Das Fähnchen im Wind ersetzt den Charakter

Gestern noch Sozialdemokrat, heute Atlantiker

Wer als Deutscher am Unruheherd Russland-Ukraine das Feuer schürt, sollte aus der politischen Landschaft verschwinden.
Dass sich der ehemalige SPD-Vorsitzende und frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in die Fußstapfen von Friedrich Merz begeben hat, ist in der Tat das Spiel vom „Fähnchen im Wind“. Deutlicher ausgedrückt, sich der herrschenden Meinung anschließen, soll heißen opportunistisch und gesinnungslos sich wie ein Fähnchen im Wind drehen.

v.l. Friedrich Merz, Richard Grenell, Sigmar Gabriel. Während Friedrich März (CDU) den US-Forderungen nach einem Baustop von Nord Stream 2 (N.S. 2) diente, sucht Sigmar Gabriel nun als Vorsitzender der Atlantikbrücke die Gesinnungsnähe zum früheren US-Botschafter Grenell. Trotz besseren Wissens fällt er seinem Parteigenossen und Bundeskanzler Olaf Scholz in den Rücken und begründet seine Forderung für einen Inbetriebnahmestopp mit der angeblichen Kriegsdrohung Russland gegenüber der Ukraine. Der Beifall der US-Administration ist ihm gewiss. Bild: Montage aus Wikipedia-Fotos und Screenshot (Gabriel) ARD.

Wer für die Argumentation unter der Bildleiste nach Beweisen sucht, braucht nur auf den von Donald Trump ernannten vorletzten Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, zurück zu greifen. Grenell hat vor der Wahl Sigmar Gabriels zum neuen Vorsitzenden der Atlantik-Brücke im vergangenen Juni interveniert und sein Missfallen über die Personalie Gabriel erklärt. Es war nämlich so, dass Gabriel anfangs seine klare Position pro Nord Stream 2 propagierte und nun wegen der angeblichen Bedrohung und Kriegsgefahr den Schwenk vollzieht und die Pipeline in Frage stellt. Als Chef der Atlantikbrücke ins US-amerikanische Horn zu blasen und in der gleichen Tonlage mitzuschwingen ist fatal und äußerst unglaubwürdig. Für den designierten CDU-Vorsitzenden Merz war allein schon der positive Standpunkt von Angela Merkel zu N.S.2. der Dorn im Auge. Der neue Impuls der Christdemokraten spricht für die Absichten der Freunde jenseits des Atlantiks.

Man darf sich darüber aufregen – aber Nord Stream 2 wird eröffnet werden.
Deutschland und Europa zuverlässig mit Gas versorgen und Geld zu verdienen, ist das Ziel Russlands und der Investoren des Projektes. Wer nun glaubt, das politische Getöse könnte dieses Milliardenprojekt zum Milliardengrab im Sinne der US-Amerikaner verkommen lassen, der glaubt auch an die Tränen der Madonna in Civitavecchia.

Opportunistisches Kriegsgequassel des Atlantkers Gabriel
Es wird absehbar zur Klärung kommen. In meinem Blogartikel vom 21. Dezember 2021 „Baerbock und Nord Stream 2 werden zum Prüfstein der Koalition und für Kanzler Olaf Scholz“, wird sich klarer Verstand herausschälen oder die Ampel gerät ins Blinken, d.h., mit Sicherheit außer Takt geraten. Dass die Gas- bzw. Energiepreise somit weiter steigen werden, trifft keinesfalls die US- und NATO-Kriegstümmler, sondern den strapazierten Geldbeutel der einfachen Bürgerinnen und Bürger Deutschlands und Europas.

Die große Frage muss also gestellt werden: Wem nützt das Spannungsfeld USA, NATO, Russland?
Die Antwort: Fracking und die Kriegsindustrie lassen grüßen!
Für Afghanistan braucht Letztere gleichermaßen Ersatz.

Aktuell aber nicht neu! Ein Artikel von ZEIT-ONLINE vom 19.01.2022

Erdgas aus den USA: Wenn der kalte Winter kommt

Ein Auszug hieraus: „Die hohen Zuwächse sind vor allem auf den steigenden Bedarf in Europa zurückzuführen. Seitdem der russische Staatskonzern Gazprom die Liefermengen gering hält und damit die Preise nach oben treibt, ist die Nachfrage hoch.

Hierzu sollte man wisseen, dass die Aussagen Wladimir Putins und des Gazprom-Konzerns, dass es an der fehlenden Bestellung fehle ist nachvollziehbar richtig. Angela Merkel bestätigte dies zum Ende ihrer Amtszeit, zum Leidwesen der Putin- und Gazprom-Gegnerschaft, „dass Russland ja nur Gas liefern kann auf der Grundlage von vertraglichen Bindungen und nicht einfach so.“
Eine weitere erzwungene Verzögerung von Gaslieferungen durch die betriebsfertige Pipeline ist der noch nicht erfolgten Freigabe durch die Bundesnetzagentur zuzuschreiben.

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