Gerechtfertigte Empörung über Russlands Krieg in der Ukraine? Ja, wenn sie ehrlich ist!

Nein, wenn sie von Kriegsgewinnlern angeheizt wird!

Heribert Prantl – ihn nicht zu kennen, bedeutet für deutsche Medienkonsumenten vollkommene Ahnungslosigkeit. Bild: © Superbass / CC-BY-SA-4.0. – Wikipedia

Die Überschrift dieses Blogbeitrags habe ich aus den NachDenkSeiten (NDS)-Artikeln von NDS-Chef Albrecht Müller kreiert, der das heiße Eisen der Wahrhaftigkeit aufgenommen und ungeachtet neuer Empörungen mit den Ansichten des Journalisten Heribert Prantl in Verbindung gebracht hat. Prantl hat in einer Sendung des Norddeutschen Rundfunk (NDR) am 17.07.2022 den vielbeachteten Kommentar (siehe Link unten) vorgetragen.
Der Titel dieses Blogbeitrags steht nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Vorschaubild „Gas, Gas, Gas“; passt aber in dieser unseligen Zeit dennoch.

Es gibt immer wieder Artikel und Videos, in denen die westliche Politik in Sachen Ukraine und Russland kritisch hinterfragt wird. Aber ganz selten kommen diese Beiträge ohne die Beschwörung der allgemeinen Empörung über Russlands Krieg in der Ukraine aus. Und hierbei überschlagen deutsche Politikerinnen und Politiker in besonders exponierter Art und Weise.

Viele gute Beiträge – auch solche in den NachDenkSeiten – werden so relativiert, aus meiner Sicht oft auch entwertet. Der ausgezeichnete Kommentar von Heribert Prantl trifft, was sehr viele denken: „Großmäuligkeit ist kein gutes Rezept gegen den Ukraine-Krieg“.

Lange habe ich als Blogger auf die Worte eines als kompetenter Zeitbeobachter geltenden Journalisten, Autor, Jurist, früheren Ressortleiter Meinung der Süddeutschen Zeitung (SZ) und langjähriges Mitglied der Chefredaktion der SZ und Verfasser zahlreicher Bücher gewartet. Eine wohltuende Alternative zu den deutschen allgemeinen Mediengeräuschen.
Von ihm war zum Anlass des Russland-Ukraine-Krieges bisher keine „Lautsprecheransage“ bekannt geworden, die seine journalistische Qualität hätte schmälern können.

Wenn in der deutschen Medienlandschaft der Name Heribert Prantl vor oder auch hinter einem Thema steht, ist Aufmerksamkeit angesagt. Selbst ausgefuchste Moderatoren und Neunmalkluge des Medienzikus nehmen heimlich und respektvoll seine Urteilsfähigkeit als Gradmesser für guten Journalismus.

Der Kommentar: Großmäuligkeit ist kein gutes Rezept gegen den Ukraine-Krieg

Bleibt der Gashahn zu? Wird Russland wieder Gas liefern oder nicht? Fragen, die für Deutschland geradezu existentiell sind. Genau wie die Frage, wer die härteren Sanktionsmittel zur Hand hat. Der Aggressor Russland oder Deutschland, das die Ukraine unterstützt?

Auch Prantl kann diese Gasfrage nicht sicher beantworten. Sicher ist aber sein Gespür für die Realitäten und deren mögliche Auswüchse. Es ist keine Angstmache, sondern sollte als warnender Hinweis auf die Notwendigkeit des Nachdenkens sein.

Man sollte auch die abschließende „Anmerkung der Redaktion“ unter Prantls Artikel verinnerlichen.
Damit unterscheiden sich Kommentare bewusst von Berichten, die über einen Sachverhalt informieren und unterschiedliche Blickwinkel möglichst ausgewogen darstellen sollen.

Hier dringt wieder die nicht zu diskutierende Berichtsebene der Leitmedien durch, die nach jeder Nachricht verlautet, dass die „Nachrichten nicht verifiziert werden können“.

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