Wenn einer weiß warum, dann ist das Oskar Lafontaine
„Unter der Reichstagskuppel sitzen ratlos die Sozialdemokraten und wissen nicht, warum sie seit Jahren eine Wahl nach der anderen verlieren. Dabei könnten sie schon bei dem deutschen Dichterfürsten fündig werden. Johann Wolfgang von Goethe lässt seinen Faust im Dialog mit dem naiven Gelehrten Wagner sagen: „Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.“ Nun muss nicht jedes Mitglied des SPD-Präsidiums den „Faust“ gelesen haben, aber einige wichtige Sätze von Marx und Engels sollte es schon kennen. „Die herrschenden Gedanken sind immer die Gedanken der Herrschenden“, schrieben die Gründerväter der Arbeiterbewegung.“
Schrieb Oskar Lafontaine als Eröffnungstext in seinem Beitrag, den die schweizerische Wochenzeitung „DIE WELTWOCHE“ am 8. April 2026 mit dem Titel „Wie von Agenten des Gegners gesteuert“, veröffentlichte (Bezahlsperre).


Dass der erzkonservative WELTWOCHE-Chefredakteur Roger Köppel nicht zu meinen Sympythieträgern gehört, sei hier nur am Rande erwähnt. Dennoch, er veröffentlicht, was in den deutschen vor Selbstüberhebung triefenden Leitmedien als eine der sieben Todsünden gilt.
Gut, nein sehr gut, die Tatsache, dass eine der profiliertesten deutschen Online-Plattformen, die NachDenkSeiten (NDS), Oskars realistische Sicht über die ehemals große, heute vor den Untergang stehende deutsche Partei, die SPD, charakterisiert.
Insbesondere die dümmlich gedankenlosen Restmitglieder der SPD sollten sich den aktuellen Lagebericht zur deutschen Sozialdemokratie, die sie ja noch sein möchte, zu Gemüte führen.
Zum Niedergang der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Den Halbsatz in Lafontaines Beitrag bei den NDS, „Die Verwahrlosung der sozialpolitischen Vorstellungen der ehemaligen Arbeitnehmerpartei“, könnte ich persönlich mit allen Begründungen vervollständigen, die mich nach 28 Jahren veranlassten, die SPD als Mitglied und Funktionär der unteren Ebene zu verlassen.
Erinnern Sie sich noch als Norbert Walter-Borjans als SPD-Vorsitzender zurücktrat? Auch er hat, trotz seiner besten Absichten das Handtuch geworfen. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, sollte den Tagesschau-Bericht vom 29.10.2021 lesen und dabei darauf achten, was zwischen den Zeilen geschrieben sein könnte.
Dass Borjans heute der Bürgerbewegung „Finanzwende“ angehört spricht allein für ihn. Zu ihm hat sich auch der ausgeschiedene Generalsekretär der SPD, Kevin Kühnert, gesellt. Und schon sind gewisse deutsche (Leid-)Medien wieder auf dem Plan, beide als Lobbyisten im negativen Sinn zu diskreditieren. Warum wohl das alles?
