Quo Vadis SPD?

15 Prozent Zustimmung für die „Volkspartei“, der man selbst angehört, bereiten schon fast körperliche Schmerzen

Auch Sahrah Wagenknecht will sich nicht damit abfinden, dass die linken und sozialen Kräfte in Deutschland nicht mehr durchdringen.

Auf der Suche, wie die SPD aus dem Dilemma herauskommt, fallen mir hundert wie ein Gedanke ein. Mein Blog ist ausgefüllt mit eigenen Feststellungen und Vermutungen, die scheinbar alle nicht zünden wollen. Auch ein Parteiaustritt ist nicht der Weg, der Sozialdemokratie wieder auf die Beine zu helfen. Der vielgepriesene Erneuerungsprozess ist meines Erachtens ein Phrasenspiel, das die wirklichen Erfordernisse einer Umkehr zu den immer noch präsenten Idealen der Sozialdemokratie umschifft.

„Ich will mich nicht damit abfinden, dass Linke und SPD zusammen noch nicht mal mehr 25 Prozent der Wähler erreichen.“ meint Sahra Wagenknecht, MdB (Die Linke), in immer noch kämpferischen Stil. Das meine auch ich!

In ihrem wöchentlichen Newsletter informiert sie über sozial- und friedenspolitische Themen – im Bundestag und im ganzen Land. Ihre Gedanken und Denkanstöße sind so weitreichend, dass einflussreiche Medien, sowohl Print als auch TV, sie als Dauergast mit geistreicher Themenwahl gewinnen.

Das im folgenden Abschnitt verlinkte Interview von Henrick Hübschen steht im Mittelpunkt dieses Blog-Artikels. Linkspartei und Sozialdemokratische Partei bilden den roten Faden, der besonders ab der 24. Minute fein gesponnen wird.

Nicht immer wohlwollend aber mit gewisser Tiefe stellt Henrik Hübschen die Fragen; deutlich und ohne Zögern beantwortet Sahra Wagenknecht auch provozierende Vorhaltungen des Journalisten mit überzeugender Rhetorik. Bild: Screenshot WDR-Video

Wagenknechts aktuelles Credo soll linksprogressive und echte linksliberale Menschen ansprechen:
„Linke Politik darf sich nicht in Symbolpolitik erschöpfen. Viele Funktionsträger der linken Parteien haben ihre Bodenhaftung verloren. Im Interview mit Henrik Hübschen erläutere sie, warum die SPD durch die Agenda 2010 ihre Anhängerschaft verloren hat und warum DIE LINKE nicht den GRÜNEN nacheifern sollte, wenn sie von sozial Benachteiligten gewählt werden will.“

Wenn ich hier von Sahra Wagenknecht als Dauergast in den Medien schreibe, dann sind es die respektvollen Kommentare, die auffallen. Im MorningBriefing von Gabor Steingart vom 1. Mai 2021 ist als Eingangsstatement zu lesen:

„Im Gespräch mit Sahra Wagenknecht versuchen wir zu ergründen, wie es passieren konnte, das so vielen Linken und Progressiven der Gemeinsinn verloren ging und an dessen Stelle eine um sich selbst kreisende Identitätspolitik trat. Sie spricht, im Podcast und in ihrem neuen Buch Die Selbstgerechten, von den Lifestyle-Linken.
Wir erleben in diesem Gespräch eine Sahra Wagenknecht in Höchstform: klug, klar und unerschrocken. Sie hält all denen, die ihre Privilegien für Tugenden halten, den Spiegel vor. Prädikat: schmerzhaft.“

Auf Wagenknechts Buch hatte ich in meinem Blogbeitrag vom 23. April 2021 bereits hingewiesen.

MorningBriefing berichtet tagesaktuell über nationales und internationales Politikgeschehen. Schlagzeilenstil und Schaufenstertitel sind nicht die Mittel, sondern Sachlichkeit der Information ist das Metier von Steingarts Briefing. Interesse? Dann bestellen Sie den kostenlosen Newsletter in der oben im Bild verlinkten Webansicht.

Interesse an mehr? Wenn ja, dann bietet Sahra Wagenknechts Homepage eine umfangreiche Palette an Interviews an, von denen hier nur ein einige wenige Beispiele aufgeführt sind. Ihre gesamten Werke in Interviewform zu lesen ist politische Bildung für sozialdemokratisch geprägte Menschen.

Die abgebildete Tabelle mit direkt verlinkten Interview-Beiträgen von und mit Sahra Wagenknecht sind nur ein Bruchteil des politischen Gesprächsspektrums, das auf 13 Seiten ihrer Homepage zur Verfügung steht.
Zur Beachtung: Die Beiträge sind in Kurzform oder auch in Komplettform abrufbar. Einige Zeitungsformate haben jedoch eine Bezahlsperre eingerichtet, die mittels Registrierung gegen Gebühr den Artikel freischaltet. Beispiel Handelsblatt: Standardfreischaltung für 4 Wochen, 1 €.

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1 Antwort zu Quo Vadis SPD?

  1. Kühn Peter sagt:

    Die SPD ist nur ein Abbild ihrer Selbst, Dank Gerhard Schröder und seiner Truppe, die die Agenda 2010 erarbeitet haben. Sie haben erst die Etablierung der Tafeln und die Flaschenpfandsammler ermöglicht. Die soziale Schere weiter aufgespreitzt. Solange sich sie SPD nicht ganz klar von der Egide Schröder löst, wird sie da unten bleiben. Und natürlich gleichzeitig sich selbst die Diäten verdoppeln. Mehr unsozial geht nicht. Also SPD ist töter als Tot Solange diese Ungerechtigkeit in den Köpfen der Menschen bleibt.
    Die Linke, hat das Problem, das sie sich nicht ganz klar zum Unrechtsregime der DDR bekennt und die eigene Schuld und Verfehlungen benennt. Und wo die ganzen Vermögen der SED geblieben sind. In irgendeinem Kellerloch der PDS. Das vergisst keiner auch nicht wenn man sich mit einem Drückeberger wie Oskar Lafontaine vereint. Dann erst recht nicht.
    Also. Wenn die Linken Parteien sich zurück auf die etwas bewegende politische Bühne zurück helfen möchten. Dann nur über Vergangenheitsbewältigung!!!!

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