John McCain – Ein amerikanischer Kriegstreiber vor der Heiligsprechung?

Obama und Bush ehren McCain bei Trauerfeier – Trump geht golfen

Der verstorbene US-Senator John McCaine, war keine Friedenstaube. Siehe hierzu den hier verlinkten Bericht der Nachdenkseiten. Foto: Video-Ausschnitt aus ZDF-heute journal vom 26.08.2018

Die Tatsache, dass der verstorbene US-Senator mitschuldig und als Antreiber der von den Vereinigten Staaten angezettelten Kriege im Irak, Libyen, Syrien, Ukraine und gezielter Kriegshetze gegen weitere Staaten, u.a. Iran ist, rechtfertigt nicht nur kritische Feststellungen; sie verpflichtet dazu, aufzuwachen. Dieser „Weltverbesserer“ trägt Mitschuld am Flüchtlingselend in dieser Welt und was er uns sonst noch eingebrockt hat.

[…] Bei der Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale würdigten die früheren Präsidenten Barack Obama und George W. Bush den international geachteten Politiker. „Er hat uns zu besseren Präsidenten gemacht, so wie er den Senat besser gemacht hat, so wie er dieses Land besser gemacht hat“, sagte Obama.
McCain war vor einer Woche im Alter von 81 Jahren in Arizona an einem Gehirntumor gestorben. Der Republikaner war der schärfste innerparteiliche Gegner Trumps.

Obamas Amtsvorgänger Bush sagte über McCain: „Er war ehrenhaft, immer anerkennend, dass seine Kontrahenten immer noch Patrioten und Menschen waren.“ Bush fügte hinzu: „Im Angesicht der Herrschenden bestand McCain darauf: Wir sind besser als das. Amerika ist besser als das. McCain habe „Machtmissbrauch verachtet“.

Soweit die heiligen Eingangsworte zum Bericht einer deutschen Tageszeitung zu einem verstorbenen US-Republikaner, den man als einen der gewissenlosesten Kriegstreiber der letzten Jahrzehnte bezeichnen darf.

Die Nachdenkseiten (NDS) sind es wieder Mal, die das korrekte Meinungsbild zu dem „ehrenhaften“ US-Senator, den wahren Mc Cain, anschreiben.
Kein Widerspruch zum umfassenden kritischen Bericht der Nachdenkseiten.

Dass der amtierende US-Präsident Trump von den Trauerfeierlichkeiten fernblieb, war so ausdrücklich von McCain gewünscht. Nur eine Randnotiz; es fiel nicht weiter auf. Foto: Video-Ausschnitt aus heute journal vom 26.08.2018

Selbst die Tatsache, dass Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) offiziell an der  Trauerfeier in Washington teilnahm, ändert nichts an der notwendigen differenzierten Sichtweise zu McCains Wirken zu Lebzeiten.

„Im Amerika der letzten Jahre gab es nur wenige Figuren, die sich persönlich so sehr der dauerhaften Fortsetzung von Krieg und Imperialismus verschrieben hatten wie McCain. Aber in Washington übersah man diesen entscheidenden Aspekt seiner Karriere geflissentlich oder tat ihn als unwichtige Eigenart eines edlen Staatsdieners ab, der trotzdem die Ehrerbietung Aller verdient.“ 

Allein dieser Absatz im NDS-Bericht bietet ausreichende Gründe, das von den konservativen Medien geprägte Bild McCains zu revidieren.

Aus meiner, des Bloggers Sicht: Toten soll man grundsätzlich nichts Schlechtes nachsagen. Grundsätzlich im Sinne von Ausnahmen zulassend und im Hinblick auf die US-amerikanische Kriegs- und Regime-Change-Politik, die von McCain vehement unterstützt wurde.

 

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2 Responses to John McCain – Ein amerikanischer Kriegstreiber vor der Heiligsprechung?

  1. Christian Bock sagt:

    Da hast Du nicht Unrecht mit Deiner Meinung. Aber ich glaube, wie so oft im Leben, gibt es nicht nur Schatten, sondern auch ab und an Licht.  Da wäre z.B. seine Kritik an der neuen CIA Chefin Haspel, die die Folterprogramme unter Bush Junior leitete – vermutlich aufgrund seiner eigenen Erfahrung im Vietnamkrieg. Oder sein Veto gegen die Abschaffung der gesetzlichen Krankenversicherung im U.S. Senat (auch Obamacare genannt, womit wir bei einer anderen überschätzten Lichtgestalt sind …). Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber ich glaube bei der Familien- und Lebensgeschichte (Vater Admiral, Großvater Admiral, Ur-Großvater…) ist es kein Wunder, dass er Krieg als Mittel der Politik betrachtete.
    Eigentlich will ich auf was anderes hinaus. Wenn morgen #Aufstehen startet,  dann wird man auch dort, und auf dem Weg zu parlamentarischen linken Mehrheiten, nicht umhinkommen, auch mal mit einem (im übertragenden Sinne) John McCain für die Stärkung der gesetzlichen Rente, für eine Finanztransaktionssteuer, für eine Wiederverstaatlichung von Teilen der Daseinsvorsorge, … und und und, zu stimmen. Nur mit einer Sorte Menschen kommen wir vermutlich nicht weit, und nicht weiter.

    • Egon Sommer sagt:

      Lieber Christian,

      da hätten wir ja nun die zwei Seiten des Herrn John McCain auch in Form Deines Kommentars im Blog abgedeckt. Wie ich mich recht erinnere, haben unsere (koservativen) Medien die guten Seiten des US-Senators bereits umfangreich dargestellt; die unguten, Krieg als Mittel der Politik, sind die Eigenschaften des amerikanischen Senators, von denen gerade die von den Kriegshandlungen direkt betroffenen Menschen für endlose Zeiten büßen. Auch wir Deutsche und Europäer haben nur schlimme Nachteile in diesen Zusammenhängen erfahren. Dass die Nachdenkseiten diese Seite der Medaille McCain in den Vordergrund gerückt haben, versöhnt mich etwas mit den medialen Gegebenheiten in unserem Land.

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