Julian Assange – kein Weihnachtsmärchen

Britischer Strafgerichtshof verhöhnt unsere Werte

Julian Assange – Die Schmutzigen dieser Welt werden ihn solange traktieren, bis er tot ist. Danach kommt die scheinheilige Trauer. Bild: pixabay

Weder der britische Trump-Verschnitt Boris Johnson noch die übrigen Staatslenker der EU sind auch nur im Geringsten in der Lage, den Mut und die Beherzheit aufzubringen, den amerikanischen „Freunden“ ein Stopp entgegen zu setzen. Sie verschanzen sich als die großartigen Rechtsstaatler hinter ihrer Justiz und schleichen sich so aus der demokratischen Dreifaltigkeit heraus, den Whistleblower Julian Assange vor den Fängen der US-Justiz zu bewahren. Es wäre in der Tat ein Weihnachtsmärchen, wenn sich Europa von der Vasallenschaft befreien würde. Die rechtsstaatlichen Prozesse in Europa versagen, wenn es der US-Amerikaner anders will.

Wie unsere kultivierte Gesellschaft mit Menschen umgeht, die den Interessen einerseits den machtversessenen und andererseits den machtvergessenen Kreisen ausgeliefert sind, hat der deutsch-französische Kultursender ARTE in einem Reportage-Video mit dem Titel: Julian Assange – Chronik einer Spionageaffäre zusammengefasst. In knapp 36 Minuten offenbart ARTE, wie mit einem Menschen umgegangen wird, der die Machenschaften einer verbrecherischen Kriegsclique ans Licht befördert und damit absehbar sein Leben verwirkt hat.

Nils Melzer – UN-Sonderberichterstatter.
Mehr dazu im Blogartikel vom 10. Januar 2020.

„In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammengeschlossen hat, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit bewusst zu isolieren, zu dämonisieren und zu missachten“ – sagt Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter, in seinem Buch über Julian Assange.

Eugen Ruge – deutscher Schriftsteller, Regisseur. Hat keine Angst vor der Wahrheit. Foto: W.Faulkner, Wikipedia

Was ZEIT-Online in einem Kommentar des deutschen Schriftstellers Eugen Ruge (* 24. Juni 1954 in Soswa, Oblast Swerdlowsk, Sowjetunion) als „unsere Werte“ ungenau und allgemein ausdrückt, meint im Grunde „westliche Werte“. Diese sind wiederum geprägt von „Wertvorstellungen“ der US-Administration, die im Großen und Ganzen von den europäischen EU- und Natostaaten geteilt werden.

Hier gehts zum ZEIT-Online-Kommentar

Das im Text von ZEIT-Online eingebettete Erklärvideo „Julian Assange – Was hat dieser Mann getan?“ bewertet das gesamte Geschehen um den Whistleblower.

Eigentlich lag die Absicht für diesen Blogartikel in einem gänzlich anderen und friedfertigem Format, das ich jetzt hier nachhole:

Allen treuen und regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern meines Blogs wünsche ich ein geruhsames Weihnachtsfest ohne weitere neue Hiobsbotschaften. Letztere sind, besonders in den letzten zwei Jahren, in ausreichendem Maße über uns gekommen – es wäre nun genug davon; ein Wunschtraum?
Das neue Jahr 2022 ist gleichermaßen in die guten Wünsche einbezogen.

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1 Antwort zu Julian Assange – kein Weihnachtsmärchen

  1. Kühn Peter sagt:

    Julian Assange ist noch nicht mal ein Whistleblower. Er hatte „nur“ ein offenes Ohr und die Möglichkeiten die Kriegsverbrechen der US Armee zu veröffentlichen. Es ist schon bemerkenswert, wie vehement sich unsere Politik für Chinesische, Russische oder Weißrussische Regimegegner einsetzt und wie unverhältnismäßig sie versagt, wenn es um jemanden geht, der sich für Pressefreiheit einsetzt. Julian Assange ist Journalist und wird als Terrorist verfolgt. Verrückte, verdrehte Welt. Geld und Intrigen regieren die Welt. Wie erbärmlich.

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