Deutsch-Sowjetischer Krieg?

Selbst Wikipedia ist verbal ungenau

Wie sonst kann vom Deutsch-sowjetischen Krieg die Rede sein, wenn ein Land das andere in verbrecherischer und heimtückischer Art und Weise überfällt? Das nenne ich nicht Krieg, sondern verbrecherischer Überfall; wegen der Dimension auch als Völkermord zu benennen. Krieg entstand erst durch die verzweifelte Gegenwehr des gequälten Sowjetvolkes. Der 22. Juni 1941, also vor genau 80 Jahren eröffnete die deutsche Wehrmacht den Überfall auf die Sowjetunion, trotz des am 28. September 1939 abgeschlossenen deutsch-sowjetischem Grenz- und Friedensvertrages.

Abschluss der Deutsch-Sowjetischer Grenz- und Freundschaftsvertrages am 28. September 1939. Bild: National Archives & Records AdministrationSitz in Washington, D.C. ist das Nationalarchiv der Vereinigten Staaten


27 Millionen Menschen sind dem deutschen Naziregime zum Opfer gefallen und dem russischen Volk all dessen beraubt worden, was lebenswert ist und noch heute nachwirkt.

Scheinbar nichts gelernt haben Politiker mit schwarzer-roter-grüner und immer noch brauner Färbung aus dem größten Unrecht aller Zeiten, das je einem Volk widerfahren ist. Das etwas mildere Wort an Stelle Dummheit ist der Begriff Geschichts-vergessenheit. Da hilft auch die Rede des deutschen Bundespräsidenten (Video), die aus der Überzeugung vom deutschen Unrecht spricht, nicht aus der Schuld. Insbesondere deutsche Politiker sollten den Worten von Frank-Walter Steinmeier folgen und ablassen von sinnlosen Drohungen und Sanktionen gegenüber den Staaten der früheren Sowjetunion.

Prof. Dr. Mohssen Massarrat hat mir zudem die Rede des Bundespräsidenten in Schriftform zugesandt und folgenden Begleittext verwendet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freundinnen und Freunde,
Albrecht Müller, der Herausgeber von NachDenkSeiten, empfiehlt, die Rede des Bundespräsidenten anlässlich 80 Jahre Überfall auf die Sowjet Union, die Müller für eine außergewöhnlich gute Rede hält, zu verbreiten. Ich folge dieser Empfehlung, obgleich eine ehrliche Besinnung auf die eigene Geschichte nur einen Tropfen auf den heißen Stein der erneut gegen Russland gerichteten Feindbildung darstellt und die tagein tagaus von fast allen Seiten verbreitete Kalte-Kriegs-Propaganda nicht aufwiegen kann.

Mit den besten Grüßen
Mohssen Massarrat

Andere und bessere Handlungsweisen könnten dem neuen „Kalten Krieg“ ein Ende setzen. Die Federführung hierfür läge allein bei Deutschland.

Gleichermaßen wie man heutzutage eben aus dieser Geschichte die deutsche Schuld an der Judenvernichtung gegenüber Israel bekennt, wäre es eine heilige Pflicht dies auch gegenüber den Staaten der früheren Sowjetunion zu pflegen. Die mehr als peinlichen Äußerungen aus deutschen Politikerköpfen disqualifizieren diese als unreife Bagage.

St. Petersburg – Der Winterpalast. Bild: pixabay

St. Petersburg, vormals Leningrad, heute Touristenattraktion auch für Deutsche, ist wohl als Synonym der deutschen Gewaltakte in Russland (damals Teil der Sowjetunion) anzusehen. Cirka 900 Tage hatten deutsche Truppen die Stadt belagert, die nach dem Willen Hitlers vom Erdboden verschwinden sollte. Das grauenvolle Geschehen beschrieb die Süddeutsche Zeitung (SZ) am 14. Januar 2014. Ein lesenswerter Geschichtsbeitrag, besonders für die heutzutage politisch Handelnden. Der Wiederaufbau der Stadt ist eine der großartigsten Leistungen der russisch sowjetischen Gesellschaft; auch ohne Marshalplan und Ähnlichem.

Sergei J. Netschajew

Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ (nd) hat zum heutigen Gedenktag – 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion – ein nachdenkenswertes Interview mit dem russischen Botschafter in Berlin, Sergei J. Netschajew geführt.

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Zum Foto: Sergei J. Netschajew. Er ist seit 2018 Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Bildquelle: Informations- und Dokumentation des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der russischen Föderation.

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