Hat der angeblich freie und demokratische Westen den Bogen überspannt?

Geopolitischer Paukenschlag? Das mögliche Militärbündnis zwischen Russland und China

„Treibt das vor allem im Interesse der USA wirkende feindliche Auftreten Deutschlands und der EU gegenüber Russland dieses teils europäische Land „in die Arme“ Chinas? Was würde das russisch-chinesische Bündnis für Deutschland bedeuten? Welche Position in der aktuellen internationalen Blockbildung wäre am ehesten im Interesse der Bürger der EU-Länder? Was bedeutet die Entwicklung für das Verhältnis Deutschland/USA und was für den Umgang mit den starken transatlantischen Einflüssen hierzulande?“

Wer die Erdkugel kennt und die flächenmäßige Größe Russlands und Chinas erkennen mag, sieht fast ein Drittel der Festlandfläche dieser Erde. Keines dieser beiden Staaten verfolgt Hegemoniebestrebungen, wie sie z.B. von den USA offenbar sind. Bild: pixabay

Dieser Textausschnitt in einem Beitrag der NachDenkSeiten (NDS) vom 8. April 2021 umreißt die Fragen zu den möglichen Folgen der aggressiven Politik der USA und ihren europäischen Freuden gegenüber Russland und China. Das gefährliche Spiel, Russland in die Defensive zu drängen ist gleichbedeutend einer Kriegsandrohung. Gesellschaftspolitisch ist das Spiel des Westens an Hanswurschtigkeit kaum zu überbieten.

Bleiben wir aber bei Deutschland und seinen widersprüchlichen politischen Absurditäten.
Deutsche Russlandpolitik, die sich gegen den Mehrheitswillen der deutschen Bevölkerung richtet und moralisch gegen das uns eher freundlich gesinnte Russland aufrüstet, wird zum Paradoxum. So wird ein russischer Nationalist namens Alexej Nawalny, der sich als Kleinrambo gegen sein Land auflehnen will, in Deutschland wie ein Freiheitsheld emporgehoben. Dass sogar die deutsche Bundeskanzlerin das angeblich auf Anweisung von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin mittels Nowitschock vergiftete Opfer am Krankenbett in der Berliner Charité besucht haben soll, wird nicht bis kaum hinterfragt.

Oskar Lafontaine – kennt und verkündet die politische Wahrheit. Bild: Sceenshot TV-Kanal Phoenix: .

Was noch so in Sachen Russland und Nawalny aus dem deutschen Blätterwald sprießt hat ein „Qualitätsjournalist“ in einer „Qualitätszeitung“ im Sinne der westlichen Wertegemeindschaft gegen Russland vom Stapel gelassen. FAZ-Autor Reinhard Veser forderte einen Stopp von Nord Stream 2 als Reaktion auf Alexej Nawalnys Verurteilung. „Der erste Schritt sollte das lange überfällige Ende von Nord Stream 2 sein. „Zielgerichtete Maßnahmen gegen Vermögenswerte von Profiteuren des Regimes könnten der nächste sein.“

In bissiger Manier setzte sich Linken-Politiker Oskar Lafontaine mit einem Meinungsartikel in der FAZ auseinander. Laut Lafontaine zeigt der Artikel, wie erfolgreich die „Gehirnwäsche des US-Imperiums“ ist. Sein Resümee: „Lüge und Dummheit gefährden den Weltfrieden“
Die Wahrheit wird uns voraussichtlich mit der Fertigstellung von Nord Stream 2 offenbart werden. Es wäre dann die Rehabilitierung.

Bundesminister für Gesundheit und MdB. Foto: Wikipedia (kropped)

Zu weiterer absurder Widersprüchlichkeit
Trotz „Feindlage“ verhandelt Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn derzeit mit Russland, um offenbar einen Vertrag zum Ankauf des Sputnik V Impfstoffes abzuschließen. Angesichts der vordergründigen und abwegigen deutsch-russischen Konfrontation darf sich ein mitdenkender Staatsbürger schon mal fragen, inwieweit er von Politik und Medien verarscht (man verzeihe mir die derbe Ausdrucksweise) wird, wenn bei „Geschäften“ Friede- Freude-Eierkuchen herrschen. Die Verlogenheit des freien und demokratischen Westens ist grenzenlos. Ist man sich doch nicht so böse, wie es den Anschein haben soll?
Geht das soweit, dass der willige deutsche Außenminister Heiko Maas die widersinnigen amerikanischen Forderungen nach Sanktionen gegen Russland nur scheinbar verkündet?

