Die Leitlinien der US-Hegemonialpolitik – Mindestens zwei Männer kennen die Hintergründe

Zbigniew Brzeziński zeigte den USA den Weg und das Ziel, wie sie politisch, militärisch und wirtschaftlich die Welt beherrschen können – auch Henry Kissinger weiß das

und hat davor gewarnt.
Und wie der Ukraine-Konflikt/-krieg beweist: Russland und Wladimir Putin kennen diese Ziele.

Ein bescheidener Vorschlag zur Beendigung des Krieges ist am Ende dieses Blogbeitrages verlinkt; es sind die Gedanken des Schweizer Journalisten Urs. P. Gasche, der es wagt, den Kriegsstrategen einen Wink aus dem Elend zu geben.

„Ohne die Ukraine ist Russland keine Großmacht“

US-Stratege Zbigniew Brzeziński 1977. Foto: Kightlinger, Jack E. – Wikipedia

Das schrieb der US-Politikberater Brzeziński u.a. in seinem 1997 herausgegebenen Buch: „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft

Zu US-Präsident Obamas zweiter Amtszeit (2013–2017) setzte er bereits im Februar 2014 zur Ukraine-Krise die Akzente: […] „ohne die Ukraine könne Russland nie wieder Supermacht werden. Erst in diesem Kontext wird der erbitterte politische Kampf Russlands um die Ukraine verständlich.“

Und weiter ein Textauszug aus Wikipedia:

„Am 3. März 2014, zwischen der Absetzung Wiktor Janukowytschs und dem Krim-Referendum, verfasste Brzeziński einen Gastkommentar für die Washington Post: „Was ist zu tun? Putins Aggression in der Ukraine braucht eine Antwort“. Er verglich Putins „gangsterhafte Taktik“ und „kaum getarnte Invasion“ der Krim mit Adolf Hitlers Besetzung des Sudetenlands 1938 und charakterisierte Putin als einen Cartoon-Mussolini, er hielt aber kurz davor zurück, einen Kriegseintritt der USA zu empfehlen. Stattdessen empfahl er, die NATO solle in Hochalarm versetzt werden und „Kalkulationsfehler verhüten“. Andererseits zeigte er Skrupel und stellte ausdrücklich fest, ´The West should reassure Russia that it is not seeking to draw Ukraine into NATO or to turn it against Russia.` (Deutsch: Der Westen sollte Russland versichern, dass er nicht versucht, die Ukraine in die NATO zu ziehen oder sie gegen Russland aufzubringen.)

Eine Buchempfehlung für das o.g. Brzeziński-Buch werde ich hier nicht geben können, da vergriffen. Als gebrauchtes Werk liegen die Preise zwischen 130 € und 230 €. Da kann ein kostenfreier Blick nach Wikipedia ausreichend Auskunft über diesen Zbigniew Brzezinski geben. Brzezinskis Familie, die zum polnischen Adel gehört, stammt aus der heutigen Ukraine, der Stadt Brzezany, daher der Name.

Henry Kissinger – deutsch-US-amerikanischer Politikwissen-schaftler und ehemaliger Politiker der Republikanischen Partei. Foto: David Miller, Wikipedia

Dass ausgerechnet ein zweiter US-Stratege, Henry Kissinger, am 5. März 2014 in der Washington Post in das gleiche Horn blies, das auch Brzeziński verwendete, rundet das Bild ab, das Russland und Wladimir Putin vom Westen vorgezeichnet ist.
Man darf davon ausgehen, dass sowohl Brzeziński (2017 verstorben) als auch Kissinger, der im Mai 2022 das 99. Lebensjahr vollendet, das strategische Machtgefüge der USA mehr als bekannt war bzw. ist.

