Die dümmste Regierung Europas? Sahra Wagenknecht redet Tacheles im Deutschen Bundestag

Die Rede im Groben und zum Nachhören im Feinen

Vorschaubild: Erich Maria Remarque und Sahra Wagenknecht.
Die Alibiberichterstattung der TV-Anstalten über die Bundestagdebatte zum Etatentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sind wegen ihrer Brisanz auf kürzeste Form reduziert worden; besonders trifft das auf die Rede von Sahra Wagenknecht zu. Man darf das Volk ja nicht zu sehr erregen, wo doch die rot-grün-gelbe Ampelregierung sich alle Mühe zu geben scheint, die weitgehend von ihr mitverursachte Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Während sich die Krise in Deutschland immer weiter zuspitzt, wird neben den Schönreden während der Bundestagsdebatte das Wesentliche oft ausgeblendet. Die massiven Vorwürfe der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht insbesondere an Wirtschafts- und Klimaminister Habeck hatten es in sich.
Hier ein Rückblick für alle, die die komplette Rede vom 08.09.2022 noch nicht kennen:

Sahra Wagenknecht (Die Linke) bei ihrer Rede mit Rücktrittsforderung an Wirtschaftsminister Robert Habeck. Die in den TV-Medien nur in Fragmenten wiedergegebene Rede steht hier ungekürzt zur Verfügung.
Bild: Screenshot youtube-Video – Video starten durch Mausklick in das Bild.

Zum Nachhören im Feinen – wobei Sahra Wagenknecht ihre eigene Wochenschau nutzt, um die Ansichten, die sie im Bundestag wegen der vorgegebenen Redezeit nur in grober Form vortragen konnte, hier zu vertiefen:

Die erste Ausgabe von WAGENKNECHTS WOCHENSCHAU nach den Sommerferien 2022 handelt vom aktuellen Thema dieses Blogbeitrages und präzisiert diesen. Bild: Screenshot Youtube-Video
Video starten durch Mausklick in das Bild.

Eine weitere Verfestigung des Themas der Bundestagsdebatte am 8. September 2022, versehen mit weiteren alternativen Argumenten, stammt von den NachDenkSeiten (NDS). Redakteur Tobias Riegel schreibt in seinem einleitenden Vorwort, „Widersprechen muss man Wagenknecht in einem Punkt: Die Motivation der Regierung ist vermutlich nicht „Dummheit“, sondern deren Handeln erscheint zielgerichtet.“(!)

Tobias Riegels NDS-Kommentar zu Wagenknechts Rede ist hier abrufbar

Kluge Feststellungen trifft auch NDS-Chefredakteur Jens Berger, der mit einem fast schon geschichtlich zu wertenden Meisterwerk von Erich Maria Remarque, „Im Westen nichts Neues“ einen zeitlichen Vergleich herstellt, der den Krieg in der Ukraine aus Sicht dieses 1928 verfassten Romans spiegelt. Die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten schildert er in seinem mehrfach verfilmten Buchtitel. Obwohl Remarque selbst sein Werk als unpolitisch bezeichnete, ist es als Antikriegsroman zu einem Klassiker der Weltliteratur geworden (entlehnt aus Wikipedia).

Ein Volltreffer zur Texteinleitung von Bergers Artikel ist eine Feststellung des Schriftstellers Erich Maria Remarque in einem Interview mit Friedrich Luft 1963:
„Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen die Krieg(e), bis ich herausfand, daß es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“

Treffender lässt es sich nicht ausdrücken, wenn man die politischen Akteure der westlichen Kriegstreiber im Hinblick auf die hartnäckigen Forderungen der Clique nach immer mehr Waffen bewerten muss. Auf Remarques Worte reduziert – „die nicht hingehen müssen“.

Das Interview darf als besonders wertvoll eingestuft werden; nicht weil es vor ca. 60 Jahren(!) entstanden ist, sondern auch, weil es in großen Teilen die Entstehung des Werkes „Im Westen nichts Neues“ enthält.

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