“

Der komplette Skandalbericht kann hier aufgerufen werden. Vor den schlimmen Fotos, die ausdrücklich von ARIWA freigegeben sind , möchte ich aber dennoch vorsichtshalber warnen. Der Sinn, sie zu zeigen, ergibt sich aus der Artikelübersicht:
Wer das Leid der Tiere mindern will, muss es für die Menschen sichtbar machen.

Den Jahresbericht 2020 eröffnet ARIWA wie folgt:
„Wie kein anderes Jahr zuvor hat 2020 die Zusammenhänge zwischen Tierkonsum und Krankheiten sichtbar und für viele Menschen spürbar werden lassen. COVID-19, die Afrikanische Schweinepest und die Vogelgrippe haben den Druck auf die Tierindustrie enorm erhöht. Mit Ihrer Hilfe kämpfen wir dafür, dass dieser Druck nicht zu noch mehr Tierleid führt, sondern zu nachhaltiger Veränderung.“

Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) ist keine Sensationsplattform, die über den Weg grausamer Bilder Geld einsammeln will. Mit sorgfältigen Recherchen, sachlicher Information und innovativen Aktionen engagieren sich die Tierschutzaktivisten in diesem über ganz Deutschland organisierten Verein und beschreiben ihr Selbstverständnis und als Ziel den Respekt gegenüber dem Leben der „anderen“ ein, egal ob es sich um Tiere handelt, die als „Nutztiere“, „Haustiere“, „Wildtiere“ oder Menschen klassifiziert werden.

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3 Antworten zu Ein Leben in der eigenen Scheiße

  1. Alfons Maximini sagt:

    Letztendlich ist der Gesetzgeber verantwortlich wie mit Schlachttieren umzugehen ist. Die Veterinäre in den Landkreisen und Städten bekommen weder von den Landräten noch von der Mehrheit der Politiker, für ein strikteres Vorgehen gegen gewisse Quäl Betriebe den Rücken gestärkt. Es fehlt wie so oft: am proaktiven Interesse, an Transparenz, an Informationen, an Veröffentlichungen und einer gewissen Ignoranz vom Leben und Tod von Nutztieren. Das Leben im Überfluss hat die Menschen abgestumpft. Würden die heimlich gemachten Aufnahmen und Fotografien der Tierschützer abends zur besten Sendezeit ausgestrahlt, wäre der Aufschrei und das Entsetzen groß. Davon bin überzeugt. Aber solange die Dokumentationen spät abends in den dritten Programmen ausgestrahlt werden, ist die „Unwissenheit“ bereits eingeschlafen.

  2. Peter Kühn sagt:

    Es ist ein zum Himmel schreiendes Gehabe, was Frau Klöckner ihres Zeichens Lobbyistin u.a. der Fleischindustrie seit Jahren abliefert. Es ist ein nur auf Profit ausgerichtetes System, was diese Frau unterstützt. Eine Schande. Fast so schlimm wie das Gehabe von Autobahnmautandy. Ich werde nicht zum Veganer werden, aber auch für mich gilt, weniger ist besser.

  3. Alfons Maximini sagt:

    Küken erst im kommenden Jahr human töten. Rund 45 Millionen Küken werden jedes Jahr als unbrauchbar getötet und dann geschreddert. So die Nachrichtenlage heute 20.Jan.21, aus Berlin. Ministerin Julia Klöckner feiert das heute als ihre große Errungenschaft. Dabei hat sie im Interesse der Geflügelwirtschaft diese Verordnung für fünf Jahre auf die lange Bank geschoben. Ob die neue Regelung im nächsten Jahr kommt, ist noch nicht ausgemacht. Es ist wirklich eine Schande dass unsere Politiker sich immer erst freiwilligen Appellen bedient, ganz im Interesse der Massenschlachttierindustrie. In Deutschland wird absolut mehr geschlachtet, als wir Deutschland konsumieren können
    . Ob Hühner, Schweine oder Rinder. Deutsche Schlachtbetriebe machen sich zum Handlanger europäischen Massentierschlachtung über Bedarf. Keiner muss Vegetarier oder Veganer werden, um diese zutiefst bestialischen Schlachtmethoden abstellen zu wollen.

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