Politische Hygiene – nicht nur für das politische Oberhaus

Auch in der kommunalen Niederung der Kreisverwaltung Trier-Saarburg muss der Begriff „politische Hygiene“ gelten

Georg Nüßlein (CSU) und Nikolas Löbel (CDU) sind die jüngst bekannt gewordenen Typen aus dem politischen Oberhaus. Sie, und vermutlich noch viele weitere, haben den Begriff „politische Hygiene“ aus ihren Köpfen verdrängt. Mit dubiosen und lukrativen Corona-Masken-Geschäften Kohle zu machen, führte zu ihren Parteiaustritten und Mandatsverzichten.

Die Frage der politischen Hygiene stellte sich kürzlich und immer noch, wenn es um den Posten des Landrates des Landkreises Trier-Saarburg geht.
120.000 € Jahresgehalt und 160.000 € als zusätzliche Nebeneinkünfte sind schon eine Hausnummer, für die „eine alte Frau lange stricken muss“, wie es der Volksmund ausdrückt. Bestätigung findet dieser Nebenverdienst des derzeitigen Trier-Saarburger Landrats in einem Bericht des SWR vom 26. April 2021, 6:01 Uhr.

Gleichzeitig mit der Wahl des Deutschen Bundestages am 26.09.2021 fand im Kreis Trier Saarburg die turnusgemäße Wahl des Landrates statt.
Das Ergebnis ist bekannt; aufgrund dessen findet nun am 10. Oktober 2021 die Stichwahl zwischen Stefan Metzdorf (SPD) und Günther Schartz (CDU) statt.

Quelle: Kreisverwaltung Trier-Saarburg.

Vieles wird nun am 10. Oktober von der Wahlbeteiligung und den Voten der Wählerschaft der ausgeschiedenen Bewerberin und Bewerber abhängen.

Seinem Wahlslogan 100 % Landrat dürfen die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Trier- Saarburg vertrauen. Entscheidend wird auch die Motivation der Wählerinnen und Wähler sein, die im ersten Wahlgang der unterlegenen Kandidatin Martina Wehrheim sowie den Kandidaten Guido Klein und Tim Kohley ihre Stimme gaben.

Nach 16 Schartz-Jahren ist es zumindst meines Erachtens Zeit für den Wechsel an der Spitze des Kreises Trier-Saarburg. 100 % Landrat, wie es Stefan Metzdorf ansagt, sind eine Option, mit der man ihn belasten darf.

Bei der Wahl des Landrates Trier-Saarburg am 26.09.2021 setzte sich Stefan Metzdorf an die Spitze des Kandidatenfeldes. Eine sehr gute Ausgangsposition für die Stichwahl, bei der die Bürgerinnen und Bürger das Sagen haben. Bild: Screenshot S.M

Dürften es bei Günther Schartz die katholisch christlichen Wählerinnen und Wähler sein, die gegebenenfalls ihre Entscheidung auf das christliche Gebot des Verzeihens bauen, sollte bei Stefan Metzdorf die politische Hygiene den Ausschlag geben.

Das Symbol soll anzeigen, an den Tag der Stichwahl zu denken und den richtigen Stich ins richtige Knopfloch zu stechen oder als Synonym für das Kreuzchen im richtigen Kreis zu setzen. Bild: Pixabay

„Dass ein Landrat im Nebenjob beim DAX-Konzern RWE mehr verdient denn als Landrat, kann man keinem Bürger erklären“

sagte René Quante, Geschäftsführer Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz

Quelle: SWR-Beitrag vom 26.04.2021, 6:00 Uhr

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