Wie geht Regime Change ?

Mathias Brökers und Michael Schreyer sagen es uns

Der von mir am 23. April vorgestellte Bestseller „WIR SIND IMMER DIE GUTEN“ war 2014 unter dem einfachen Titel „Wir sind die Guten“ für 20 Wochen die Nummer eins der internationalen Bestsellerliste und benötigte für den unerwarteten Erfolg zehn Auflagen innerhalb eines Jahres.

»Es stellt viele unbequeme Fragen, an die Rolle der Amerikaner und des Westens im Ukraine-Konflikt, vor allem aber auch an die Medien, die diese Rolle so wenig hinterfragen. […] es hinterlässt umso mehr das Gefühl, dass es hier eine Leerstelle gibt in der Berichterstattung der etablierten Medien. Und dieses Gefühl wird dadurch verstärkt, dass es in eben jenen Medien keine große Auseinandersetzung gibt über das Buch. Dass es nicht als Anlass gesehen wird, sich mit den Fragen, die es aufwirft, auseinanderzusetzen und sei es, sie nüchtern und klar zu beantworten und der Analyse zu widersprechen.«
Schreibt Stefan Niggemeier, Medienjournalist der FAZ, über das erfolgreiche Buch.

Fünf Jahre Ukraine-Krise und jetzt Venezuela als neuer Krisenherd, sind die Felder, die von der „einzigen Weltmacht“ dieser Erde beackert werden.

Politische Sachliteratur zu lesen, gehört bei mir zur fast täglichen Übung. Zugegeben, glücklicher wird man dadurch nicht, denn die Wahrheiten und Hintergründe unseres meist unfriedlichen Daseins können sehr bedrückend sein.

Acht Punkte im aktuellen Werk von Brökers und Schreyer haben mir nun das bestätigt, was ich seit längerer Zeit zum Thema „Regime Change“  zu wissen erahnte.

Ich brauche hier nicht zum wiederholten Male die Staaten aufzuführen, die sich den Interessen kriegerisch und blutig bis hin zur Vernichtung unterwerfen mussten.

Venezuela ist das Land,
das sich jüngst einem böswilligen Regime Change unterwerfen soll.
Kapitel 5 des Buches, die Seiten 65 und 66, beschreiben, wie Regime Change gemacht wird. Es sind logische und nachvollziehbare Schritte, die das Unheil in betroffenen Länder bringen; meist verursacht von den USA und ihren westlichen und weiteren verbündeten Vasallen.

Das Foto (aus NTV-Video) entspricht der Nr. 5. (von 8.) der Eskalationsstufen zum versuchten Regime Change in Caracas/Venezuela

Besser als Krieg:
Farb-Revolutionen und Fake-Demokratie

Um einen künstlichen Volksaufstand aufzukochen, braucht es nicht viel:

  1. Sende einen kleinen Trupp Agenten in das Zielland, die als Studierende, Geschäftsleute, Touristen, Kreative, Journalisten et cetera Kontakte knüpfen.
  2. Gründe eine Reihe von Organisationen (NGOs), die sich für Menschenrechte, Demokratie, Ökologie oder Soziales einsetzen, sammle in den lokalen Gruppen Unzufriedene, Liberale und Leichtgläubige; Möchtegernwestliche Studierende und junge Leute sind besonders geeignet.
  3. Rekrutiere ein Netzwerk einheimischer Mitverschwörer, Intellektuelle, Medienleute, Politiker, wenn möglich Militärs, indem du sie entweder kaufst, oder mit Veröffentlichungen über private Verfehlungen Druck ausübst.
  4. Suche dir eine Farbe oder ein Symbol für die »Revolution« aus, gestalte Plakate, Banner, Sticker und Websites, immer auch in englischer Sprache.
  5. Starte den Aufstand mit »spontanen Protestaktionen«: Mit Vorwürfen wegen »Menschenrechtsverletzungen«, »Wahlbetrug«, »Korruption«, was auch immer. Die Anschuldigungen müssen nicht wahr sein, aber die Proteste leidenschaftlich.
  6. Bringe die Twitter- und Facebook-College-Community dazu, die »spontanen« Proteste in den sozialen Netzwerken und auf der Straße zu unterstützen. Schicke deine gekauften Akademiker und Politiker in die Talkshows, lass sie Artikel schreiben und auftreten, organisiere weiter Kundgebungen und Protestevents, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Die ausländischen Medien werden die Aktionen jetzt als »spontanen« Aufstand für »Bürgerechte«, gegen »Wahlfälschung« oder Ähnliches porträtieren.
  7. Jetzt brauchst du ein paar gewalttätige Provokateure, welche die Polizei zum möglichst brutalen Einschreiten gegen die »berechtigten Bürgerproteste« bringen. Bilder von übelzugerichteten Frauen und anderen Opfern der »Regierungsgewalt« erregen weltweit Aufsehen. Internationale Proteste hageln auf die Regierung nieder.
  8. Dann bringst du deine gekauften Politiker nach vorne und brauchst nur zu warten, bis USA, UN oder EU Druck auf die amtierende Regierung ausüben. Die Drohung mit ökonomischen Sanktionen, Überflugverboten, bewaffneten Aufständen oder Bombardements wird die Regierung überzeugen, sich deinem Willen zu beugen oder zurückzutreten und Neuwahlen auszurufen.

