Gewerkschaft und Gewerkschafter haben einen Namen: Solidarität!

Was nützt die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft?

Sie nützt allen abhängig Beschäftigten. Gewerkschaften bilden den Gegenpol zu den straff organisierten arbeitgeberseitigen Verbänden.
Kernaussage: Ein Arbeitgeberverband ist ein Zusammenschluss von Arbeitgebern (Unternehmer) zum Zwecke gemeinsamer Interessenvertretung gegenüber Gewerkschaften und Staat. Ein Arbeitgeberverband ist das tarif-, sozial-, arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitische Sprachrohr seiner Mitglieder.

Eine Gewerkschaft ist ein Zusammenschluss von abhängig beschäftigten Menschen (Arbeitnehmer) zum Zwecke gemeinsamer Interessenvertretung gegenüber Arbeitgebern, Unternehmern und Staat. Sie ist das tarif-, sozial-, arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitische Sprachrohr ihrer Mitglieder.

Die enge Verknüpfung der Sozialdemokratie mit der Gewerkschaftsgeschichte ist in dem Jubiläumsband 150 Jahre SPD abgebildet. Das Gemälde „Der Streik“ von Otto Köhler aus dem Jahre 1886 auf Seite 12-13 und Text Seite 40-41 kennzeichnen den Beginn der Gewerkschaftsbewegung. Über ihr Verhältnis zur Arbeitnehmerschaft und zu den Gewerkschaften müsste die SPD neu denken. Zur Vergrößerung Mausklick auf das Bild!

Anlass für diesen Blogartikel ist einer der regelmäßigen Newsletter des gewerkschaftsforum.de, Herausgeber Laurenz Nurk, die immer aktuell Einblicke über die Gewerkschaftsarbeit und auch die Notwendigkeit einer Mitgliedschaft für abhängig Beschäftigte deutlich machen.

Politische und soziale Zielrichtung – links-progressiv – Gewerkschaftsforum als individuelle Organisationsform legt die Finger in die gesellschaftspolitischen Wunden, die schnell in Vergessenheit geraten können. Bestes Beispiel hier.

Nach dem Titel und weiteren Argumenten am Ende dieses Blogartikels (These und Antithese) stellen sich die Fragen:

  • Wozu Gewerkschafter werden und auch noch Mitgliedsbeitrag zahlen?
  • Warum als abhängig Beschäftigter einer Gewerkschaft beitreten?

Es würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, die umfangreiche Argumentation pro Gewerkschaft und pro Gewerkschafter hier wiederzugeben. Deshalb sind nachfolgend nur die Schlagworte aufgezählt, die in der entsprechenden Literatur verlinkt und ausführlicher erläutert sind.

Vorteil 1: Besser vor Entlassung geschützt
Vorteil 2: Beim Arbeitskampf finanziell abgesichert
Vorteil 3: Gewerkschaft unterstützt bei Streitfällen
Vorteil 4: Gute Möglichkeiten zur Weiterbildung
Vorteil 5: Keine guten Tarifverträge ohne starke Gewerkschaft
Vorteil 6: Der einzige Weg zur Mitbestimmung
Vorteil 7: Gewerkschaft ermöglicht Rabatte für Veranstaltungen und Co.
Vorteil 8: Immer gut informiert
Vorteil 9: Solides Netzwerk

Diese Grobzeichnungen bedürfen natürlich weiterer Erklärungen, die in einem Gelbe Seiten Dossier aufgeschlüsselt sind.

Einen Blick nach außen zeigt die folgende Tabelle (Wikipedia) die den gewerkschaftlichen Organisationsgrad westlicher Länder (im Sinne von „politischer Westen“) aus dem Zeitraum 1960 bis 2000 spiegelt. Eine gleiche Tabelle bis zum Jahr 2020 stand hier nicht zur Verfügung. Der allgemeine Trend in Deutschland: Weiterhin negativ.
Während alle nordeuropäischen Staaten und Belgien erstaunlicherweise deutlich steigende Organisationsgrade aufweisen, ist der übrige Westen kontinuierlich in der Abwärtsspirale der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft.
Ein Indiz für den höheren Wohlstand in Schweden, Finnland, Dänemark, Belgien und Norwegen?

Land196019802000
Schweden70,778,2 ▲81,9 ▲
Finnland29,370,0 ▲79,0 ▲
Dänemark60,277,5 ▲81,7 ▲
Belgien40,756,6 ▲58,0 ▲
Norwegen51,654,1 ▲54,3 ▲
Irland43,855,3 ▲38,5 ▼
Österreich57,850,8 ▼35,3 ▼
Italien22,244,4 ▲31,0 ▼
UK*43,552,2 ▲29,5 ▼
Deutschland34,233,6 ▼21,6 ▼
Japan*32,230,3 ▼21,5 ▼
Niederlande41,032,4 ▼22,3 ▼
USA*28,921,1 ▼13,5 ▼
Frankreich19,217,1 ▼9,0 ▼
Es ist eine nachvollziehbare Annahme, dass das Industrieland Deutschland sich in den vergangenen Jahrzehnten aus dem fiktiven Gleichgewicht Arbeitgeber zu Arbeitnehmer langsam aber sicher entfernt hat. Politische Einflussnahme und stetiger Mitgliederschwund bei den Gewerkschaften in Deutschland sind gekennzeichnet durch sinkende Reallöhne und Absenkung der sozialen Standards (z.B. Agenda 2010).

These und Antithese
Der Kern gewerkschaftlicher Leistungen – die tarifvertraglichen Regelungen – gilt auch für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder. Unmittelbare ökonomische Vorteile sind durch die Mitgliedschaft in der Regel nicht erreichbar; in den Genuss der meisten Vorteile gewerkschaftlicher Aktivitäten kommen auch die Arbeitnehmer, die auf Grund privater Kosten-Nutzen-Kalküle keine Gewerkschaftsbeiträge entrichten.“

Das schreibt die gewerkschaftsnahe Hans Böckler Stiftung u.a. in einem Arbeitspapier – Zukunft der Gewerkschaften.

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