Die Stunde der Wahrheit deutscher Politik sollte am 26. September 2021 eintreten, falls es eine neue Parteien-Konstellation ohne CDU/CSU möglich macht. Hoffnung, nur ein Wort ohne Bodensatz?

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2 Antworten zu Hat der angeblich freie und demokratische Westen den Bogen überspannt?

  1. Egon Sommer sagt:

    Nicht als Antwort ist dieser Kommentar gedacht, der mir als Autor des Blogbeitrages eigentlich nicht zusteht, sondern als hintergründiger und vielleicht auch provozierender Denkanstoß. „Umgekehrt wird nämlich ein Schuh daraus“, wenn man die Blickrichtung wendet. Man braucht dazu nur ein paar Worte und Zahlen auszutauschen.
    Die aktuelle massive Verlegung von militärischem Personal und Kriegsgeräten, unmittelbar an den Grenzen von Lappland und Estland und den südosteuropäischen EU-Staaten zu Russland, zeigt einmal mehr mit welchen Mitteln die USA und ihre westlichen Verbündeten Friedens-Diplomatie betreiben. Nach Angaben von RTL sind russische Truppen 250 Kilometer, in der Region Woronesch, und nicht 100 Kilometer, von der ukrainischen Grenze zusammengezogen worden. Das ist ein wenig so, als wenn Österreich sich durch deutsche Manöver auf dem Truppenübungsplatz Koblenz bedroht fühlt. Die Drohkulisse mittels Defender 20 und Defender 21 darf man als Signal an Russland werten, keinen Krieg zu wagen, wie sie ihn bei der „Eroberung“ Deutschlands und der osteuropäischen Staaten 1944 inszenierten. Niemand flüsterte damals den Nazis, wie gefährlich Stalin und die damalige Sowjetunion waren; von der schier endlosen Größe dieses Landes erst gar nicht zu reden. Hätte Deutschland damals eine Beraterin vom Kaliber der US-amerikanischen Journalistin und Historikerin Anne Elisabeth Applebaum im Führerhauptquartier gehabt; Deutschland hätte es sich zweimal überlegt, die Sowjetunion zu überfallen. Und jetzt? Russland hat wieder einen Autokraten Putin als Stalin-Ersatz, der scheinbar wieder Mal Deutschland und die osteuropäischen Staaten bedroht.
    Wie Alfons Maximini in seinem Kommentar erwähnt, lese auch ich zurzeit ein Buch, dessen Autor Michail Gorbatschow, den Umbruch und das System Putin unter dem Titel: DAS NEUE RUSSLAND beschreibt. Aus der Sicht eines ehemaligen Generalsekretärs des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und Staatspräsident der Sowjetunion darf man davon ausgehen, dass der heute 90-Jährige die deutsche als auch die sowjetisch-russische Geschichte kennt. Er nennt das heutige West-Ost-Feindverhältnis als tragisch und gefährlich. In der westlichen US-beherrschten Hemisphäre dient das Säbelrassen wohl der Aufrechterhaltung des Kalten Krieges und der Rüstungsspirale.

  2. Alfons Maximini sagt:

    Die aktuelle massive Verlegung von militärischem Personal und Kriegsgeräten, hundert Kilometer vor der Russischen-Ukrainischen Grenze, zeigt einmal mehr mit welchen Mitteln Russland Diplomatie betreibt. Diese Drohkulisse ist ein Signal an die Ukraine und die westlichen Bündnispartner, also der NATO. Da kann ich nur hoffen, dass es bei dem Säbelrasseln bleibt. Ich verweise auf meine Kommentare vom 16. und 19. März, zum Thema: Anne Elisabeth Applebaum – made in USA. Die Frau sagt uns wie gefährlich Putin ist. Blog vom 13.März 2021, Egon Sommer. Ich lese gerade ihr neues Buch: „Die Verlockung des Autoritären. Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist.“ Darin beschreibt und dokumentiert Frau Applebaum fundiert warum gerade frühere kommunistische Blockländer heute autokratische Regierungen und Präsidenten haben. Sehr lesenswert.

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