Der letzte Punkt des Rezepts »How to Cook up a Fake, >People’s Uprising<!«, (Wie man eine Fälschung kocht >Volkes Aufstand<!«) aus dem wir diese Kurzanleitung für postmoderne Staatsstreiche zusammengefasst haben, lautet: »Falls die Farben-/Frühlingsrevolution scheitert, bereite eine Militäraktion vor.«

John Bolton, oberster Antreiber zum Regime-Change in Venezuela: All Options are on the table“ (Alle Optionen sind auf dem Tisch). Videobild: abc NEWS

 

Die Begleitmusik zum bösen Spiel besorgen die sogenannten Qualitätsmedien im Verein mit politischen Leichtfüßlern.

Die Ukraine als Lehrbeispiel
„So, wie die Theorie der unsichtbaren Hand des Markts in der Praxis nicht ohne die militärische Faust funktioniert, verhält es sich auch mit der Theorie des nicht gewalttätigen »Regime-Changes«, die in der Praxis nur selten ohne den Einsatz direkter Gewalt funktioniert, wie in der Ukraine nach dem Scheitern der Orangen und der Euro-Maidan-Revolutionen zu sehen ist.
Weder der Regierungswechsel 2004 noch der Regierungswechsel 2014 hat für die zu Protesten mobilisierten Unzufriedenen und Leichtgläubigen etwas gebracht, außer einem neuen Oligarchen (Petro Poroschenko) an der Spitze des nach wie vor korrumpierten, kleptokratischen Systems sowie einen nunmehr zu einem mörderischen Bürgerkrieg ausgearteten Konflikt, in dem das Gewaltmonopol des Staats an privat organisierte Milizen und Banden gefallen ist.“

Weitere Hintergründe, auch geschichtliche, zum schwelenden Konflikt Ukraine, USA, EU einerseits und Russland andererseits, offenbart die neueste Auflage von „Wir sind immer die Guten“

Barak Obama und Donald Trump – gar nicht so verschieden
Woher alles rührt, hat der Vorgänger des derzeitigen US-Präsidenten, Barak Obama, im Mai 2014 an der Militärakademie in West Point verständlich erklärt:

»Ich glaube mit jeder Faser meiner Seele an die Einzigartigkeit Amerikas. Doch was uns einzigartig macht, ist nicht unsere Fähigkeit, internationale Regeln und die allgemeine Rechtsstaatlichkeit zu missachten, sondern es ist unser unbedingter Wille, beides durch unser Handeln zu bewahren. […] Amerika muss auf globaler Ebene stets die Führungsrolle übernehmen. […] Unser Militär ist das Rückgrat dieses Führungsanspruchs und wird auch in Zukunft stets das Rückgrat dieses Führungsanspruchs bleiben.
Die Vereinigten Staaten werden Militäraktionen nutzen, wenn notwendig auch unilateral, wenn unsere Kerninteressen es erfordern.«

Es dürfte nun also klar sein, warum die Welt so ist, wie sie ist!

 

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Europa, Krieg und Frieden, Welt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.