Von Trump zu Biden oder vom Regen in die Traufe?

Auch für den Neuen heißt die Devise: Amerika zuerst!

Glaube niemand, „Amerika zuerst“ (America First) sei eine Erfindung von Trump. Auch der neue US-Präsident Joe Biden folgt wie viele Präsidenten vor ihm der politischen Einstellung, die den amerikanischen Nationalismus und angeblichen Anti-Interventionismus betont. Dass seit Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch aus dem Anti-Interventionismus der meist militärische Interventionismus geworden ist, dürfte angesichts der kriegerischen Einflussnahmen der USA unumstößliche Tatsache sein. Die Einmischung der US-Amerikaner in die Angelegenheiten anderer Länder und Staaten mit welchen Zielen auch immer, passt zum Motto: „Amerika zuerst“.

Mit der linken Maustatste öffnet sich auch im Bild Steingarts MorningBriefing vom 15.06.2021

Gabor Steingarts MorningBriefing gehört täglich zu meiner politischen Lektüre ohne jedoch als persönliches Grundsatzprogramm für die eigene Meinungsbildung zu zählen. Die eher konservativen Erzählungen aus Steingarts Feder kann man schon mal als qualifizierte Analyse des aktuellen politischen Geschehens ansehen. Man sollte jedoch nicht dem Eindruck verfallen, dass hier ein gänzlich neutraler Berichterstatter am Werk ist. Als Blogger erlaube ich mir deshalb wählerisch zu sein und Beiträge aus eigener Ansicht ideologisch einzureihen. Und – wo Steingart recht hat, da hat er recht.

„Trump wäre stolz auf Biden gewesen. So viel amerikanischer Furor war selten“,
schreibt das aktuelle MorningBriefing vom 15.06.2021 und meint die Forderung der USA an Deutschland und Europa, statt des Russengases per Nord Stream 2 amerikanisches Schiefergas zu kaufen. Argumente aus Trumps Werkzeugkiste sind deckungsgleich mit Bidens Forderungen auch in der Zuspitzung, das Ziel Putins sei es, „Europa zu spalten und Europas Energiesicherheit zu schwächen“.

Gefährlich ist auch die Fortführung der von Trump aufgebauten aggressiven Drohgebärden wegen des Handels mit China. Biden sagt, er habe gegenüber Xi offen Chinas „erpresserische und unfaire wirtschaftliche Praktiken“ angesprochen, also den „Diebstahl von geistigem Eigentum, Dumping, illegale Subventionen von Unternehmen”. Diesen Handelskrieg sollten die Amerikaner allein mit China führen.

Das US-amerikanische Verhältnis zu Russland wird sich gegebenenfalls nach dem Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit US-Präsident Joe Biden am 16. Juni 2021 in Genf aufhellen. Dass sich der „gute“ Biden mit dem Killer Putin an den Verhandlungstisch setzen will, könnte ja ein Hoffnungsfunke für bessere Zeiten sein.

Ansonsten lohnt sich ein Blick in Gabor Steingarts MorningBriefing noch für einige andere prägnante Themen, die den alltäglichen Politikverlauf beschreiben. Da wird erstmals das CDU-Regierungsprogramm von Armin Laschet geöffnet und zuletzt auch noch ein altbekannter Satz der jüngeren deutschen Geschichte aufgelegt:

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“

Walter Ulbricht

Heute, 15. Juni 2021, vor genau 60 Jahren tischte der damalige DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht den Deutschen eine dicke Lüge auf. Was er sonst noch zum Thema Mauerbau zu sagen hatte, steht auch im MorningBriefing.

Foto: Walter Ulbricht bei seiner Neujahrsansprache 1970/71. Bildquelle: Bundesarchiv, Foto Joachim Spremberg, Wikipedia

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