Außenpolitisches Monopoly in Berlin

Deutsche Außenpolitik nach dem Muster des amerikanischen Brettspiels

Ziel des amerikanischen Brettspiels ist es, ein Grundstücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler in die Insolvenz zu treiben. Die politisch-amerikanische Lesart ist bekannt und bedeutet weltpolitisch nichts Gutes. Die hegemonialen politischen und  kriegerischen Bestrebungen der USA, andere Staaten und Völker in die Insolvenz oder in den Abgrund zu stürzen sind weltweit zur Genüge bekannt und werden von mir hier nicht mehr besonders erzählt.

Der Bundesaußenminister, nur als Beispiel. Bild: NachDenkSeiten (NDS)

Mein Blick richtet sich eher in die konfuse deutsche Außenpolitik, die den amerikanischen Einflüssen mit weniger Ergebenheit entgegen treten sollte. Eigenständige Friedenspolitik und Politik der guten Nachbarschaft, wie sie von Willy Brandt begründet war, müsste wieder klassische deutsche Außenpolitik werden. Nie war die jüngste deutsche Außenpolitik hilfloser und unverständlicher, als sie derzeitig im Stile eines Vasallen betrieben wird.

Symbolik deutscher Außenpolitik, wie sie gern von den politischen Akteuren in Berlin gesehen wird.

Es bringt das politische Deutschland an den Rand der Lächerlichkeit, wenn man die offensichtliche Nachahmerpolitik betreibt, besser gesagt „mitmacht“, die für uns schlechte Perspektiven bedeutet.

Es sind für mich die eklatanten Schwachpunkte der deutschen Außenpolitik, wenn ich an

  • die Russlandpolitik denke, in dem ein nicht vorhandener Feind zum Feindbild im Sinne der Amerikaner aufgebaut wird,
  • an die Chinapolitik denke, die im Sinne der um ihre „Weltführung“ fürchtenden Amerikaner ohne Sinn und Verstand proklamiert wird,
  • an den politischen Zirkus gegen das südamerikanische Land Venezuela denke, in dem auf US-Geheiß ein Parlamentpräsident (Guaido) von USA, EU, und einigen anderen US-Vasallen als Staatspräsident erhoben und von Deutschland irrigerweise anerkannt wird. Dass Deutschland hier völkerrechtlich gewaltig auf die schiefe Bahm geraten ist, scheint die deutschen außenpolitischen Nobodys nicht zu kümmern. Der Ami wills ja so!

Es gäbe hier noch eine ganze Reihe von diplomatischen Irrläufern aufzuzählen, die bei vielen Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land zu mehr als Unverständnis führten.

Nikolas Maduro – Nachfolger von Hugo Chavez als Staatspräsident Venezuelas bestätigt. Vermutlich wäre sein Schicksal aber besiegelt, wenn nicht Russland und China ihren wirtschaftlichen Fuß im erdölreichsten Land der Erde gesetzt hätten. Siehe auch den Beitrag vom 26.11.2019 hier im Blog.  Bild: Presidencia El Salvador, Wikipedia.org

Als Völkerrechtliche Absurditäten bezeichnet ein Beitrag auf GERMAN-FOREIGN-POLICY.com das, was ich als politischen Zirkus gegen das südamerikanische Land Venezuela oben beschrieben habe. 

Im Rubrum dieses Artikels heißt die gebetsmühlenhafte Klausel, wenn Wahlergebnisse nicht den angeblich demokratischen Vorstellungen entsprechen, auch für das südamerikanische Land:
Berlin erklärt Wahl in Venezuela für „nicht frei und fair“ und erkennt weiterhin einen gescheiterten Putschisten als „Präsident“ des Landes an.

Weiter schreibt die Quelle:
„Die Bundesregierung hält auch nach den Wahlen in Venezuela an der Anerkennung des selbsternannten Präsidenten und gescheiterten Putschisten Juan Guaidó als Staatsoberhaupt seines Landes fest. „Unsere Unterstützung“ für „Interimspräsident“ Guaidó werde fortgeführt, teilt der Staatsminister im Auswärtigen Amt Miguel Berger mit. Guaidó, der sich am 23. Januar 2019 selbst zum „Präsidenten“ erklärt hatte, dessen Putschaufrufe in der folgenden Zeit aber trotz starker Unterstützung der westlichen Mächte erfolglos geblieben waren, gilt mittlerweile in der rechten venezolanischen Opposition als zunehmend isoliert.“ Hier Weiterlesen.

