Afghanistan: 20 Jahre sinnloser Krieg mit 100.000 Toten,

Wir sind zu weit weg, um die Wahrheit zu kennen

Afghanistan. 20 Jahre Krieg. „Für die Katz“ und weit über 100.000 Opfer“ lautet die Überschrift zu Albrecht Müllers aktuellem Beitrag zum abrupten Ende der verhängnisvollen Afghanistan-Unternehmung.
Müllers Eingangs-Kommentar zur Beendigung des unseligen Konfliktes hat den Charakter eines in politischen Statements unbestechlichen Faktenkenners.

Selbst das furchteinflößende Erdkampf-Jagdflugzeug A10, (Volksmund: Warzenschwein) der US-Luftwaffe vermochte es nicht, das islamisch religiös strukturierte Afghanistan auf den Stand westlicher Demokratien zu zwingen. Foto: Wikipedia. Author: U.S. Air Force photo by Senior Airman Greg L. Davis,US-gemeinfrei

„Der Kriegseinsatz ist abgebrochen worden, von den USA und dann auch von Deutschland. Es wurden Milliarden verpulvert. 12,5 Milliarden waren es allein von deutscher Seite bis April 2021. Ca. 2 Billionen, also 2000 Milliarden US-Dollar – das sind die Kosten der USA. 59 deutsche Soldaten sind umgekommen, 2.442 US-Soldaten, geschätzte 50.000 Taliban-Kämpfer, 111.000 Zivilisten allein seit 2009. Die genannten Zahlen sind Anhaltspunkte. Eine gute Übersicht, auch über Fehlentscheidungen, bot die Deutsche Welle am 30.6.2021 in diesem Artikel. Die Alliierten einschließlich der NATO haben sich ins Zeug gelegt und jetzt erobern die Taliban eine Stadt und eine Region nach der anderen. Um die Afghanen, die für die deutschen Militärs gearbeitet haben und die deshalb jetzt bedroht sind, kümmert man sich halbherzig. Das gesamte Unternehmen ist ein Beleg dafür, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr grundsätzlich zur Disposition gestellt werden müssen. Wo ist diese grundsätzliche Diskussion in den deutschen Medien?

Der komplette Beitrag von Albrecht Müller: Afghanistan. 20 Jahre Krieg. „Für die Katz“ und weit über 100.000 Opfer ist hier verlinkt.

Zur Zweitüberschrift dieses Blogbeitrages Wir sind zu weit weg, um die Wahrheit zu kennen habe ich am 04.05.2021 in einem frühmorgentlichen Beitrag des Deutschlandfunks (DLF) ein Gespräch mit dem Arzt und Gründer der Kinderhilfe Afghanistan, Reinhard Erös, verfolgt, das meine Aufmerksamkeit auf eine andere Sicht gelenkt hat.
Die Sendung mit dem Titel: Nato-Abzug – „Kinderhilfe Afghanistan: Truppenabzug erhöht die Sicherheit unserer Schulen“ beschrieb erstaunliche Aspekte zu Afghanistan aus anderer Perspektive.
Ein weiteres und länger zurückliegendes (05.10.2021) Interview Öres mit dem DLF nimmt Stellung zu Geplante Abschiebungen aus der EU „In Afghanistan gibt es ab und zu mal Anschläge“ und beschreibt ebenfalls ein Szenario, das von den üblichen Pressemeldungen deutlich abweicht. Der Entwicklungshelfer und Oberstarzt a. D. der Bundeswehr sieht hier Afghanistan aus anderem Blickwinkel, einem nichtmilitärischen.

Der Trierische Volksfreund zitierte am 17.08.2021 Chuck Hagel, von 2013 bis 2015 republikanischer US-Verteidigungsminister, der dem US-Militäreinsatz in Afghanistan ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt hat. Beim Sender CNN sagte er:

„Wir haben die Kultur nie verstanden, wir haben die Religion nicht verstanden, das Stammesdenken, die Geschichte. Man ist zum Scheitern verurteilt, wenn man das nicht versteht.“

Wie eingangs bemerkt: Wir sind zu weit weg, um die Wahrheit zu kennen

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Europa, Krieg und Frieden, USA veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.