Ü90 offensichtlich ein Begriff der politischen Vernunft

Otto Schily wird heute 90 – und hat die beste Idee in dieser aus den Fugen geratenen schlimmen Zeit

Was zur Zeit in deutschen Medien noch nicht, bzw. recht sparsam durchgedrungen scheint, weil es nicht in die politische Landschaft der Vernunft passt, wird an anderer Stelle gar als exellenter Friedensvorschlag für den Ukraine-Konflikt gedacht.

Otto Schily, von 1998 bis 2005 Bundesinnenminister in der Berliner Regierung unter Gerhard Schröder, wird heute, 20. Juli 2022, 90.

Otto Schily – der ehemaliger Bundesinnenminister hat sich zum 90. Geburtstag zu Wort gemeldet. Bildbeschreibung; Olaf Kosinsky/Skillshare.eu, Wikipedia

Wie am Tage des Geburtages deutsche Medien damit umgehen, werden wir am 20.07.2022 lesen können oder auch nicht.

Ein Nachrichtenplattform, deren Namen ich hier ausdrücklich nicht nenne, hat zu Schilys Geburtstag eine Nachricht veröffentlicht, die den Kriegstrommlern im Westen wohl nicht in den Kram passen könnte. Die aktuelle Nachricht, die vermutlich und ausgerechnet zum Geburtstag Schilys geschrieben wurde, ist nachfolgend wiedergegeben:
Ex-Minister Schily schlägt für die Ukraine Friedenslösung am Modell der Schweiz vor

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, jeder müsse anerkennen, dass die Ukraine unabhängig bleiben wolle. „Aber gleichzeitig muss klar sein, dass man mit seinen Nachbarn leben muss, auch mit Russland. Beide Seiten haben Interessen, die berücksichtigt werden müssen.“
Ein Blick auf andere Länder zeige, dass die Interessen aller Seiten gewahrt werden können, wenn ein Land militärisch neutral bleibe. Daher sehe er für die Ukraine eine neutrale Vision.
Perspektive nach dem Vorbild der Schweiz.
Das Land habe es verstanden, „eine freiheitliche Gesellschaft zu entwickeln mit wechselseitigem Respekt vor den unterschiedlichen ethnischen Prägungen und mit militärischer Neutralität“, sagte der Ex-Minister.

„Eine Friedenslösung für die Ukraine könnte sich ein Beispiel am Modell der Schweiz nehmen“.

Er sehe nicht, „wie ein EU-Beitritt der Ukraine funktionieren soll, ohne dass sich die EU überdehnt“, so Schily weiter. Auch einen NATO-Beitritt der Ukraine lehne er ab.

Wenn ich im Eingangsabsatz dieses Artikels von „recht sparsamer Durchdringung“ unserer Leitmedien verweise, muss ich doch fairerweise auf die WELT verweisen, die gestern 19.07.2022, Schilys Friedensperspektive so beschreibt:

Auch einen EU-Beitritt sieht er als wenig realistisch an – Schily empfiehlt anstattdessen das „Modell Schweiz“. Die Schweiz habe es mustergültig verstanden, „eine freiheitliche Gesellschaft zu entwickeln mit wechselseitigem Respekt vor den unterschiedlichen ethnischen Prägungen und mit militärischer Neutralität“, sagte er. „Eine Friedenslösung für die Ukraine könnte sich ein Beispiel am Modell der Schweiz nehmen.“ Er sehe nicht, „wie ein EU-Beitritt der Ukraine funktionieren soll, ohne dass sich die EU überdehnt“.

Bei der Suche nach einem Themenschnitt fand ich auch folgende Meldung, die positiv inspirieren kann:

Durchdringung des Persönlichen und des Politischen

Peter Paul Huth – deutscher Filmpublizist. inter-film.org

Wie schnell man sich in neue Themenbereiche verirren kann, wird hier in dem von Peter Paul Huth verfassten Beitrag deutlich. Ohne es zu beabsichtigen, stehen plötzlich die Themenbereiche um Julian Assange als auch der ukrainisch russischen Kriegsgeschichte vor Augen. Deshalb bemerkenswert, weil im Rahmen meiner Bloggerarbeit beide Themen bisher eine große Rolle spielen.

Eröffnungssatz im Aufsatz von Peter Paul Huth:
„Dass die Welt ist in keinem guten Zustand ist, wusste man eigentlich schon. Und doch ist es erschreckend zu sehen, wie dramatisch die Verhältnisse tatsächlich sind.“ Weiterlesen:

Zum Titel dieses Blogbeitrags
Warnungen vor den Folgen und gute Ideen sind das Vermächtnis von Politikern und Wissenschaftlern, die Geschichte erfahren und daraus gelernt haben. Es sind grundlegende Formen der friedenserhaltenden und friedenstiftetenden Wirklichkeit, die nach einem langen Leben – auch von Irrwegen begleitet – heutzutage die Welt als kostbares Gut erkennen.
Dass die derzeitige Bundesregierung eine Politik der Erinnerung durch eine Politik der bewussten Amnesie ersetzt, geht aus der bemerkenswerten Ignoranz und der Fähigkeit zur Verdrängung der eigenen Überzeugungen hervor.
Letzteres hat einen Namen: „Es sieht so aus, als würde die EU (und somit auch Deutschland) politischen Selbstmord begehen, indem sie Washingtons Anweisungen mit Enthusiasmus und ohne zu zögern folgt“, sagte z.B. der russische Botschafter bei den internationalen Gremien in Wien, Michail Uljanow.

Klaus von Dohnanyi, 94; Otto Schily, 90; Henry Kissinger, 99; Noam Chomsky, 93; Michail Gorbatschow, 91; nur ein Hand voll Menschen, die den Kopf bewahren und ihren Erfahrungsschatz leben und lehren.

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