Tausend Zeilen Lüge

Das System Relotius und der deutsche Journalismus

Die Überschrift ist der Buchtitel. Die nächst Großzeile beschreibt den Inhalt des Buches von Juan Moreno, Journalist und Schriftsteller, der den größten Medien-Fälschungsskandal der letzten Jahrzehnte in Deutschland offen legte und dokumentierte.
Worum es bei diesem Blogartikel geht, steht als letzter Satz im Klappentext von Juan Morenos Buch: „Tausend Zeilen Lüge“ es heißt dort,
die unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung, er fragt, was sie über den Journalismus (Anmerkung: in Deutschland) aussagt.

Juan Moreno – (geboren am 6. Oktober 1972 in Huércal-Overa, Provinz Almería, Spanien) ist ein spanischer Journalist und Schriftsteller, der in Deutschland aufgewachsen ist. Er arbeitet für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Im Jahr 2018 deckte er Manipulationen seines Kollegen Claas Relotius auf. Bild: Screenshot ZDF, Text: Wikipedia

Dass ausgerechnet das zumindest in der Vergangenheit populäre Presseerzeugnis „DER SPIEGEL“ sich dieser legendären Dokumentation stellen musste, ist das pikante dieses von den übrigen deutschen Medien nicht allzu hoch gehängten Skandals. Dennoch dürfte es sich lohnen, eines der drei oder auch alle drei Video-Interviews anzusehen. Der Unterschied wird am Ende dieses Blogs deutlich, wenn Albrecht Müllers Beitrag den Kontrast zwischen interessengesteuerten deutschen Qualitätsmedien und den NachDenkSeiten herstellt.
Hier die Links zu den Videos:

Juan Moreno bei Markus Lanz am 19.09.2019 (35 Minuten)

Wenn das, was sie vermuten, nicht stimmt, dann war‘s das mit ihnen! SWR1 (32 Minuten)

Der Fall Claas Relotius und seine Folgen. Ein Interview mit Juan Moreno | MEDIENTAGE MÜNCHEN 2019 (37 Minuten)

DER SPIEGEL und RT DE
Wie komme ich als Freizeitblogger nun an diese Geschichte? Sie liegt ja nun doch schon zwei Jahre zurück. Wie kann es bei dieser Frage anders sein, als den Fundus für ehrliche und sachgerechte Politik aufzurufen und den seriösen Nachrichtenvermittler Albrecht Müller und seine NachDenkSeiten(NDS) nachzuschlagen.
Müllers gestriger (02.03.2021) Artikel: Feindbild-Aufbau des „Spiegel“ – das wird noch schlimmer enden als beispielsweise am 1. März 1945 in Bruchsal beleuchtet die Medienqualität zweier Informationsquellen, Der SPIEGEL und RT DE, in Bezug auf den jeweiligen Informationsgehalt.

Den Lesebeitrag zum Bild finden Sie hier!

Der Zusammenhang Juan Moreno/Der SPIEGEL und Albrecht Müller/DER SPIEGEL wird nach dem Einleitungstext dieses Blogs deutlich.

Zwei sehr bemerkenswerte Abschnitte in Müllers Aussagen kennzeichnen das, was zunächst von mir (dem Blogger Egon Sommer) als glaubwürdigste der allgemein zugänglichen Medienerzeugnissen gilt:

„Die Spiegel-Autoren machen sich über Ihre Kolleginnen und Kollegen in einem anderen Medium her und kennzeichnen diese als Erfüllungsgehilfen Moskaus. Ich kenne drei der genannten bzw. abgebildeten RT-Mitarbeiter persönlich – von Interviews und von Gesprächen. In Kenntnis dieser Personen und nach Lektüre des Spiegel-Artikels maße ich mir ein Urteil an: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Mediums sind Glanzlichter an Charakter und Anstand, verglichen mit den Spiegel-Autoren, von denen man nach diesem hier beleuchteten Stück annehmen muss, dass sie jeden noch so unanständigen Auftrag erfüllen.“

RT DE ist eine Bereicherung für die demokratische Willensbildung in Deutschland. Darauf haben wir auf den NachDenkSeiten schon mehrmals hingewiesen und dieses auch belegt. RT berichtet über und kommentiert Ereignisse, die bei deutschen Medien leider nicht vorkommen. Deshalb hatte RT Deutsch mit Recht eine Sparte, die hieß: der andere Part. Vielleicht reagieren die Spiegel-Autoren und damit der Spiegel und ein etabliertes Medium in Deutschland deshalb so allergisch auf RT DE, weil dieses Medium ihnen den Spiegel vorhält und sie darin erkennen, dass sie eine wichtige Funktion in der deutschen Medienlandschaft nicht erfüllen.“

Noch einmal zurück zum Blogtitel:

Zu Juan Moreno folgende Buchempfehlung:

Klappentext:
Es war der größte Fälschungsskandal seit Jahrzehnten: Ein Reporter des „Spiegel“ hatte Reportagen und Interviews aus dem In- und Ausland geliefert, bewegend und oftmals mit dem Anstrich des Besonderen.
Sie alle wurden vom „Spiegel“ und seiner legendären Dokumentation geprüft und abgenommen, sie wurden gedruckt, und der Autor Claas Relotius wurde mich Preisen geradezu überhäuft. Aber: Sie waren – ganz oder zum Teil – frei erfunden.
Juan Moreno hat, eher unfreiwillig und gegen heftigen Widerstand im „Spiegel“ die Fälschungen aufgedeckt. Hier schildert er Aufstieg und Fall des jungen Starjournalisten, dessen Reportagen so perfekt waren, so stimmig, so schön. Claas Relotius lieferte immer genau das, was seine Readktionen haben wollten. Dennoch ist zu fragen, wieso diese Fälschungen jahrelang unentdeckt bleiben konnten. Juan Moreno schreibt mehr als die unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung, er fragt, was sie über den Journalismus aussagt.

Heute bei Kolibri in Konz bestellen und morgen abholen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Medien, Russland veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.