Zeit für die Demaskierung

„Die CDU verheddert sich in ihren Lebenslügen“ – das schreibt Oskar Lafontaine

Ich muss es loswerden und wusste bis heute Morgen nicht so recht, wie ich das in Worte fassen sollte. Die Unverfrorenheit, Dreistigkeit, Unverschämtheit der CDU/CSU, die Partei DIE LINKE mit den Faschisten der AfD gleich zu schalten ist ein Dorn in meinem Auge.  Die NachDenkSeiten (NDS) und wiederum Oskar Lafontaine halfen mir dabei, die Schmerzen zu lindern

Es brannte und brennt mir immer noch in den Fingern, die scheinheilige Argumentation der christdemokratischen Vergesslichkeit und Verdrängungskunst deutlich zu machen, sie sei ja erst 1945 entstanden.
Mein erster Gedanke hängt sich immer wieder an dem aus jüngster Geschichte bekannten Tatsachen auf, dass es die Deutsche Zentrumspartei war, die am 23. März 1933, nach Absprache mit der NSDAP, Hitlers sogenannten Ermächtigungsgesetzen zum Erfolg verhalf.
Wenn man Wikipedia zu Rate zieht, wird die unmittelbare Nähe der nach dem Krieg 1945  wiedergegründeten Zentrumspartei zur CDU deutlich. Man müsste die ehrbaren Verfechter heimlicher brauner Ideologie am Nacken packen und in die braune Sauce tunken. Man kann mit Fug und Recht die heutige CDU/CSU als Nachfolgepartei der Steigbügelhalter einordnen.

In Thüringen hat sich christdemokratisches Braun wieder ans Tageslicht gewagt. Die  beschämende Vergangenheit braun konservativer Ideologie hat die CDU wieder eingeholt.

Albrecht Müller, Chef der Nachdenkseiten bietet Oskar Lafontaine die Plattform, in sehr informativer Weise das über die CDU zu schreiben, was notwendig ist.
Müller argumentiert eingangs so:

„Das Folgende ist ein sehr informativer Text von Oskar Lafontaine. Wir bringen ihn auch deshalb, weil viele Leserinnen und Leser heute die Fakten über die geschichtlichen Hintergründe der CDU/CSU nicht kennen und nicht kennen können, und falls sie älter sind, diese Hintergründe verdrängen. Ein solcher Text ist ungemein wichtig, weil es höchste Zeit ist, von der Existenz einer Staatspartei, als die sich die CDU/CSU immer gesehen hat, Abschied zu nehmen. Das geht nicht von alleine. Daran muss man arbeiten. Dazu möchte ich Sie unabhängig von Ihrer Parteipräferenz ermuntern. Es gibt keine besonderen Parteien in diesem unserem Land. Albrecht Müller.“

Der Einfachheit habe ich diesen Text und Oskars historisches Wissen aus den NachDenkSeiten übernommen, in der Hoffnung, dass er angesichts der aktuellen Turbulenzen um die CDU das nötige Interesse findet:

Die CDU verheddert sich in ihren Lebenslügen.

Von Oskar Lafontaine

Zur Begründung ihres Rücktritts sagte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, es gebe „ein ungeklärtes Verhältnis von Teilen der CDU mit AfD und Linken“. Sie sei gegen eine Zusammenarbeit mit beiden Parteien. Unter der Überschrift „Weder mit der AfD noch mit der Linkspartei“ verteidigte der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch in der „FAZ“ diese Haltung.

Die gleiche Distanz zu AfD und Linkspartei beruht auf zwei Lebenslügen der Christdemokraten: Viele CDU-Mitglieder verschwiegen nach dem Zweiten Weltkrieg ihre frühere NSDAP-Mitgliedschaft. Nach dem Fall der Mauer fusionierte die CDU mit der SED-Blockpartei Ost-CDU und kassierte deren Vermögen gleich mit. Und Angela Merkel war FDJ-Sekretärin für Propaganda und Agitation, durfte im Ausland studieren und, anders als die meisten DDR-Bürger, auch in den Westen reisen.

Im Hinblick auf NSDAP und SED wäscht sich die CDU ihre Hände in Unschuld. Ein Beispiel dieser Heuchelei und Verlogenheit lieferte heute Roland Koch in seinem Beitrag in der „FAZ“: „Die CDU wurde als Bollwerk gegen Faschismus und Kommunismus gegründet. Christen und Nichtchristen, KZ-Überlebende und Gewerkschafter, sie alle zusammen gründeten die Union, weil sie von den unausweichlichen Folgen dieser beiden Ideologien überzeugt waren.“

Welch unverschämte Lüge! Konrad Adenauer beschäftigte den Kommentator der Nürnberger Rassengesetze Hans Globke als Chef des Bundeskanzleramtes; Kurt Georg Kiesinger wurde Bundeskanzler, obwohl er schon 1933 in die NSDAP eingetreten war; Hans Karl Filbinger war von 1966 bis 1978 für die CDU Ministerpräsident in Baden-Württemberg, obwohl er als Marinerichter noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges Deserteure zum Tode verurteilte und dies später noch mit den Worten verteidigte: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein.“ Die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer weiß: In der ersten CDU-Fraktion im saarländischen Landtag nach der Saar-Abstimmung 1955 waren mehr als die Hälfte der CDU-Abgeordneten ehemalige NSDAP-Mitglieder. Noch 1957 wurde Dr. Erwin Albrecht, als ‚Blutrichter‘ in Prag für 31 Todesurteile gegen Juden verantwortlich, Vorsitzender der saarländischen CDU-Landtagsfraktion. Alles vergessen?

Nicht genug damit, dass die Christdemokraten ohne Skrupel Nationalsozialismus und SED gleichsetzen. Viele CDU-Politiker, wie Kramp-Karrenbauer und Koch, leugnen bis zum heutigen Tage die Verstrickung der CDU in den Nationalsozialismus. Bei dieser fehlenden Aufarbeitung der Vergangenheit ist es wenig überraschend, dass die Bereitschaft in der Ost-CDU für eine Zusammenarbeit mit den „Kameraden“ der AfD zunimmt. Selbst Björn Höcke, den man laut Gerichtsbeschluss einen Faschisten nennen darf, steht da nicht mehr im Wege.

Ende des Lafontaine-Beitrags

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