Afrika, der Mitleidskontinent?

»Die Welt hätte von Afrika lernen können«

Aminata Touré, ehemalige Premierministerin des Senegal, sagt im Interview mit SPIEGEL-Online, warum Europa sein Bild von Afrika dringend korrigieren muss und spricht darüber, was Afrika in der Corona-Pandemie richtig macht.

Für viele Europäer ist Afrika der Erdteil der Armen. Der immer noch aus der Kolonialzeit herrührende Überheblichkeitsfaktor ist vielerseits immer noch präsent und der (Irr-)Glaube, dass Afrika von uns nur lernen kann, ist weit verbreitet.

Aminata Touré (* 12. Oktober 1962 in Dakar) ist eine senegalesische Politikerin, Menschenrechtsaktivistin sowie ehemalige UNO-Funktionärin. Von September 2013 bis Juli 2014 war sie Premierministerin des Senegal. Foto: Wikipedia, Creative Commons Attribution 3.0 Unported, Author: Leral Officiel Tv, Bildausschnitt Screenshot 2016

Was Afrika in der Pandemie richtig macht – und warum Europa sein Bild vom Kontinent dringend korrigieren muss, sagt Aminata Touré, die ehemalige Premierministerin des Senegal.

Die Mittelschicht in Afrika wächst; aber leider auch die Armut. Die internationalen Medien befassen sich wenig mit den Veränderungen Afrikas; sie bleiben eher den Stereotypen vom armen gescheiterten Kontinent verhaftet.

Im hier verlinkten  Gespräch mit SPIEGEL.de bringt es die ehemalige Premierministerin des Senegal auf den Punkt:
„Die Art und Weise wie Europa auf Afrika blickt, hat mit der Realität nichts zu tun. Das Weltbild stammt aus dem Kolonialismus. Europa denkt immer noch, Afrika stecke in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrtausends fest. Dabei ist der Abstand zwischen den beiden Kontinenten kleiner geworden. Europa muss das anerkennen. Afrika ist der jüngste Kontinent der Welt – 200 Millionen junge Menschen leben hier. Aber gleichzeitig beschäftigt mich, wie diese jungen Menschen an Bildung und dann auch an Jobs kommen. Eine gemeinsame Währung in Westafrika und eine Handelszone könnten da Lösungen sein.“

Aminata-Touré (II), MdL, Schleswig-Holstein, ist trotz Namensgleichheit und nach entsprechenden Recherchen mit der früheren senegalesischen Premierministerin gleichen Namens nicht verwandt. Foto: (C) Ralf Roletscheck, GNU Free Documentation License, Version 1.2, Wikipedia

Anmerkung: Unter dem Titel Globale Gesellschaft berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa – über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird über drei Jahre von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

Aminata Touré (II)
Bei der ergänzenden Recherche für meinen Blogbeitrag wurde mir ein Wikipedia-Artikel eröffnet, der zunächst zu gewisser Verunsicherung bei mir führte. Aminata Touré (Politikerin, *1992) ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist seit dem 29. Juni 2017 Mitglied und seit dem 28. August 2019 Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Sie konnte wohl kaum die ehemalige Premierministerin des Senegal sein. Eine Wissenserweiterung ist es dennoch.

Die Nachricht für Europa von Aminata Touré, Senegal:
»Zu Beginn der Krise wurden Wetten
abgeschlossen,
dass Covid-19 in Afrika Millionen
Tote zur Folge haben würde.
So ist es nie gekommen.«

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