Option: Folgt Annalena Bearbock Angela Merkel ins Kanzleramt?

Ein neues politisches Zeitalter in Deutschland und Europa oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Aus den grünen Tauben der achtziger Jahre sind sogenannte Falken geworden, die heutzutage mit den Wölfen heulen; zumindest in Deutschland.
Grüne sind in Europa derzeit nur in Österreich, Finnland, Schweden und Luxemburg an Regierungen von EU-Staaten beteiligt. Deutschland könnte das erste europäische Land in Europa werden, dessen Geschicke von einer Grün-geführten Regierungskonstellation gelenkt werden. Die Weichen hierfür hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen jedenfalls gestern, 19.04.2021, mit der Vornomonierung von Annalena Bearbock gestellt.

Annalena Charlotte Alma Baerbock – bei einer Rede im Deuschen Bundestag 2019. Foto: Olaf Kosinski, Wikipedia

Jens Berger (* 1972), Journalist, politischer Blogger und Redakteur bei NachDenkSeiten (NDS), hat, jeder Euphorie entgegenwirkend, mit kritischer Distanz beschrieben, was uns gegebenenfalls mit einer führenden“Grün gefärbten“ Partei blühen kann.

Habemus Mamam … das ist jedoch kein Grund zur Freude

Jens Berger.. Foto: NDS

überschreibt er seinen Sofort-Kommentar von heute und leitet seinen weiterführenden Meinungsbeitrag wie folgt ein:

„Die Grünen gehen wie zu erwarten für Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin in den Wahlkampf. Und zum ersten Mal ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Gleich in verschiedenen Koalitionsmöglichkeiten – allen voran einer Ampel – könnte Baerbock tatsächlich Angela Merkel im Amt folgen. Von BILD über taz bis zur Süddeutschen ist die Freude groß. Das ist verständlich. Aber auch in den „sozialen“ Netzwerken übertreffen sich selbst als „irgendwie links“ verstehende Nutzer gegenseitig mit Lobeshymnen auf diese Personalie. Warum? Es gibt in Deutschland wohl wenig Politiker gleich welchen Geschlechts die auf den Feldern der Außen- und Sicherheitspolitik derart aggressiv unterwegs sind wie Frau Baerbock. Das letzte Mal als die Freude über einen grünen Kanzlerkandidaten so groß war, hieß der Auserwählte Joschka Fischer. Es endete mit Hartz IV, Rentenkürzungen, völkerrechtswidrigen Angriffskriegen und Bomben auf Belgrad. Offenbar haben das Viele schon vergessen.“

Allein an Bergers vier Liste-Punkten erkennt man die politischen Absichten der Grünen-Kanzlerkandidatin, deren verhängnisvolle Absichten für mich persönliche und grundsätzliche Ablehnung einer eventuell möglichen Grün-geführten Bundesregierung manifestieren.

Hier die vier Punkte in Kurzform:

  • „schärfere Sanktionen“ gegen das „System Putin“
  • sofortigen Baustopp der Pipeline Nord Stream 2
  • höhere Ausgaben für Verteidigung und Bundeswehr
  • Dem amerikanischen Präsidenten„ein ambitioniertes Angebot für eine erneute transatlantische Agenda unterbreiten“

    Lesen Sie hier den kompletten Berger-Wortlaut.

Den Besuchern und Lesern meines Blogs dürften die vorgenannten wiedergegebenen Schlagsätze ausreichend Beleg für meine Absage an die heutigen Grünen sein. Aus der anfänglichen Friedens- und Umweltpartei der Gründungszeit vor etwas über 30 Jahren sind aus den Tauben der achtziger Jahre sogenannte Falken geworden, die ihre Beute im Sturzflug schlagen.
Ich möcht hier auch ausdrücklich aufmerksam machen auf jetzt, die Jugendseite der Süddeutschen Zeitung. Jens Berger nennt einen nach dort verlinkten Artikel „hanebüchen“; ich auch. Beachten sollte man auch den weiteren dort wiederum per Link nachlesbaren Artikel, der mit der Hoffnung von drei jungen Grünen-Mitgliedern wirbt: „Wir hoffen, dass Bearbock eine Kämpferin für linke Mehrheiten wird. “

Mein Fazit: Früher war Grün schon mal eine Überlegung wert; heutzutage wird Deutschland mit Grün an der Spitze nicht besser!

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2 Antworten zu Option: Folgt Annalena Bearbock Angela Merkel ins Kanzleramt?

  1. Christian Bock sagt:

    Stimme zu.
    Aber: mit wem an der Spitze wird Deutschland denn besser?
    CDU: volle Übereinstimmung aller 4 Punkte.
    SPD: 3 von 4, nur zu Nord Stream 2 gibt es eine andere Einstellung (Obwohl das Projekt aus anderen Gründen abzulehnen ist, aus klima-, nicht aus geopolitischen Gründen).
    Auch der Zustand der Linkspartei ist kein Quell der Hoffnung. Ich weiss so langsam nicht mehr was ich noch wählen soll. Bei der Landtagswahl sagte der Wahlomat Die PARTEI. Ich war halb belustigt, halb entsetzt. Aber so langsam frage ich mich, ob dass nicht eine ernsthafte Alternative wäre …

  2. Alfons Maximini sagt:

    Grün wählen muss man sich auch leisten können. Finanziell meine ich. Deshalb ist von den einstigen Politik Rebellen und alternativen Gründerväter nicht viel übrig geblieben. Heute muss du gut situiert und in oberen Vergütungsgruppen sein um die Vorhaben der Grünen Partei mitfinanzieren zu können. Elektromobilität bis 2030, Photovoltaikpflicht auf den Dächern der Häuslebauer bzw. zukünftig ohne eigenes Eigenheim, dann halt in teuren Eigentums- oder Mietwohnungen, Strombezug wird trotz regenerativen Stromerzeugung erheblich kostspieliger, Fahrradfahren zur Arbeit oder Verpflichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Um nur einige Beispiele zu nennen. Das muss der deutsche Bundesbürger sich mal zuerst leisten können. Der Klimapolitik ist sich unterzuordnen! Fakt ist: Der Klimawandel ist tatsächlich nicht mehr aufzuhalten. Die Gesellschaft muss von den Klimafolgen überzeugt werden, damit jeder etwas zur Abmilderung beitragen kann. Eine entsprechende Sozialcharta für die Nichtbetuchten vermisse ich bei den Grünen.

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