Das kleinste Haustier der Welt

Zum Tag des Artenschutzes – heute 3. März 2019

Die Biene 

Es fällt mir alljährlich zur Blütezeit meiner Obstbaumwiese auf: Wenn ich früher, etwa vor 20 bis 30 Jahren, unter den blühenden Obstbäumen stand, dann erfüllte das Summen hunderter oder gar tausender Insekten, vorzugsweise Bienen, die Luft. Heute, unter denselben blühenden Bäumen, wie soll ich es anders beschreiben, gespenstische Stille. Selbst bei intensiver Suche nach der früher allgegenwärtigen Insektenschar, entdeckt man hier und da vielleicht eine einzelne Wildbiene oder andere Insekten. Das fällt mir als Nichtimker besonders auf. (Bezug zur Politik weiter unten)

Westliche Honigbiene, Europäische Honigbiene oder einfach nur Biene genannt; sie ist eines der wichtigsten Lebewesen auf unserer Erde. Ihr Aussterben bedroht unsere Existenz. Foto Andreas Trepte

Wildbienen – und Honigbienen sterben aus. Sie, die Biene, als Königin  der Lüfte benannt, gilt als Indikator für unser gesamtes Ökosystem.

Das kleinste Haustier der Welt, die Honigbiene, versetzt Imker in Angst und Schrecken, denn Milben und Viren bedrohen die Honigsammlerinnen. Wenn die Bienenzüchter im Frühjahr ihre Bienenstöcke sehen, stellt sich ihnen die bange Frage: Wie viele Völker hat das Bienensterben im vergangenen Winter dahingerafft?

Umweltschutz umfasst auch den Insektenschutz
Es macht Hoffnung, wenn sich die Jugend aufrichtet, um mit dem Motto – „Warum für die Zukunft lernen, wenn die Zukunft gefährdet ist“ – für eine gesunde Umwelt zu demonstrieren. Bayern hat den Anfang gemacht. Andere Bundesländer werden folgen! Die Jugenddemonstrationen haben einen Namen:  Greta Thunberg, die schwedische Schülerin.

Politik am Pranger

Nicht allein die Milben und von ihnen eigeschleppte Viren sind schuld am Bienensterben; auch der Mensch entzieht durch die industrielle Landwirtschaft den Bienen ihre Lebensgrundlagen. Vor allem macht der Einsatz von Pestiziden ihnen das Überleben schwer. Und hier steht die Politik am Pranger. 
Am 27. November 2017 hat der damalige Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU), im Alleingang bei der EU, mit einem „Ja“ zu Glyphosat alle bisher gültigen Regeln und Absprachen zwischen den Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD gebrochen.
Dass die SPD anlässlich dieses Skandals nicht die Koalition aufgekündigt hat, ist für mich ein weiterer Skandal, den ich seither meiner Partei persönlich nachtrage. Die deutsche Zustimmung hat ermöglicht, dass Glyphosat für fünf weitere Jahre in der EU eingesetzt werden kann. Fünf Jahre sind fünf Jahre zu viel.

Der BUND hat sich eindeutig gegen Glyphosat gestellt und fordert seit Jahren ein Verbot des Ackergifts.

  • Glyphosat ist das in Deutschland und der Welt am häufigsten eingesetzte Pflanzengift; es wird auf 40 Prozent der deutschen Ackerfläche eingesetzt.
  • Es ist laut Krebsforschungsagentur der WHO „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ und zerstört die biologische Vielfalt.
  • 70 Prozent der Deutschen sind für ein Verbot von Glyphosat, bei über 70 Prozent lässt es sich im Urin nachweisen.
  • Die EU-Pestizidgesetzgebung und das Zulassungsverfahren von Glyphosat sind auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten. Übrigens: Die Chemieindustrie ist der drittgrößte Industriezweig Deutschlands.
  • Deutsche Behörden lassen die notwendige kritische Distanz zu den Pestizidherstellern vermissen.
  • Glyphosat muss verboten werden!

Auch in diesem Blog habe ich schon früher Glyphosat thematisiert.

All diese Punkte wären für die SPD Grund genug gewesen, die GroKo zu beenden. Barbara Hendrix, im November 2017 noch Bundesumweltministerin, ballte jedoch nur die „Faust in der Tasche“. Wenn schon keine Aufkündigung GroKo durch die SPD, hätte sie mit ihrem demonstrativen Rücktritt ein deutliches Zeichen für sich und ihre Partei setzen können.

„Frankreich verbietet für Bienen tödliche Pestizide“, heißt es auf https://kontrast.at/bienensterben/

Das könnte Hoffnung machen, wird dann aber hart auf bestehende Fakten zurückgeführt die da lauten:

„Es gibt überall Pestizide. Das Verbot ist zwar eine gute Sache, rettet uns aber nicht. Wenn sie verboten werden, können sie durch andere ersetzt werden.“

Und wieder muss der Leitsatz eines Optimisten her: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

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2 Antworten zu Das kleinste Haustier der Welt

  1. Alfons Maximini sagt:

    Die SPD hat auch Verantwortung in einem Verbraucherschutzministerium (Justiz). dort hat die Ministerin im Kabinett auch der Verschiebung der humanen Schweinekastration um zwei Jahre zugestimmt. Unsere Veterinärämter kontrollieren z.B. nicht Tiertransporte, die in Nicht EU-Länder zum Schächten gehen. Meist sind es Islamische Länder, die die Tiere auf grausame Weise quälen und töten. Rinder z.B. dürfen neunundzwanzig Stunden unter engsten Bedingungen transportiert werden ehe dann eine Futter- und Trinkpause eingehalten werden sollte. Kontrolle? Fehlanzeige. Die Veterinärämter kennen keine dafür geeignete Stationen mit entsprechender Infrastruktur. Lediglich das Zielland Ägypten, Türkei, Marokko, Algerien und andere islamische Länder außerhalb der EU sind bekannt. Da Bund und Länder sich nicht über die Tierschutz Transporte einigen können, werden weiterhin alle Augen zugedrückt und die Quälerei geduldet. Agrar- und Verbraucherschutzministerium, beide von Frauen geführt lässt das alles kalt. Erstaunlich nicht!

  2. Edith van Eijck sagt:

    Alles richtig, was oben steht. Aber immer bleibt doch auch die Eigenverantwortung, was kann ich tun, um die Bienen zu unterstützen? Nicht den ganzen Rasen mähen, etwas blühendes „Un-„kraut stehen lassen, ebenso Haselnuss und Weiden als erste Blüher und Futter für die Bienen. Vorgärten mit Blumen anstatt Steinschütten gestalten!

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