In meinen beiden vorausgegangen Blogartikel ist die Frage nach dem „Warum“ zum Ukraine-Krieg mehrfach gestellt und nicht beantwortet. Von mir einen Lösungsansatz zur Beendigung dieser Menschheitskatastrophe in einer angeblich zivilisierten Welt zu erwarten ist wohl kein realistischer Ansatz. Bei der Suche danach findet man hier und da Fundstellen, die es zulassen, als Hoffnungsfunken zu gelten.

Stereotype Beschwörungen gegen Russlands Präsidenten Putin helfen nicht weiter. Die derzeit gedruckten als auch die elektronischen Medien beherrschen das Geschehen. Dass dennoch Vorschläge entstehen, die man als Alternative zu den weiter eskalierenden Kriegstrommeln und Waffenlieferungen sehen muss, ist ein hochinteressanter Beitrag in einer der jüngsten Ausgabe des INFOsperber. Dieser Artikel stellt die Frage: „Kann ein Angebot des Westens Frieden in die Ukraine bringen?“- und setzt als Antwort nach:
Der Stärkere soll nachgeben und ein Friedensangebot machen!

Dass sich aus politischen Kreisen der Ukraine bereits erste Zugeständnisse ableiten lassen, wäre ein erster Schritt in die Richtung, zumindest eines Waffenstillstandes. Es geht hierbei auch um die Gesichtswahrung beider militärischer Blöcke.

Urs. P. Gasche – Schweizer Journalist, Publizist und ehemaliger Fernsehmoderator

Was mit Sicherheit kein Weg zum Frieden ist, schließt den INFOsperber-Artikel von gestern, dem 08.03.2022 des Autoren Urs P. Gasche, im drittletzten Absatz ab:

Putin in die Ecke eines Dämonen und Psychopathen zu stellen, stoppt den Krieg nicht, sondern verstärkt den falschen Eindruck, der Westen sei dazu verdammt, dem Fortgang des Krieges tatenlos zuzusehen.

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5 Antworten zu Die Leitlinien der US-Hegemonialpolitik – Mindestens zwei Männer kennen die Hintergründe

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  3. Alfons Maximini sagt:

    Egon du hast Recht. Du stehst in der Meinung in einer Reihe mit Schröder, Wagenknecht, Krone-Schmalz und der russischen Vernichtungsclique. Sehr schade.

  4. Alfons Maximini sagt:

    Zu Gaschke, den ich nicht kenne und ich glaube die meisten kritischen Politikbeobachter nicht kennen, versucht wieder einmal den Vernichtungskrieg Putins zu relativieren. Wer sich Putin nur annähernd unterwirft, ist mitschuldig an den Kriegsverbrechen in der Ukraine, Syrien, Georgien und die, die noch kommen werden.
    Egon, ich vermisse eine unzweideutige Distanzierung deinerseits von Putin und seinen erbärmlichen Handlanger.

    • Egon Sommer sagt:

      Als im Kommentar direkt persönlich angesprochen, bin ich zur Reaktion fast verpflichtet. Vorweg: Einen Blogartikel, in dem sich Egon „unzweideutig“ bzw. „eindeutig“ von Putin distanziert, wird es nicht geben, weil mein Standpunkt selbstredend ist. Wer aufmerksam meine Blogtexte liest, kennt meine Position zum Ukrainekrieg und die tangierenden Umstände. Ich stehe damit nicht allein.
      Desweiteren: Muss man Urs P. (Paul) Gasche kennen, um seine klugen Vorschläge zur Eskalation in der Ukraine gut zu heißen? Nein! Nur weil Alfons Maximini ihn nicht kennt, heißt das nicht, dass viele Politikbeobachter und Journalisten den Schweizer Journalisten, Publizisten, Buchautor und ehemaligen Fernsehmoderator sehr wohl einordnen und seine maßgebliche Wirkung im öffentlichen Leben – zumindest in der Schweiz – kennen. Auch ich kannte Gasche bis dato nicht; umso mehr überzeugte er mich durch seine sachliche Auseinandersetzung und Lösungsvorschläge zur Beendigung des Krieges.

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