Wer hätte das gedacht?

Bundeskanzlerin will beim Großen Zapfenstreich Musik von Nina Hagen hören

Angela Merkel – nach 16 Jahren Kanzlerschaft zurück in die Jugendzeit in der DDR. Nur ein Jahr älter (1954) als Nina Hagen darf auch sie sich von der Nostalgie einfangen lassen. Foto: Wikipedia, Raimond Spekking
Nina Hagen – „Godmother of Punk“ („Patin des Punks“) hat das Herz von Angela Merkel berührt. Woher sonst der Musikwunsch? Foto: Wiki-pedia, Quelle: Flickr: Nina Hagen

Ja, wer hätte das gedacht, ist in einem Leserkommentar bei ZEIT-Online zu lesen. So hätte ich das auch kommentiert.
Die Nachricht, dass die Bundeskanzlerin sich zum Abschied für das Hildegard-Knef-Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ und das sowohl bei Katholiken als auch bei Protestanten zu besonderen Anlässen gesungene Kirchenlied „Großer Gott, wir loben Dich“, hat überrascht. Als Krönung soll jedoch Nina Hagens DDR-Hit von 1974 „Du hast den Farbfilm vergessen“ erklingen, wie es auf der Wunschliste für das Stabsmusikkorps der Bundeswehr steht.

Die größte Berliner Abonnement-Zeitung DER TAGESSPIEGEL meinte zur Musikauswahl der scheidenden Kanzlerin:

„Das Lied (Anm. Du hast den Farbfilm vergessen) wurde 1974 in der DDR geschrieben. Den Text kann angeblich noch immer fast jeder zweite Ostdeutsche auswendig („Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön’s hier war, ha ha“). Mit der Auswahl eines Songs, den viele eher bei Onkel Hardys runden Geburtstagen vom Küchentisch mitgrölen, beweist die Kanzlerin mal wieder ihren feinen Humor.
Mit der Adelung der politisch und wohl auch persönlich eher speziellen Nina Hagen zeigt sie ihre, nun ja, fast bundespräsidial anmutende Inklusionsbereitschaft – über alle Haarfarbengrenzen hinweg. Dankbar darf man sein, dass niemand ihr deshalb bislang „Ostalgie“ unterstellt hat.“

Drei wunderschöne und unterhaltsame Versionen von Nina Hagens „Du hast den Farbfilm vergessen“ habe ich hier verlinkt, wobei die Version von 1974 zur Einleitung auch die Entstehungsgeschichte des DDR-Klassikers kurz wiedergibt.

Hier Nina Hagens Song aus dem Entstehungsjahr 1974 in einer Vorschau-Version:
„Du hast den Farbfilm vergessen“

Götz Alsmann, bekannt aus der TV-Show „Zimmer frei“ des WDR. Foto: StagiaireMGIMO, Wikipedia

Aus 1985 stammt die Volltextversion, die Nina, wie wir sie kennen, als die extravertierte Künstlerin und „Godmother of Punk“ darstellt:
„Du hast den Farbfilm vergessen“

Und noch eine temperamentvolle Version aus 2018, intoniert von Nina Hagen und mit Götz Alsmann am Flügel:
„Du hast den Farbfilm vergessen“

Nina Hagen 1974 und Nina Hagen 1985 und Nina Hagen 2018; man sollte sich die drei Versionen unbedingt anhören. Wo die Altersgrenze derjenigen liegt, deren Herz höher schlägt als bei Schlagern von Helene Fischer oder Andrea Berg u.a., darf jeder für sich herausfinden. Man kann es aber auch in der Kommentarfunktion des Blogs offenbaren.

Zum Mitsingen ist hier der Volltext des Songs von Nina Hagen aufzurufen.

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