Bekanntlich haben am 6. Dezember 2020 in Venezuela Parlamentwahlen stattgefunden, die von der Partei des Staatspräsidenten Nicolás Maduro „Vereinte Sozialistische Partei von Venezuela“ und mit ihr verbündete Parteien gewonnen wurden. Sie erhielten laut der Präsidentin der venezolanischen Wahlkommission, Indira Alfonzo, 67 Prozent der Sitze.
Tagesschau und Süddeutsche Zeitung berichteten am 07.12.2020 fast unisono.

Gern verschwiegen wird die Einladung Venezuelas an EU und UNO, Wahlbeobachter zu entsenden. Einen Beitrag zu diesem Thema bietet heise online bei TELEPOLIS am 8. Dezember 2020, überschrieben: „Bundesregierung hält an ihrem Präsidenten in Venezuela fest“. Gemeint ist natürlich die deutsche Bundesregierung.

 

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3 Antworten zu Außenpolitisches Monopoly in Berlin

  1. Fred Kasel sagt:

    Es geht nur ums Erdöl

    Die Situation in Venezuela ist eine Folge des imperialistischen Wirtschaftskrieges, den die USA und ihre Gehilfen gegen dieses Land führen.
    Das Land und die Bevölkerung leiden seit Jahren unter den Sanktionen.
    Es kommen keine Lebensmittel und keine medizinischen Hilfsmittel ins Land.
    Das Land ist auf dieses Lieferungen angewiesen.
    Venezuela hat mit die größten Erdölvorkommen. Die Produktion liegt am Boden, weil auch für defekte Förderanlagen die Ersatzteile sanktioniert sind.
    Da die Erdölindustrie in Venezuela verstaatlicht ist, hofft man, dass wenn man Maduro weg putscht, Guaido den Markt für US-Ölkonzerne frei macht.
    Das Wahlergebnis ist anzuerkennen, da auch bei uns die abgegebenen Stimmen zählen,
    Man sollte anmerken das Guaido zum Wahlboykott aufgerufen hat.

    Viele Wintergrüße aus dem Tälchen
    Fred Kasel

  2. Bernd Geippel sagt:

    Hallo Genosse Egon,

    Was muss ich da wieder lesen von Dir in Deinem neuesten Blog-Eintrag. Was Du da in die Tasten gehauen hast ist ein solch hanebüchener Unsinn dass es mir die Sprache verschlägt. Wir, die Bundesrepublik sind also die US-Vasallen der Vereinigten Staaten und Heiko Maas als „Antirussicher Torwächter“ sein treuer Erfüllungsgehilfe? Witzig oder ernstgemeint? Anscheinend ist die sozialistische korrupte und kriminelle Militärjunta in Venezuela in Deinem Sinne ein Hort der Demokratie. In einem Land dass völlig verarmt ist und indem gerade einmal 20 Prozent der Bevölkerung an Wahlen teilgenommen hat, das im Übrigen andere Sorgen hat als das Gefasel eines gescheiterten südamerikanischen Diktators. Wir haben keine Russland-Politik in dem ein nicht vorhandener Feind zum Feindbild im Sinne der Amerikaner aufgebaut wird. Deine Worte. Dafür sorgen schon Putin und seine Spießgesellen selber. Woher kommt Dein Hass auf die USA? Die transatlantischen Beziehungen Deutschlands und seiner europäischen Partner zu den Vereinigten Staaten sind und bleiben unverzichtbar. Eine Politik Willy Brandts ist auf das Heute und Jetzt nicht mehr anwendbar. Das waren damals völlig andere Verhältnisse und Gegebenheiten. Was Du in Deinem Blog schreibst, lieber Egon, Entschuldigung, bezeichne ich als eine irre Agitation. Auch wenn ich manches gutheiße in Deinen Blogs triffst Du hier bei diesem Thema bei mir immer auf entschiedenen Widerstand.

    Nun gut, ich wünsche Dir fröhliche Weihnachten und gute Tage.

    Gruß aus Konz-Karthaus

    Bernd Geippel

    • Egon Sommer sagt:

      Hallo Genosse Bernd,
      zu Deiner Frage: Witzig oder ernstgemeint?
      Meine Antwort: „ernstgemeint!“

      Mein Wünsche für Dich – gute Tage und geruhsames Weihnachtsfest.

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